Sind Panikattacken, Angstzustände, Schlafstörungen mit Schweißausbrüchen sowie Unruhe durch eine Antibiotika Einnahme möglich?

Den Nebenwirkungen auf den Beipackzetteln von Antibiotika und anderen Medikamenten wird leider oft viel zu wenig Beachtung geschenkt. Ich möchte hier einen persönlichen Erfahrungsbericht meiner psychischen Nebenwirkungen durch ein Antibiotikum schildern. Vorab muss ich aber unbedingt darauf hinweisen, dass bei etwaigen Nebenwirkungen, egal ob körperlicher oder psychischer Natur sofort ein zuständiger Facharzt aufgesucht werden sollte. Ich möchte und darf natürlich keine medizinische Beratung leisten, daher gebe ich nur meine persönliche Erfahrung und Meinung zum Thema „Antibiotika kann Panikattacken, Angstzustände, Schlafstörungen und schwere Unruhe auslösen“ ab. Diese möglichen Nebenwirkungen sind im Übrigen keine Einbildung, sondern stehen auch explizit so in den gesetzlich vorgeschriebenen Beipackzetteln der betroffenen Medikamente. Auch hier kann nur ein Arzt oder Apotheker Auskunft geben, zudem sind die möglichen Nebenwirkungen bei jedem Anwender völlig unterschiedlich, teilweise gibt es im besten Fall auch gar keine negativen Auswirkungen bei der Einnahme von Antibiotika. Da die meisten Menschen nur von den„klassischen“ und äußerst häufigen Nebenwirkungen wie Bauschmerzen, Durchfall und Erbrechen geplagt werden, möchte ich aus meiner Sicht von den teils viel schlimmeren und ebenfalls möglichen psychischen Nebenwirkungen von Antibiotika berichten. Diese sind mir bei der Einnahme gegen einen möglichen Borreliose Erreger aufgrund von sechs Zecken die mir nach einem Waldspaziergang hängengeblieben sind aufgetreten. Ich hatte zuvor weder solche Panikattacken, noch Angstzustände oder derartig heftige Schlafstörungen mit Schweißausbrüchen.

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Hier also mein persönlicher Erfahrungsbericht und psychischer Verlauf bei der Anwendung von Antibiotika aus der Klasse der „Tetracycline“. Bei medizinischen Fragen dazu, ist auch in diesem Fall ausschließlich ein zugelassener Arzt oder Apotheker Euer Ansprechpartner. Ich bitte daher um Verständnis, dass ich auch hier aus gesetzlichen Gründen nur meine persönliche Meinung und meinen eigenen Erfahrungen mitteilen darf!

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(Nicht nur die Antibiotika der Klasse der „Tetracycline“ können nach den offiziell angegebenen Nebenwirkungen ihrer Beipackzettel zu schweren psychischen Problemen führen. Es gibt Antibiotika die nicht „nur“ erhebliche Angstzustände, Panikattacken und massive Schlafstörungen sowie starke Unruhe hervorrufen können, sondern sogar unter Umständen in seltenen Fällen depressive Zustände bis hin zu Selbstmordgedanken erzeugen.

