Ist Vanillin ungesund und aus was besteht das künstliche „Vanille“ Aroma mit Namen „Vanillin“?

Es ist fast überall enthalten, da echte Vanille-Schoten und deren Aroma für die Massenproduktion viel zu teuer sind. Die Rede ist von künstlich erzeugtem Vanillin, um das sich viele Gerüchte aber auch Wahrheiten ranken.
„Vanillin ist aus Holzspänen und Industrieabfällen gemacht, giftig und ungesund“? Was stimmt davon eigentlich? Ist jedes Vanillin, also künstliches Vanille Aroma wirklich ungesund? In diesem Beitrag mehr dazu und natürlich ein Vergleich zur echten Vanille-Schote und ihrem unverkennbares natürlichen Vanillearoma.

Aus was besteht Vanillin nun wirklich?
Vanillin wird heutzutage tatsächlich aus Nebenprodukten und Abfallprodukten der Holz- und Papierindustrie hergestellt. Diese Nebenprodukte der Industrie enthalten die Stoffe „Guajacol“ und „Lignin“. Vanillin kommt bei seinem Produktionsprozess nicht eine Sekunde mit echter Vanille in Berührung und ist durch synthetische Verfahren aus den Ausgangstoffen künstlich hergestellt worden. Vanillin kann auch auf biotechnologischen Weg hergestellt werden. Wird das Vanillin auf diese Art erzeugt, dann darf es als „natürliches Aroma“ auf der Zutatenliste erscheinen. Beim biotechnologischen Verfahren wird das Aroma durch Bakterienstämme und weitere chemische Ausgangstoffe unter anderem auch dem toxischen „Eugenol“ hergestellt. Ein für Zellen sehr schädliches Gift und ein Nebenprodukt von Nelkenöl.

Echte natürliche Bourbon Vanille gegen ungesundes Vanillin
(Ganz natürlich und das mit Abstand beste Vanille Aroma, kommt aus der Schote der Bourbon Vanille. Alles 100 % Natur, aus der Kapselfrucht eines Orchideengewächses der Gattung „Vanilla“.)

Ist künstliches Vanillin Aroma ungesund?
Nachdem klar ist das Vanillin tatsächlich zu größeren Teilen aus Resten der Holz und Papierindustrie hergestellt wird, stellt sich nun die Frage „Ist Vanillin giftig und ungesund?“ Bei den Abfällen der beiden Industriezweige mache ich mir da weniger Gedanken, als bei den biotechnologischen Verfahren und den bedenklichen Ausgangstoffen.
Würden sie Lebensmittel kaufen, auf dem statt „natürliches Vanillearoma“ oder „Vanillin“ folgendes steht „Dieses Produkt enthält Aromen aus Industrieabfällen oder biotechnologisch erzeugten Bakterien, welche zuvor Gifte umgewandelt haben“ Ich würde es sicher nicht kaufen…
Ist Vanillin nun aber schädlich für die Gesundheit? Fakt ist, es gibt weltweit weit über 100 Studien, wissenschaftliche Meinungen und Warnungen die ganz klar sagen „Ja, Vanillin ist ungesund“. Im Gegenzug dazu, gibt es aber auch viele Meinungen die das Gegenteil behaupten, meist jedoch von der Industrie gesponsert oder in Auftrag gegeben. Ethylvanillin ist aktuell das geschmacklich stärkste auf dem Markt verfügbare billig Aroma, welches am meisten in Verruf geraten ist. Leider muss nicht unbedingt ausführlich gekennzeichnet sein, aus was ein Vanillin Aroma in den Endprodukten besteht. Reines Ethylvanillin gilt als Gefahrenstoff und zwar der Gefährdungsstufe +3! Dieser gilt als mutagen, stark krebserregend und Chromosomen verändernd!

Mögliche Nebenwirkungen des Vanillin Konsums für die Gesundheit?

  • Vanillin soll Nervenschäden verursachen
  • Vanillin gilt in einigen Studien als krebserregend
  • Vanillin senkt die Konzentrationsfähigkeit bei hohem Verzehr
  • Vanillin regt den Appetit stark an, was wiederum im Wechsel mit schlechter Ernährung zu Fettleibigkeit und Folgeerkrankungen führt
  • Künstliches Vanillin Aroma kann man gut als billige Masthilfe in der konventionellen Massentierhaltung einsetzten
  • Vanillin überdeckt sehr oft mit seinem Aroma Lebensmittel minderer Qualität, die ohnehin nicht gesund für den Körper sind. So befindet sich Vanillin auch oft zur Geschmacksgebung in billig Mehl und vielen anderen Lebensmitteln.
  • Reines Ethylvanillin ist bei stark überhöhter Dosis sogar tödlich für viele Tiere und letztendlich sogar für den Menschen.

