Schadstoffgeprüfte Massivholzmöbel oder billiges Spanplatten-Mobiliar?

Leider finden heutzutage dank dem teils übersteigerten „Preisbewusstsein“ der Verbraucher immer mehr Möbel aus kostengünstigen, geleimten Pressspanblatten ihren Weg in die heimischen Wohn-, Schlaf- und Esszimmer. Massivholzmöbel sind hingegen zwar auch heute noch gut gefragt, finden aber in Zeiten von Möbeldiscountern, Möbelhausgiganten und schnelllebigen Trendeinrichtung einen viel zu geringen Stellenwert in der Verbrauchergunst. Selbstverständlich sind die billigen zusammengeklebten Spanplatten einer der Hauptgründe für den niedrigen Endpreis solcher Produkte. Von echtem „Preisbewusstsein“ kann hier allerdings keine Rede sein, denn man kauft sich hier in der Regel kein echtes und vor allem hochwertiges Möbelstück. Oftmals ist genau das Gegenteil der Fall. Es sind nur Pressspanmöbel, noch dazu in oft minderer Qualität zu im Grunde dann viel zu teuren Endpreisen. Nicht selten sind diese Möbelstücke dann auch mit erheblicher Schadstoffbelastung durch Chemikalien in Leimen, Lacken, Farben und den Platten selbst behaftet. Auch bei sehr günstigen oder komplett ungeprüften Massivholzmöbeln kann dies natürlich ebenfalls der Fall sein. Vor dem Preis sollten der wahre Wert eines Möbelstückes, sowie dessen Unbedenklichkeit in Sachen möglicher Schadstoffe immer an erster Stelle stehen.

Massivholz gegen Presspan-Möbel was ist besser
(Massivholz ist extrem langlebig und je nach Behandlungsgrad weniger anfällig für Nässe und andere Umwelteinflüsse. Wichtig ist allerdings vor dem Kauf genau wie bei allen anderen Möbelstücken auf eine sorgfältige Laborprüfung auf mögliche Schadstoffe durch Holzschutzmittel, Pflanzenschutzmittel, Formaldehyd und anderen Chemikalien zu achten und sich gegebenenfalls sogar einen schriftlichen und geprüften Laborbericht der Messwerte zeigen zu lassen.)

Schriftliche Schadstoffprüfungen und wissenschaftlich fundierte Labornachweise sind gutgläubigem Verkäufervertrauen immer vorzuziehen!
Sicherlich ist nicht jeder Verkäufer der seine Möbel als absolut unbedenklich und frei von Schadstoffen anpreist ein Betrüger. Manchmal existieren aber keine hausinternen oder externen zuverlässigen Prüfungen auf giftige Chemikalien und es wird sich rein auf Herstellerangaben verlassen. Ein so als „unbedenklich“ angepriesenes Möbelstück kann sich also ganz schnell trotz bestem Gewissens des Verkäufers als Giftschleuder im Wohnraum entpuppen. Daneben gibt es natürlich auch die schwarzen Schafe im Handel, die einfach nur verkaufen wollen und somit nahezu alles als absolut Unbedenklich anpreisen. Ideal ist es also, wenn man ich ein Unternehmen sucht, bei dem zusätzliche Laborkontrollen und offiziell verfügbare Testergebnisse vorliegen. Es gibt hier einige Anbieter, unter folgendem Link kann man zum Beispiel ausführliche Schadstoffnachweisberichte der Firma „Allnatura“ ansehen, welche gezielt ökologische Möbel vertreibt. Ausführlicher habe ich bisher solche Berichte bei keinem Händler im Netz gefunden.

