Habe ich eine Fischvergiftung? Symptome, Inkubationszeit, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten

Welche Symptome bekommt man eigentlich bei einer echten Fischvergiftung? Wer hat es noch nicht erlebt, man sitzt im Restaurant, isst ein „leckeres“ Fischgericht und hat einige Zeit später Magen- Darmprobleme. Viele Menschen denken dann oft ganz schnell an eine Fischvergiftung. Eine Fischvergiftung ist jedoch nicht immer gleich, denn es gibt mehrere Arten dieser Lebensmittelvergiftung. Der Fisch muss im Übrigen gar nicht schlecht bzw. verdorben sein, er kann absolut top frisch vom Wasser auf dem Grill und dann auf dem Teller landen, trotzdem bekommt man unter Umständen eine echte Fischvergiftung. Mehr dazu aber im Beitrag. Sollten sie den Verdacht oder die Anzeichen einer solchen schweren Lebensmittelvergiftung haben, dann gehen sie sofort zu einem Facharzt! Mit einer echten Fischvergiftung ist nicht zu spaßen, sie kann tödlich enden!

Red Snapper frisch auf Eis Fischvergiftung trotzdem möglich
(Frischer Fisch kann in seltenen Fällen unter bestimmten Umständen und Herkunftsregionen trotzdem eine Fischvergiftung auslösen, denn diese hat nicht allein etwas mit der Frische der Ware zu tun.)

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Fischvergiftung ist nicht gleich Fischvergiftung, es gibt unterschiedliche Arten!
Jährlich haben viele Konsumenten in Deutschland sowohl von Fleisch als auch Fisch „einfache“ Lebensmittelvergiftungen, z.B. weil die Keimzahlen auf den Lebensmitteln zu hoch waren, weil sie zu warm wurden, überlagert sind, oder erste Verwesungserscheinungen auftreten. Auch Parasiten und gefährliche Salmonellen Erreger befinden sich auf so allerhand Nahrungsmitteln, natürlich auch auf Fischen. Diese Lebensmittelvergiftungen und Salmonellen Kontaminationen sind nicht harmlos, jedoch keine „echte“ Fischvergiftung.
Die schlimmste Fischvergiftung entsteht durch Toxine und wird unter dem Begriff „Ciguatera“ geführt. Dabei sind nicht nur Fische, sondern auch Meeresfrüchte wie Muscheln, Garnelen und Krebse betroffen. Die durch Toxine verursache Fischvergiftung kann tödlich enden. Also SOFORT zum Arzt wenn der Verdacht besteht! Man kann komplett frischen Fisch gegessen habe, der in einer Meeresregion mit diesen durch Algen belasteten Toxinen geschwommen ist. Es sind Gifte die ernste Nervenschäden verursachen und nicht direkt mit der frische der Lebensmittel in Verbindung gebracht werden können. Die betreffenden Fische „erkranken“ nicht, sondern nehmen mit den Algen und ihrem Fressverhalten sogenannte Dinoflagellaten (Einzeller) die diese Giftstoffe produzieren mit auf.

Wie lange dauert es bis ich merke da sich eine Fischvergiftung habe?
Die Inkubationszeit von Fischvergiftungen ist nicht sonderlich lange, bereits nach nur einer Stunde können die ersten Symptome auftreten, die zunehmend heftigere negative Auswirkungen auf ihren Gesundheitszustand haben. Es fängt meist an mit Durchfall, Erbrechen und Kreislaufproblemen. Auch hier wieder der Hinweis, geht schnellstmöglich zu einem Arzt oder ruft einen Krankenwagen bevor es euer Zustand nicht mehr erlaubt!

Was sind die Symptome einer echten Fischvergiftung
Toxine sind in diesem Fall schlimmer als Bakterien und andere Keime einer Lebensmittelvergiftung, da Vergiftungen dieser Art eine höhere Sterbewahrscheinlichkeit haben. Glücklicher weise kommen diese Fischvergiftungen im Vergleich zu den klassischen Lebensmittelvergiftungen weitaus weniger häufig vor. Die Symptome sind sehr heftig und breit gefächert:

  • Erbrechen
  • Starke Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Darmkrämpfe
  • Schwere Durchfälle
  • Kopfschmerzen
  • Brennen im Mundbereich
  • Muskelschmerzen
  • Juckreiz/Ausschlag
  • Herz- Kreislaufprobleme
  • Fieber
  • Schwächeanfälle
  • Krämpfe
  • im Extremfall -> Tod

Wie wird eine echte Fischvergiftung diagnostiziert?
Diese Diagnose muss medizinisch geschultes Fachpersonal übernehmen. Eine Blutentnahme hilft hier zur Erkennung der im Körper befindlichen Toxine. Auch eine Stuhluntersuchung kann genaueres zur Art der Toxine aufzeigen. Manche Vergiftungen wie z.B. durch Botulinumtoxine lassen ich durch Blut im Kot nachweise.

Wie wird eine Fischvergiftung behandelt?
Eine durch Toxine entstandene Fischvergiftung kann nur durch einen Arzt und in schweren Fällen durch einen Krankenhausaufenthalt wieder in Ordnung gebracht werden. Der Durchfall kann so heftig werden, dass Infusionen mit Nährlösungen notwendig sind. Daneben werden Fieber senkende Mittel verabreicht die der Arzt individuell auf den Patienten anpasst, sowie Gegengifte. Ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist ebenfalls nicht auszuschließen!

Wie vermeide ich eine Fischvergiftung und welche Fischsorten sind vor allem von Toxinen betroffen?
Toxine können sie dem Fisch leider nicht ansehen, die er durch seine Nahrung aufgenommen hat, aber sie können die meisten Fälle von Fischvergiftungen aufgrund alter und nicht frischer Fischprodukte am Fisch selbst erkennen und somit vermeiden. Ein Frischer Fisch hat folgende einfache Erkennbarkeiten seiner Frische:

  • schöne rote Kiemen
  • schleimig glänzende Haut
  • klare Augen
  • gute Festigkeit
  • frisches hellrotes Blut
  • Geruch nach Meer, frischem Wasser und Salz. Nur ganz leicht „fischiger“ Geruch ist Ok

Die meisten Fischvergiftungen von frischen Fischen aufgrund der über die Nahrung aufgenommenen Toxine stammen aus dem pazifischen- sowie indischen Ozean und der Karibik.

Botulintoxin kann vor allem in überlagerten und aufgeblähten Fischkonserven enthalten sein, diese bitte nicht kaufen oder verzehren!



Fazit:
Fischvergiftungen verlaufen unterschiedlich, da sie völlig unterschiedliche Ursachen haben. Viele dieser „einfachen“ Lebensmittelvergiftungen sind somit relativ gut zu überstehen. Die durch Toxine ausgelösten Fischvergiftungen wiederum sind größtenteils von extremen Verläufen begleitet, je nachdem wieviel Fisch gegessen wurde. Egal ob leichte oder schwere Fischvergiftung, suchen sie immer einen Arzt auf und lassen sie sich umgehend behandeln. Wenn ihre Symptome immer schlimmer werden und sie sich die Frage nach „Habe ich eine Fischvergiftung“ nicht mit Sicherheit mit „Nein“ beantworten können, dann zögern sie auch dann nicht fachliche medizinische Hilfe aufzusuchen.
Es könnte ihr Leben retten!

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