Warum musste ich überhaupt Antibiotika einnehmen?
Ich nehme normalerweise bei gewöhnlichen Krankheiten kein Antibiotika, denn oftmals wird es meiner Meinung nach auch völlig ohne Sinn verschrieben, z.B. wenn man eine Viruserkrankung hat. In diesem Fall ist ein Antibiotikum wirkungslos, denn es wirkt nur gegen Bakterien. Ich hatte vorher seit über 10 Jahren keine Antibiotika mehr zu mir genommen. Leider hatte ich mir im Wald gleichzeitig sechs Zecken geholt. Es waren sogar noch mehr, welche sich allerdings noch nicht festgesaugt hatten. Ich muss wohl in ein „Nymphen-Nest“ an Kleinzecken geraten sein. „Nymphen“ nennt man die winzigen und noch sehr jungen Zecken. Manche waren auch etwas größer. Wer das Problem und die Gefahren bei Zeckenstichen kennt, der weiß von dem Risiko der glücklicherweise eher seltenen FSME (virusbedingt, also Antibiotika ohne Sinn) eine „Frühsommermeningitis“ oder auch gefährlichen Hirnhautentzündung und der weitaus häufigeren Borreliose (bakteriell bedingt, wichtig bei Bestätigung des Erregers zum Arzt und Antibiotika nehmen!). Letztere war meine Sorge und bei einer Diagnose dieser Krankheit würde wohl jeder Arzt zu Antibiotika raten, denn Borreliose-Erreger sind je länger sie im Körper verweilen kaum wieder weg zu bekommen und können langfristig vor allem wenn die Krankheit unbehandelt bleibt zu heftigen gesundheitlichen Konsequenzen führen, welche sogar in schweren Behinderungen enden können. Deshalb sollte jeder auffällige Zeckenstich sofort durch einen Termin bei einem Facharzt geklärt werden! Insbesondere wenn sich ein roter Rand um die Einstichstelle bildet, oder später rote Stellen aus unerklärlichen Gründen am Körper auftreten! Sofort zum Arzt!
Auch wenn ich kein Freund von Antibiotika bei jeder Krankheit bin, in diesem Fall kann es einem die Gesundheit und ein späteres gesundes Leben retten. Nachdem ich alle Zecken entfernt hatte, juckten drei der sechs Stiche, was eigentlich bei Zeckenstichen nicht normal ist. Zudem waren sie mir zu Rot und die Gefahr bei sechs Zecken in einem Gebiet mit erhöhter Borreliose Wahrscheinlichkeit einfach viel zu hoch. Somit hat mir mein Arzt ein „Tetracycline Antibiotikum“ verschrieben. Also griff auch ich zur harten Medikamenten-Keule.

Wie war meine psychische Ausgangssituation vor der Einnahme?
Vor der Einnahme hatte ich gerade meine drei Wochen Urlaub beendet, die ich mit einem „erholsamen“ Waldspaziergang abschließen wollte. Nunja…
Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich beruflich sehr stark gefordert bin und schon vorher durch hohen Stress und Belastung psychisch angegriffen war. Ich denke das ist erwähnenswert, da solche Nebenwirkungen diese Zustände wohl verstärken könnten. Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube es war bei mir der Fall. Was ich vorher allerdings nicht hatte, waren Angstzustände, schwere Schlafstörungen oder sogar ständige direkte Gedanken um Krankheit und Tod. Trotzdem konnte man meinen Zustand  vor der Antibiotika Einnahme stress- und belastungsbedingt sicher als deutlich Angeschlagen bezeichnen. Ob und wie das bei anderen Menschen wirkt, keine Ahnung, es ist einfach ein persönlicher Erfahrungsbericht den ich schreiben möchte und ganz individuellen Auswirkungen auf mich hatte. Liest man sich während der depressiven „Dauerangst und Panik“ allerdings im Netz etwas ein, dann findet man unzählige ähnliche Fälle mit gleichen Nebenwirkungen.

Meine persönlichen psychischen Erfahrungen bei der Einnahme von einem Antibiotika der „Tetracycline“ über 10 Tage

  • Die erste Nacht nach der Einnahme:
    Sehr depressiv verstimmt, geheult über Stunden, dachte ich drehe durch, Schlaf? Fehlanzeige
  • Tag 2-3 der Einnahme
    Depressiv, Heulanfälle, selbst nicht wiedererkannt, völlig fertig und müde, extreme Schweißausbrüche und Angst. Schlafzeit in der Nacht 1-2 Stunden. Gedanken an das Ende…
  • Tag 4-5 der Einnahme
    Depressive Stimmung etwas besser, weniger am Heulen, trotzdem noch ständig Gedanken an Krankheit und Tod, extrem Unruhe, innerliche Panik. Arzt besucht ob ich nicht besser absetzten sollte, Antwort nein, besser zu Ende nehmen wegen Borreliose Gefahr da Einnahmezeit zu kurz.
  • Tag 6-7 der Einnahme
    Stimmung etwas besser, trotzdem noch ständig Krankheitsgedanken, ich war kurz davor noch eine Risikolebensversicherung abzuschließen?! Schlaf endlich wieder mehr als 3-4 Stunden. Depressive Stimmung zurückgegangen, nachts noch heftige Schweißausbrüche, teilweise Angst vor dem Schlafengehen selbst.
  • Tag 8-10 der Einnahme
    Endlich Besserung, allerdings Sodbrennen, was bei Antibiotika aber eine häufige Nebenwirkung ist. Ich konnte auch mal wieder mehr als 6 Stunden schlafen. Schweißausbrüche und depressive Gedanken zurückgegangen. Angstzustände und Panik ebenfalls endlich merklich am Abklingen.
  • Nach der Einnahme:
    Bereits nach zwei Tagen nachdem ich das „Tetracycline-Antibiotika“ abgesetzt hatte, wurde mein Schlaf wieder viel besser und ich konnte zum ersten Mal wieder mehr als 8 Stunden schlafen. Mit jedem Tag nahmen die depressiven Verstimmungen weiter ab, Angst und Panik gingen bei mir ebenfalls deutlich zurück. Zwischendurch fragte ich mich, was ich da so alles gesagt hatte die letzten Tage und wo ich eigentlich war, wer ich bin…. Jeder weitere Tag nach der fristgerechten Absetzung brachte Besserung. Jetzt über einen Monat später machen mir nur noch die Gedanken an diese zwei schlimmen Wochen ab und zu etwas Angst und Unruhe. Schlafen kann ich nachts wieder wie vorher. Wenn ich Zeit habe auch mal 12 Stunden problemlos am Stück.

