Ist Magnesiumstearat unbedenklich oder doch ungesund und schädlich für den Körper? Warum Magnesiumstearat (E 572) so häufig eingesetzt wird

Das Trennmittel bzw. die Rieselhilfe oder auch Fließmittel genannt mit Namen Magnesiumstearat welches auch unter der E-Nummer E572 zugelassen ist, wird sehr häufig vor allem in Pharmazeutika und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Oft wird es auch unter dem Begriff „Magnesiumsalze aus Speisefettsäuren“ in den Inhaltsstoffangaben der jeweiligen Produkte benannt. Dies klingt dann wohl etwas harmloser als E572 oder eben „Magnesiumstearat“, ist jedoch in vielen Fällen exakt das gleiche. Die wenigsten Hersteller von Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und teils sogar Naturheilmitteln in Kapsel- und Pillenform verzichten auf diesen umstrittenen Zusatzstoff, der sogar im Verdacht stehen soll gesundheitliche Probleme bereiten zu können. Darauf möchte ich jedoch näher im Artikel selbst wesentlich ausführlicher eingehen, unterstützt von Quellen und Studienlinks zu Magnesiumstearat. Ich persönliche kaufe ausschließlich Produkte ohne diesen Zusatzstoff und gebe dafür auch gerne etwas mehr Geld aus. Magnesiumstearat ist gesundheitlich sehr umstritten und hält so langsam auch in das Gesundheitsbewusstsein der Konsumenten als eventuell bedenklicher Zusatzstoff Einzug. Fakt ist, man braucht diesen Stoff in den meisten Fällen überhaupt nicht für die Produktion von Kapseln und Pillen oder anderen Formen der Arzneimittel bzw. Nahrungsergänzungsprodukte. Auch in Lebensmitteln ist er völlig unnötig. Ich habe alle meine Nahrungsergänzungsmittel mehrfach auch als Alternative ohne E572 gefunden. Das Magnesiumstearat erledigt für die Hersteller vor allem einen Job sehr gut und zwar als Rieselhilfe, Fliesmittel und gleichzeitig Trennmittel, es macht die Produkte leichter abfüllbar und billiger in der Produktion und soll so auch die Dosierbarkeit und korrekte sowie gleichbleibende Zusammensetzung der Inhaltsstoffe erleichtern. Das Magnesiumstearat ist jedoch ein rein künstlich erzeugtes Produkt, welches man zum einen wie erwähnt im Prinzip gar nicht braucht und zum anderen gegen natürlichere Zusatzstoffe ersetzen könnte. Was die Magnesiumsalze aus Speisefettsäuren im Körper genau anrichten, ist zumindest nach meinem Kenntnisstand bis heute nicht ausreichend erforscht worden, einige Quellen (dazu später mehr) sprechen bei Magnesiumstearat von einem bedenklichen Zusatzstoff, sowie eventuellen Unverträglichkeiten und schädliche Eigenschaften auf den Körper. Es gibt aber auch einige Stimmen die dagegen sprechen, da die beiden Ausgangsstoffe aus denen das Magnesiumstearat besteht, in diesem Falle die Stearinsäure und eben das Magnesium selbst in der Natur zumindest im getrennten Zustand natürlich sehr wohl vorkommen und keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen besitzen.


(Magnesiumstearat befindet sich vor allem in Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsprodukten und sogar in Naturheilmitteln. Mit Natur hat E572 allerdings überhaupt nichts zu tun und kommt in dieser Form in der Umwelt auch nicht vor. Selbst in Lebensmitteln werden die Magnesiumsalze aus Speisefettsäuren eingesetzt, ob E572 dabei nun ungesund ist bleibt offen, einiges soll jedoch dafürsprechen.)



Aus was besteht Magnesiumstearat und wie wird es hergestellt?
E572 besteht aus den zwei in der Natur häufig vorkommenden Stoffen Stearinsäure und Magnesium. Diese liegen im Verhältnis 96:4 d.h. 96 Prozent Stearinsäure und 4 Prozent Magnesium im Endprodukt als dem Magnesiumstearat vor. Das Magnesium wird dabei in Form von Magnesiumsalzen zugeführt wie z.B. Magnesiumsulfat oder klassisch Magnesiumchlorid. Die positiv aufgeladenen Ionen des Magnesiums binden sich mit den negativ aufgeladenen Ionen der Stearinsäure. 2 positiv geladene Ionen (Magnesium) und ein negativ geladenes Ion (Stearinsäure) fügen sich so zusammen. Die Herstellung ist ein künstlicher Prozess, da nur die Ausgangsstoffe in der Natur vorkommen, das Magnesiumstearat selbst an sich jedoch nicht. Genau dieser Grund macht es in den Augen der Kritiker zu einem zu Recht unnatürlichen Stoff, dessen mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit meiner Meinung nach bisher noch nicht abschließend geklärt sind.

