Natamycin E235 ist ein ungesunder Konservierungsstoff der vor allem an Käsesorten wie Raclette oder auch Wurstwaren zu finden ist

Alle Jahre wieder kommt er auf den Tisch, „Raclette Käse“, oder auch die ein oder andere „hochwertige“ Wurstware an den Festtagen. Für viele Verbraucher darf dieser Käse natürlich auch zum Fest nur möglichst wenig kosten. Daher nimmt man meist den billigsten Raclette aus dem Regal, der leider sehr häufig mit einer Schicht des gesundheitlich äußerst bedenklichen und schädlichen Natamycin überzogen ist. Natamycin kurz E235 ist ein besonders ungesunder Konservierungsstoff, der sich in der EU nur an Käse und Wurstwaren befinden darf und für den strenge Grenzwerte auf Grund seiner Bedenklichkeit festgelegt wurden.

Was genau ist Natamycin E235?
Natamycin ist in erster Linie für die Lebensmittelindustrie ein hoch effektiver Konservierungsstoff. Er wird hauptsächlich in der Käseherstellung eingesetzt und sorgt dort in der Rinde dank seiner stark Pilz- und Bakterien hemmenden Wirkung für die Konservierung und gleichzeitig dämpfende Wirkung auf den Gär- und Reifeprozess. Natamycin wird aus einem sogenannten „Actinobacterium“ hergestellt und hat eine extrem starke pilztötende Wirkung. Im Körper verursacht eine mittlere Dosis bereits erste negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Auch in nicht wenigen Medikamenten findet Natamycin auf Grund seiner Wirkung auf Pilzkrankheiten Anwendung.

Käse ohne Natamycin E235
(
Käse ohne ungesundes Natamycin sollte nicht nur bei der Sorte „Raclette“ vorgezogen werden, Alternativen gibt es genug)

Welche Lebensmittel enthalten Natamycin?
In der EU ist der Einsatz von Natamycin E235 nur sehr begrenzt erlaubt. Hier darf eine Anwendung innerhalb strenger Grenzwerte nur an Käse und Wurstwaren erfolgen. Außerhalb der EU gibt es keine Produktbegrenzungen. Hier findet sich Natamycin sogar im Wein wieder und wird somit direkt verzehrt.

Was macht Natamycin so ungesund und schädlich für unseren Körper?
Natamycin ist eigentlich ein medikamentöser Wirkstoff der bei Krankheiten bzw. Pilzinfektionen verwendet wird und bei dessen Behandlungseinsatz auch einige Nebenwirkungen auftreten können. Bereits kleine Überdosierungen von Natamycin haben folgende negative gesundheitliche Auswirkungen zur Folge:

  • Erbrechen
  • Bauschmerzen
  • Darmprobleme
  • Durchfall
  • Krämpfe
  • Starke Übelkeit

Natamycin besitzt wegen seiner hohen Bedenklichkeit strenge Grenzwerte und klare Verbraucherempfehlungen:
Um das Gefährdungspotential für den Verbraucher deutlich zu reduzieren wurden sehr strenge Grenzwerte für E235 eingeführt. Eine maximale Verwendungsmenge von 1 mg/dm2 Natamycin darf nicht überschritten werden, egal ob es nun Käse- oder Wurstprodukte sind, bei denen der Konservierungsstoff Anwendung findet. Bei Käse darf Natamycin nach 5 mm unterhalb der Käserinde nicht mehr nachweisbar sein. Der bedenkliche Stoff muss zudem gekennzeichnet werden und die Rinde sollte ebenfalls ausdrücklich als „Nicht zum Verzehr geeignet“ gekennzeichnet sein. Dies ist allerdings leider nicht immer der Fall, sodass einige Verbraucher ohne es zu wissen den ungesunden Konservierungsstoff mitessen, oder gleich mit den anderen Zutaten auf dem Raclette-Grill zu einer „Chemiesuppe“ erhitzen.

Mein Einsteiger-Buchtipp zum Thema Raclette:
Raclette: Das brutzelt so schön
Auch für Fortgeschrittene mit einigen schönen Ideen das Raclette abwechslungsreicher und geschmacklich vielfältiger zu machen.

Hat jeder Raclette Käse Natamycin in der Rinde?
Nein zum Glück nicht, ich würde sonst wohl nie wieder Raclette essen wenn er diesen „Giftstoff“ enthalten würde. Es gibt einige Raclette und auch andere Käsesorten die ganz ohne E235 auskommen. Raclette ohne Natamycin ist z.B. der Original „Schweizer Raclette Grand Cru“. Dieser kostet zwar etwas mehr als der meisten billigen Raclette Produkte, hat dafür aber keinen derartigen Konservierungsstoff enthalten und dessen Rinde ist ausdrücklich zum Verzehr geeignet.
Doch Vorsicht, auch „hochwertiger“ und teurer Käse kann dieses Konservierungsmittel beinhalten. Ideal ist übrigens Bio-Käse, bei dem der Einsatz dieses ungesunden Zusatzstoffes per Gesetz verboten ist.



Fazit:
Natamycin ist ein Stoff der definitiv in Lebensmitteln nicht sein müsste. Ein guter Käsemeister kommt auch ohne diesen Zusatzstoff bei seiner Käseproduktion aus. Die Schweizer Käsehersteller sind hier trotz des Preises in den meisten Fällen klar zu bevorzugen, genau wie die vielen guten Bio-Produzenten am Markt. Gerade die Franzosen setzen Natamycin aber noch großzügig ein, weshalb gerade französische Raclette oft mit diesem Stoff überzogen ist.
Ein deutlicher Abschnitt der Rinde ist wärmstens zu empfehlen, wenn man solche Produkte unbedingt verzehren möchte. Ich würde mehr als die empfohlenen 5 mm unterhalb der Käserinde wegschneiden!

Dieser Beitrag hat Dir gefallen?
Dann freue ich mich sehr, wenn Du ihn teilst.
Vielen Dank!
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.