Ertragreicher jährlicher Planzplan für ein VegTrug Hochbeet

Da ich des Öfteren gefragt wurde, ob ich ein Beispiel für einen Jahres-Pflanzplan für eines meiner VegTrug Hochbeete (siehe passenden Beitrag zum VegTrug) machen könnte, möchte ich jetzt hier ein konkretes Beispiel geben. Das Hochbeet wurde sehr abwechslungsreich und durchdacht bepflanzt. Der Ertrag ist in diesem VegTrug bisher auch immer am größten gewesen. Es kann schon sehr früh im Jahr gesät werden (Ende Februar), während die Erntephase Dank später gesetzten Feldsalat bis in den Winter hineinreicht. Wichtig ist bei diesem Beispiel, dass das Hochbeet gegen Süden, oder zumindest Süd Ost/Süd West ausgerichtet ist. In der schattigen Nordrichtung oder bei hoher Beschattung durch Bäume und Sträucher funktioniert es in dieser Konfiguration leider nicht. Inzwischen betreibe ich erfolgreich drei große 1,8 Meter VegTrugs und einen kleinen „Wall Hugger VegTrug“. Gekauft habe ich alle bei GartenXXL.de, da die Lieferung kostenlos war (sinnvoll da schwere und große Pakete) und man sie dort recht günstig bekommt, manchmal sogar mit 10 % Rabatt auf Alles.

VegTrug Hochbeet Pflanzplan für ein Jahr
(Zucchini sind ideal für den VegTrug geeignet. Bei richtiger Pflege reichen nur drei Pflanzen aus um über den kompletten Sommer bis in den Herbst hinein bis zu 40 Kilo beste Bio Zucchini zu ernten. Ein Kauf im Supermarkt entfällt damit den Sommer über komplett. Meine geernteten Zucchini hatten teilweise ein Gewicht von 1,5-1,8 Kilo und waren weder trocken, noch holzig, auch die Schale war schön weich, bei saftiger und fleischiger Konsistenz im Inneren. Daraus entstehen schöne große Zucchinischeiben, welche für den Grill oder die Pfanne bestens geeignet sind.

Die Pflanzenauswahl und die Saat für den VegTrug Pflanzplan
Ich habe für die Jahresbepflanzung Sorten mit hoher Ertragskraft, schneller Wachstumsphase und leichter Pflege gewählt, welche teilweise schon extrem frühzeitig gegen Winterende gesät werden können. Zudem schließen nach den Sommermonaten schwach nährstoffziehende Salatsorten an, welche bis in den Winter hinein gute mehrfache Ernten versprechen. Der Feldsalat sogar locker bis zu Beginn des darauffolgenden Jahres. Meine Sorten bzw. Pflanzen sind (Nach Aussaat und Ernte sortiert):

  • Radieschen (Sorte Ilka) Aussaat Ende Februar Anfang März
  • Weizengras (Samen in Bio Qualität) Aussaat Mitte bis Ende März (Ausführliche Pflanzanleitung und Infos zu Weizengras)
  • Zucchini (grüne ertragreiche Standardsorten, keine F1 Hybride) Aussaat Ende April, Anfang Mai
  • Salatgurke (ebenfalls Standardsorte und keine F1) Aussaat Ende April bis Mitte Mai
  • Feldsalat (sowohl Deutscher als auch Holländischer, gut zu erkennen auch an den unterschiedlichen Blattbreiten) Aussaat Mitte September (mehr zu Feldsalat und dessen Sorten und Gesundheitswert in diesem Beitrag)

Ganz wichtig ist bei allen Obst und Gemüsepflanzen, das sich diese untereinander gut „verstehen“, sich nicht die Nährstoffe gegenseitig abziehen oder im Wachstum behindern. Deshalb ist bei einer abweichenden Bepflanzung unbedingt auf die Nachbarschaft guter und schlechter Nachbarn im Gemüsebeet zu achten. Dafür habe ich einen größere und ausführlichen Artikel zu guten und schlechten Gemüsenachbarn im Beet geschrieben.

Wie hoch ist der Ertrag eines Hochbeetes mit dieser Bepflanzung?
Auf der relativ kleinen Fläche von 1,8*0,7 Meter lässt sich ein enormer Ertrag ernten. Dieser ist natürlich von den Pflanzen, deren Pflege und Nährstoffgrundlagen selbst abhängig. In dieser Zusammenstellung lässt sich in Kilogramm gerechnet aber ein Ertrag von bis zu 50-60 Kilo Gemüse und Salat im Jahr ernten. Im Durchschnitt dürfte es bei den meisten Gemüsegärten jedoch auf mindestens 20-30 Kilogramm kommen. Das Haupterntegewicht wird dabei von den massenhaft erntereifen Zucchini und Gurken kommen, sowie von den schönen großen Radieschen im Frühjahr bis Frühsommer.