Ist Magnesiumstearat pflanzlich bzw. vegan?
Die für die Produktion des Zusatzstoffes verwendeten Speisefettsäuren können sowohl pflanzlicher als auch tierische Natur gewesen sein und müssen nicht deklariert werden. Prinzipiell jedes Magnesiumstearat vegan oder vegetarisch zu bezeichnen ist daher falsch. Jedes Magnesiumstearat in nicht veganer oder vegetarischer Form also mit Ausgangsstoffen tierischen Ursprungs, sollte daher meiner Ansicht nach unbedingt gekennzeichnet werden müssen. Woher sollte sonst ein Veganer oder Vegetarier wissen was er da zu sich nimmt, auch wenn die Mehrheit der Speisefettsäuren pflanzlichen Ursprungs ist?

Magnesiumstearat unbedenklich oder ungesund und schädlich für unsere Körper?
Ob die unnatürliche Kombination aus Stearinsäure aus Speisefettsäuren und Magnesiumsalzen nun ungesund ist oder nicht, darüber wird immer noch hartnäckig gestritten. Nach meinem Kenntnisstand gibt es keine befriedigende Aussage die sowohl dafür als auch dagegenspricht. Ich möchte daher beide Seiten zu Wort kommen lassen. Aus meiner Sicht lehne ich Magnesiumstearat als unnatürliche Verbindung ganz klar sowohl in der Ernährung als auch bei allen Nahrungsergänzungsmitteln und wenn vermeidbar auch Arzneimitteln grundsätzlich ab. Nun aber zum Thema zurück ob ungesund oder eben nicht. Dazu erst einmal die Seite derer die Magnesiumstearat als für unbedenklich hält.

Die Kernaussage ist, dass in offiziellen Studien keine negativen Auswirkungen bei geringem Konsum von Magnesiumstearat am Menschen beobachtet werden konnten. Es handelt sich bei den beiden Ausgangsstoffen aus denen das Magnesiumstearat hergestellt wird um in der Umwelt natürlich vorhandene Stoffe, auch wenn diese in Kombination so nicht in der Natur vorkommen würden und zunächst künstlich miteinander verbunden werden müssen. Die FDA (Food and Drug Administration USA) stuft den Zusatzstoff als in geringem Maße verzehrt ebenfalls als unbedenklich ein. Die Begründung liegt ebenfalls darin, dass die beiden Ausgangsstoffe ohnehin mit der täglichen Ernährung aufgenommen werden und durch die Verstoffwechselung wieder in Magnesium und Stearinsäure aufgespalten und so vom Organismus abgebaut bzw. genutzt werden. Dazu muss man jedoch auch erwähnen, dass diese unnatürliche Kombination von beiden Stoffen sich nach mehreren Hinweisen im Körper anders verhalten könnte als in der natürlichen getrennten Version.

Die zahlreichen Gegner von Magnesiumstearat haben vielfältige Aussagen und Argumente die den Zusatzstoff in ein bedenkliches Umfeld rücken. Hauptgrund ist auch in diesem Fall die unnatürliche Verbindung der beiden Stoffe und dessen verhalten im Körper. Es gibt mehr oder weniger wissenschaftlich begründete Folgen und mögliche gesundheitsschädigende Auswirkungen bei einem Verzehr von Magnesiumstearat, welche sich mit Höhe der Einnahmedosen und Einnahmedauer verstärken sollen. Im Übrigen wird auch hier der Sinn und Nutzen von E572 (außer Geld sparen und billige Produktion) nicht gesehen. Als es noch kein Magnesiumstearat gab, funktionierten Medikamente genauso gut wie heute. Dieses Argument deckt sich auch mit meiner Meinung. Inwiefern die Aussagen zu den gesundheitlichen Folgen des Konsums stimmen könnten, kann ich jedoch nicht beurteilen, da einige davon nicht ausreichend wissenschaftlich geprüft wurden. Unter anderem soll sich Magnesiumstearat folgendermaßen negativ auf den Körper und die Gesundheit auswirken können:

  • Magnesiumstearat und Blasensteine: Bereits 1980 gab es einen Versuch mit Ratten und höheren Dosen E572. Hier zeigte sich eine erhöhte Auswirkung auf die Bildung von Blasensteinen, Studienlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7434368
  • Magnesiumstearat könnte das Immunsystem schwächen: Anfang der 1990er kam es zu einer weiteren Studie in Bezug auf den Zusatzstoff und die T-Zellen im Körper und eine möglicherweise schädigende bzw. zumindest beeinträchtigende Wirkung von Magnesiumstearat auf das Immunsystem, Studienlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1384169/?tool=pubmed
  • Die Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen soll durch Magnesiumstearat verschlechtert oder zumindest verzögert werden können
  • Magnesiumstearat kann bei unsachgemäßer Produktion Verunreinigungen und Giftstoffe aller Art enthalten und wird zudem nicht selten aus genetisch veränderten pflanzlichen Ausgangsstoffen hergestellt. Deren Auswirkungen sind wissenschaftlich noch nicht in Langzeitstudien ausreichend erforscht worden. In der Vergangenheit gab es bezüglich Toxine in Magnesiumstearat einige Skandale, unter anderem wurde extrem giftiges Bisphenol A gefunden!
  • Der Stoff steht zudem im Verdacht Darmproblematiken hervorrufen zu können und durch dünne Schichtbildung des Stoffes an der Darmwand auch hier die Nährstoffaufnahme zu reduzieren

Fasst man alle Pro und Kontra Argumente zusammen, kann ich daraus nur ableiten, dass man den ohnehin völlig unnötigen Stoff einfach meiden sollte. Die Risiken überwiegen hier für mich klar die „Vorteile“, denn meiner Ansicht nach gibt es keine Vorteile von Magnesiumstearat versetzten Produkten im Vergleich zu ihren von Zusatzstoff freien Alternativen. Eventuell nur den Produktpreis, aber das war es dann auch schon. Je weniger denaturierte Stoffe man den Körper zuführt umso besser.

Warum werden weltweit so große Gesamtmengen an Magnesiumstearat in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt?
Hier ist die Antwort recht einfach, wenn man sich die grandiosen Vorteile für die Industrie und die Hersteller bei der Nutzung von Magnesiumstearat genauer ansieht. Der Zusatzstoff ist vor allem eine billige Fließhilfe für Tabletten und Kapseln. Diese können so sehr schnell, effektiv und vollautomaisch in großen Massen hergestellt werden. Alternativprodukte ohne diese Chemikalie sind meist in halbautomatischer Produktion hergestellt worden, oder benötigen ein teureres und arbeitsintensiveres Produktionsverfahren. Daneben können Präparate so auch viel leichter in ihrer Standardisierung der einzelnen Inhaltsstoffe hergestellt werden, auch dies kostet sonst eventuell etwas mehr, wenn man ohne E572 in die Produktion geht. Das Magnesiumstearat macht es also in erster Linie insgesamt wirtschaftlicher, standardisierter und einfacher sowie meist ausschlaggebend auch viel billiger für die Industrie ihre Produkte zu produzieren.



Fazit:
Ich lasse prinzipiell die Finger von allen Produkten mit Magnesiumstearat, auch wenn der Stoff als offiziell unbedenklich gilt. Meiner Meinung nach hat er in einer gesunden und vor allem natürlichen Ernährung nichts verloren. Wenn es passenden Produktalternativen ohne Zusatzstoffe gibt, dann greife ich generell lieber hier zu, nur äußerst selten finden sich auch nach längerer Suche derartige Alternativen nicht. Gerade Nahrungsergänzungsmittel ohne Magnesiumstearat* gibt es inzwischen in großer Anzahl und Vielfältigkeit. Wer sich etwas genauer mit dem Thema beschäftigt, der findet Magnesiumstearat leider sogar in vielen „Naturheilmitteln“ bzw. „Naturprodukten“. Dies finde ich ehrlich gesagt schon ein bisschen abwegig, zwar sind die beiden Ausgangsstoffe aus denen der Zusatzstoff hergestellt wurde meist natürlichen Ursprungs, das Endprodukt jedoch ganz und gar nicht! Noch unnatürlicher wird es, wenn der Speisefettsäurenanteil des E572 aus genetisch veränderten und massiv mit giftigen Pestiziden gespritzten Pflanzen stammt.


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