Zu finden unter:
https://www.allnatura.de/schadstoffe_tests/schadstoff-pruefungen/regelmaessige_pruefung/pruefkriterien.html

Es ist interessant und gleichzeitig auch ziemlich beunruhigend auf was hier alles geprüft wird und mit was man somit bei ungeprüften Möbeln überall im Wohnraum oder auch am Arbeitsplatz in Kontakt kommen kann. Bei manchen Giften sind derartige Prüfberichte absolut angemessen. Meiner Meinung nach sollten diese zur Pflicht für alle Möbelstücke weltweit werden. Solange dies nicht gesetzlich festgelegt ist, kann man beim Möbelkauf aktuell nur zwischen Billigware, Vertrauen, oder eben echter geprüfte Qualität wählen. Letzteres sollte man also unbedingt immer vorziehen. Hier noch ein weiterführender Artikel, den ich vor einige Zeit ebenfalls zu diesem Thema geschrieben habe:
Schadstoffe in Möbeln, wie gefährlich und gesundheitsschädlich sind diese Wohngifte?

Spanplattenmöbel vs. Massivholzmöbel, die grundlegenden Unterschiede
Abgesehen von möglichen Schadstoffen, gibt es natürlich in Sachen grundlegende Qualitätsmerkmale große Unterschiede zwischen den „günstigen“ Pressspanplattenmöbelstücken und echten Massivholzprodukten. Die größten Unterschiede sind sicherlich neben dem Preis folgende:

  • Pressspanplatten quellen bei Wasserkontakt sehr schnell auf, Massivholz nur minimal und nur unter längerer Feuchtigkeitsaussetzung
  • Pressspanplatten sind geklebte Holzspäne und enthalten neben Klebstoffen in der Regel mehr Chemie als natürliches Massivholz oder geleimtes Massivholz aus Massivholzplatten
  • Pressspanplatten müssen aufgrund ihrer Anfälligkeit gegenüber Flüssigkeiten mit künstlichen Beschichtungen überzogen werden, bei Massivholz reicht sogar schon ein gutes Holzpflegemittel oder auch eine dünne durchsichtige Lackschicht bzw. Versiegelung
  • Massivholz aus Eiche, Buche oder anderen Bäumen ist in der Regel reines Holz, kein unbekanntes Holzgemisch wie es bei Spanblatten meistens der Fall ist
  • Massivholz ist natürlich und offenporig und sorgt so für ein besseres Raum- und Wohnklima. Es kann atmen, Spanplatten können dies nicht
  • Massivholz ist extrem stabil und langlebig, vor allem für schwere Regale, Aquarienschränke und Betten ist es bestens geeignet um absolute Stabilität zu gewährleisten. Pressspanblatten halten nicht so viel aus wie Massivholz und können, wenn sie wie z.B. bei einem Aquarienschrank durch Wasser angegriffen wurden sogar komplett brechen! Sicherheitstechnisch ist in diesem Fall Massivholz die bessere Wahl
  • Die Verarbeitung von Massivholz wird mit deutlich weniger Chemie als bei geklebten Leimplatten aus Pressspan vollzogen, dies schont die Umwelt
  • Massivholzmöbel wirken optisch schöner und edler und sind in der Regel einfach viel hochwertiger, als die mechanisch und chemisch zusammengepressten Billigmöbelteile aus Pressspanplatten.

Massivholz gewinnt klar in der Kategorie Langlebigkeit, welche Hölzer werden in der Möbelherstellung am häufigsten eingesetzt?
Jedes Holz hat seine Besonderheiten und spezifischen Merkmale in Sachen Langlebigkeit, Qualität und Anwendungsbereich. Der Preis ist natürlich ebenso unterschiedlich, während solide Nadelhölzer noch eher im unteren Preissegment angesiedelt sind, werden hochwertige Eichen- oder Kirchhölzer deutlich mehr kosten. Am teuersten sind seltene exotische Regenwaldgehölze, welche aber allein schon aus Umwelt- und Artenschutzgründen nicht gekauft werden sollten!
Hier eine kurze Liste der am häufigsten eingesetzten Gehölze:

  • Ahorn
  • Birke
  • Buche
  • Eiche
  • Eibe
  • Esche
  • Erle
  • Fichte
  • Kastanie
  • Kiefer
  • Kirchbaum
  • Linde
  • Lärche
  • Tanne