Wie muss ich diese Hochbeet-Bepflanzung pflegen?
Ich habe bewusst sehr einfach zu pflegende Pflanzen gewählt. Die Pflege ist jedes Jahr gleich und braucht weder Pflanzenschutzmittel noch andere Chemikalien oder Kunstdünger. Es gibt nur drei einfache Schritte:

  1. Pro Woche 1-2-mal gießen, in extrem heißen Wetterphasen bis zu dreimal die Woche
  2. Vor der nächsten Aussaat Platz schaffen (z.B. Mitte September, spätestens jedoch Ende September die Zucchini und Gurken entfernen), Erde etwas auflockern und Feldsalat säen
  3. Ernten

Bepflanzung des VegTrug Hochbeets im Frühling, Sommer und Herbst
Das Hochbeet wird im Grunde in drei Jahreszeiten der Aussaat unterteilt, die Aussaatzeitpunkte sind dabei wie oben beschrieben. Für die Anordnung der Pflanzen habe ich drei sehr einfach gehaltene Bilddateien hinterlegt:

Aussaut Veg Trug Frühling
(Bei Radieschen und Weizengras erfolgt die Aussaat bereits  Ende Februar Anfang März. Je nach Temperatur können bereits 4-5 Wochen später die ersten kleineren Ernten eingefahren werden)

Aussaut Veg Trug Sommer
(Ende April, spätestens Mitte Mai sind dann alle Radieschen geerntet worden, auch ein Teil des Weizengrases ist nun nach maximal drei Erntewellen fertig und wird entfernt. Nun wird es Zeit Zucchini und Gurken zu säen. Zucchini drei Pflanzen, Gurke eine Pflanze, welche später ruhig das Hochbeet hinunter wachsen kann, dies spart Platz im VegTrug und lässt hohe Ernteerträge zu)

Aussaut Veg Trug Herbst

(Im September, spätestens gegen Ende des Monats lässt sich immer wieder eine kleine Mengen Weizengrassamen ausbringen. Die Zucchini und die Gurken sind nun nicht mehr so ertragreich, was allerdings auch vom Wetter des jeweiligen Jahres abhängig ist. Spätestens gegen Monatsende werden sie entfernt und gegen jede Menge Feldsalatsamen ersetzt. Dieser keimt innerhalb von zwei bis drei Wochen recht fix und garantiert tolle Ernten im Winter bis in das nächste Frühjahr hinein. Er ist dabei äußerst pflegeleicht.

Welche Erde nutze ich für meinen VegTrug?
Oft werde ich auch nach der „richtigen“ Erde gefragt, welche solch hohe Erträge zulässt. Ich nutze in der Regel einfache Blumenerde ohne Dünger oder sonstige Zusätze aus dem Baumarkt. Die für 1,99 oder 1,79 ist dafür ausreichend. Wichtig ist es die fertige Erde mit guter frischer Komposterde zu mischen. Ich nutze dabei die Komposterde aus der Eigenkompostierung, da ich so sicher sein kann, dass keine giftigen Schadstoffe den Kompost belastet haben. Dieser wird in die ersten 20-30 cm Erdschicht des Hochbeetes eingearbeitet. Mehr zum Ausbringen des Kompostes in diesem Beitrag.



Fazit:
Mit einfach zu pflegenden Gemüsepflanzen, welche über eine hohe Ertragskraft verfügen, lässt sich auf kleinstem Raum eine enorme Ernte einfahren. Bis auf ein bis zweimal Gießen der Woche und ein wenig Rückschnitt, bzw. neu Samen einsäen zur gegebenen Zeit, macht ein solches Hochbeet sehr wenig Arbeit und gleichzeitig viel Freude. Am schönsten ist es jedoch die Ernte einzufahren und sie mit ruhigem Gewissen und ohne starkes Abwaschen essen zu können. Ganz frei von den vielen giftigen Chemikalien in Form von Pestiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln, welche nicht selten an unserem Supermarktgemüse zu finden sind. Daneben geht es meiner Meinung nach wirklich nicht mehr günstiger, frischer, gesünder und geschmacklich besser, als es uns die Industrieware bieten kann. Auch aus Umweltschutzgründen ist der Eigenanbau nur zu empfehlen, sofern man natürlich nicht selbst zur Chemie greift!

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