Warum und wo genau wird so massiv Vanillin eingesetzt statt echter Vanille zu verwenden?
Die Antwort auf die Frage nach dem „warum“ ist schnell beantwortet, es ist unfassbar billig im Verhältnis zu echter und somit natürlicher Vanille. Vanillin ist in sehr vielen Produkten enthalten, hauptsächlich aber in folgenden „Lebensmitteln“

  • Schokoladen
  • Kuchen und Backwaren
  • Allgemein Süßigkeiten
  • Eis
  • Fertiggerichte
  • Mehl vor allem niedrigen Typs
  • Gebäck und Kekse
  • Marmelade
  • Brotaufstriche

Der geschmackliche Unterschied von künstlichem Vanillin zu echter Vanille aus der Schote, bzw. korrekt „Kapselfrucht“?
Das ist schwer zu beschreiben, der natürliche Vanillegeschmack ist auf jeden Fall deutlich milder aber facettenreicher als das Kunstprodukt. Um den wirklich eklatanten Unterschied zu schmecken, sollte man sich im Handel einfach ein Vanillezucker-Pulver (aus Vanillin) für einen Milchshake kaufen und einen zweiten Shake mit einer Schote (Kapselfrucht) echter Bourbon-Vanille ansetzten. Der Unterschied ist enorm!

Vanilleschoten von guter Qualität müssen nicht teuer sein, es gibt z.B. sehr hochwertige Vanilleschoten für deutlich unter einen Euro das Stück.

Fazit:
Lebensmittel von allerhöchster Qualität dürften meiner Meinung nach kein Vanillin Aroma enthalten. Ich kaufe keine „hochwertigen“ Produkte mit diesem künstlichen Zusatzstoff, da bringe ich meine Gesundheit lieber nicht in Gefahr, auch wenn natürlich offiziell Vanillin absolut unbedenklich sein soll. Warum dann so viele überzeugende Gegenstudien? Warum der Warnhinweis für den Ausgangstoff in der Chemiebranche? Wer abnehmen will oder Übergewicht hat, der sollte lieber auf diesen Appetitanreger verzichten, er wird nicht umsonst in Masttierfutter eingesetzt! Gerade auch zur Weihnachtszeit sollte man beim Backen von Plätzchen auf Vanillin verzichten und lieber eine echte Bourbon-Vanilleschoten kaufen. Das gilt natürlich für alles Selbstgebackene, aber auch für Puddings und echten Vanillezucker!



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11 Gedanken zu „Ist Vanillin ungesund und aus was besteht das künstliche „Vanille“ Aroma mit Namen „Vanillin“?“

  1. Kein Kommentar, besser Frage.
    Zunächst vielen Dank für Ihre Ausführungen zum „Vanillin“. Nun ist es so, das ich auf „Vanille“ eine Lebensmittelunverträglichkeit entwickelt habe, aber nicht auf Vanillin. Vanillin-Zucker möchte ich in der Weihnachtsbäckerei nun nicht verwenden, da ich Insulinresistent bin und momentan auf Stevia, Xylit oder Yacon-Wurzel zu greife (auch dass nur in sehr geringen Mengen). Nun habe ich mir Vanillin in reiner Form bestellt, finde aber nirgends in welcher Dosierung ich das in der Küche anwenden kann. Z.B. wenn ich Schokolade machen möchte und zum Süssen Honig oder Agavendicksaft nehme und durch Vanillin abrunden möchte, wieviel ich nehmen muss. Können Sie mir helfen? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen

    1. Hallo Reinhart,

      eine interessante Frage, da ich selbst kein Vanillin benutze musste ich erst einmal ausgiebig nachforschen. Für 500 Gramm Schokolade sollte bereits ein halbes Vanillin Aroma Röhrchen ausreichen. Für Pulver bin ich überfragt. Wie viel Vanillin nun eine Vanilleschote ersetzt ist natürlich individuell vom Geschmack des Konsumenten abhängig. Eine echte Vanilleschote enthält nur ca. 2 % Vanillin Aroma natürlichen Ursprungs. Ich würde also mit einem halben Röhrchen beginnen. Dies sind nur wenige Tropfen des Kunstaromas, da dieses viel stärker schmeckt als die natürliche Variante. Wenn Du die Vanille nicht verträgst beim essen, so kannst Du aber mit Hilfe eines sehr feinmaschigen Netzes die Vanilleschote komplett entleeren und mit dem Netz in das Stevie-Pulver für ein paar Tage oder Wochen hängen, es sollte wie bei normalem Zucker funktionieren. So kommt die Vanille nicht in Kontakt mit dem Pulver, gibt aber das natürliche Aroma wunderbar an das Stevia weiter. Ansonsten bleibt natürlich nur der Einsatz von Kunst-„Vanille“

      LG
      Marco

  2. Ich finde das Vanilin schmeckt sehr künstlich, wenn man weiß wie echte Vanille schmecken sollte. Ich persönlich kaufe mir immer die Bio-Schoten von Ruf (gibts im 2er Pack für rund 2 Euro) und wenn ich diese ausgekratzt habe, werfe ich die Schoten in meine Zuckerdose. Die ausgekratzten Schoten haben noch genug Power um den Zucker in der Dose zu aromatisieren. Man muss nur schauen das sie gut verschlossen ist. So macht man sich selbst Vanillezucker, den man zum Backen oder in Shakes verwenden kann und er ist wirklich viel schmackhafter als das Zeugs aus Vanilin.

  3. Hi
    Ich vertrage echte Vanille leider auch nicht (obwohl ich Vanille liebe!). Ich hab aber eine sehr gute Alternative gefunden und das ist“ Tonka-Bohne “ ! Tonkabohnen sind auch sehr aromatisch und dazu noch ergiebisch und dadurch auch nicht teuer. Sie haben ein ähnliches Aroma dass ,beim Backen mit Vanille verwechselt werden kann(auch bei Shakes u Pudding usw. Sehr gut) ! Unbedingt ausprobieren!!!

    1. Ich habe gerade etwas danach gesucht, ich kannte die Bohnen bisher nicht, ich werde mir zum testen diese Tonka Bohnen bestellen, die haben ganz gute Bewertungen bekommen. Ich bin gespannt wie ähnlich der Geschmack dem natürlichen Vanillearoma ist.

      Danke für den alternativen Tipp
      LG
      Marco

  4. Hallo, Marco, Durch Zufall bin ich auf Ihre Seite gestoßen (wollte etwas zu Vanillin wissen). Ich finde Ihre Seite sehr informativ und werde des öfteren hier hineinschauen. Auch schreibe ich gerade an einem Kochbuch zum Landleben in Kalabrien. Dort habe ich den Link zu Ihrer Seite bereits eingefügt.
    Noch ein Tipp zum Thema Vanille-Schoten. Ich kaufe meine Schoten grundsätzlich direkt beim Erzeuger, und zwar bei Madavanilla aus Peutenhausen (bei Augsburg). Die Schwiegereltern von Herrn Terno besitzen in Madagascar einen Vanilleanbau und deshalb sind die Schoten sehr kostengünstig, da vom Erzeuger direkt zum Verbraucher. Die Firma vertreibt nicht nur Vanille, sondern auch Gewürze aus aller Welt. Ich kenne Herrn Terno persönlich, seit er mt seinem Shop angefangen hat, das war vor ungefähr 6 Jahren. Ich kann das Unternehmen nur empfehlen. Hier ist der Link: http://www.madavanilla.de

    Mit lieben Grüßen aus Kalabrien/Süditalien – Eva Bernardi

  5. hallo, bin durch Zufall auf Deine Seite gestoßen. Einfach toll und sehr informativ. Werde in der nächsten Zeit vom Link Gebrauch machen. Vielen herzlichen Dank.

  6. So ein Quark,

    ihr seid euch schon alle bewusst, dass auch in echter Vanille Vanillin drin ist? Auch wenn Vanillin in Lebensmitteln aus dem Reagenzglas stammt, so ist es doch chemisch zu 100% identisch zum Vanillin aus Vanilleschoten. Der geschmackliche Unterschied kommt dadurch, dass in Vanilleschoten noch weitere Aromen vorhanden sind.

    Lasst euch doch nicht immer verarschen Leute…

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