Informiert Euch genau vor dem Möbelkauf, wer „billig“ kauft, der kauft oft mehr als zweimal!
Beim Möbelkauf steht bei vielen Verbrauchern, wie bei fast allen Dingen des täglichen Gebrauchs oftmals ausschließlich der Preis im Vordergrund, dies hat zur Folge, dass nicht selten die günstigsten und teilweise auch mit Schadstoffen am stärksten belasteten Spanplattenmöbel, oder auch Discount-Massivholzmöbel Einzug in die heimischen Wohnzimmer finden. Bereits nach wenigen Jahren oder ersten Schäden, muss dann oft noch ein zweites oder drittes Mal eine neue Wohneinrichtung herhalten. Dies kostet unterm Strich dann letztendlich deutlich mehr, als wenn man sich gleich etwas Richtiges und somit langlebiges, geprüftes Massivholzmöbel gekauft hätte. Zudem sieht ein echtes Massivholzprodukt natürlich einfach besser aus. Der Umwelt kommt es auch nicht gerade zugute, wenn alle paar Jahre die Wohnungseinrichtung entsorgt wird, vor allem wen es sich um chemisch stark belastete Möbelstücke handelt.

Sollte man Massivholzmöbel besser im Internet kaufen oder im klassischen Möbelhaus?
Es macht unter bestimmten Umständen durchaus Sinn, auch sonst eher beratungsintensive Möbel nicht im Möbelhaus, sondern im Netz zu bestellen. Für mich gibt es dazu mehrere Gründe:

  • Einfache Lieferung, kein Eigentransport nötig
  • Bessere und Größere Auswahl
  • Schnelleres Einkaufen
  • Schadstoff-Prüfzertifikate sind bei guten Händlern einfach abrufbar
  • Oftmals guter Support, sowohl fachlich per Telefon als auch per Mail vorhanden
  • Übersichtlichere und umfangreichere Daten als in den meisten stationären Geschäften verfügbar
  • Es ist natürlich auch bequemer, als unzählige Möbelhäuser abzufahren und die Sortimente stundenlang zu begutachten

Echtholzmöbel bieten ein naturnahes Wohnklima:
Wie weiter oben schon erwähnt ist der Wohnkomfort mit Echtholz-, bzw. Massivholzmöbeln deutlich besser, als mit dem beschichteten Spanplatten-Mobiliar. Der Geruch der Hölzer ist ebenfalls sehr angenehm, selbst nach Jahren bleibt es so deutlich wohnlicher und wärmer im Haus. Wir wohnen ebenfalls mit viel natürlichem Holz um uns herum, da unser komplettes Wohnzimmer reine Massivholz-Zimmermans Arbeit ist. Das komplette ausgebaute Dach besteht aus Eichen- und Nadelholzbalken. Eine schöne warme und hochwertige Atmosphäre, die sicherlich in der Anschaffung etwas mehr kostet, aber Jahrzehntelang, wenn nicht sogar Jahrhunderte hält.



Fazit:
Ich würde Massivholz immer einem Pressspanmöbel vorziehen. Gerade der Umwelt- und Gesundheitsgedanke spielt neben dem deutlich höheren Wohnkomfort eine tragende Rolle. Wenn ich Massivholzmöbel kaufe, dann verzichte ich bewusst auf die geklebten und mit Kunststoffen überzogenen Platten vom Möbeldiscounter. Auch das Massivholz selbst sollte natürlich unbedingt auf mögliche Schadstoffe geprüft sein. Denn nur, weil es sich um ein Massivholzmöbelstück handelt, heißt dies noch lange nicht, das dessen Qualität und Umweltverträglichkeit ebenfalls gut ist. Es ist also wichtig sich vor dem Kauf viel Zeit zu nehmen, gegebenenfalls Schadstoffanalysen der Hersteller bzw. Händler zu prüfen und erst dann seine Kaufentscheidung zu treffen.

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