Würde ich trotz der Nebenwirkungen bei einer Borreliose Gefahr wieder Antibiotika nehmen?
Antibiotika sind eine sehr gute Erfindung/Entdeckung für wirklich ernsthafte Krankheiten. Ich würde es wieder nehmen, da eine Borreliose einem langfristig die ganze Gesundheit ruinieren kann. Für einfach Krankheiten oder gar Grippeinfektionen die auf VIREN beruhen, würde ich persönlich nie Antibiotika nehmen. Fragen sie hierzu ruhig auch mal einen guten Arzt, der würde bei einer reinen Virusinfektion gegen die Viren wohl keines empfehlen, da es eben gegen diese nicht wirkt. Es würde höchstens Sinn machen, wenn der Körper geschwächt ist und sich gleichzeitig noch Bakterien eingefangen hätte. Auch diese Entscheidung bleibt natürlich den Ärzten vorbehalten und ist lediglich meine Meinung.

Welche Nebenwirkungen ich auf den Beipackzetteln diverser Präparate gefunden habe
Ja, ich weiß das viele Menschen sich nicht die Beipackzettel von Medikamenten durchlesen möchten. Sinnvoll wäre es aber auf jeden Fall. Selbst mein Arzt wusste nichts von „Unruhe“ und „Angstzuständen“ bevor ich ihn nicht die Packungsbeilage gezeigt hatte. Ich erwarte auch nicht das er es weiß, er verschreibt schließlich hunderte Medikamente in der Woche, also mach ich ihm sicher keinen Vorwurf. Unter anderem habe ich auf verschiedenen Antibiotika Beipackzetteln (nicht nur bei „Tetracycline“) folgende mögliche Nebenwirkungen gefunden:

  • „Unruhe“
  • „Schlafstörungen“
  • „Angstzustände“
  • „Panikzustände“
  • „Schweißausbrüche“
  • „psychische Nebenwirkungen (aufgeschlüsselte in einzelne Arten)“
  • „Depressionen“
  • „Suizidgefährdung!“

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(Bei diesem Beipackzettel eines Antibiotikums wird beispielsweise auf „Unruhe“ und „Angstzustände“ hingewiesen.)

Was soll man bei solchen Nebenwirkungen von Antibiotika unternehmen?
Sofort zum Arzt gehen und den Beipackzettel mitnehmen und beachten! Nur der Arzt kann in einem solchen Fall entscheiden ob man das Antibiotikum nun absetzt, wechselt, oder fertig einnimmt. Selbstversuche sollte man unbedingt vermeiden und auf keinen Fall dubiose „Ersatzmedikamente“ über das Internet beziehen! Das kann sonst ganz üble Konsequenzen haben! Generell ist jede Nebenwirkung besser sofort zu melden und zu besprechen, allein schon aus eigenem gesundheitlichen Interesse.

Panikattacken und Angstzustände machen umso mehr Angst und Panik, wenn man nicht weiß warum so etwas mit einem gerade passiert!
Wenn man plötzlich zum ersten Mal richtige Angstzustände und Panikattacken durchlebt und nur noch denkt verrückt zu werden, dann macht das zunächst natürlich noch mehr Angst. Die Angst ernährt die Angst, die Panik ernährt die Panik. Man bekommt praktisch sogar Angst vor der Angst. Vorher hätte ich mir so etwas nicht ausdenken können und kann mir nun gut vorstellen wie schlimm das sein muss, wenn man diese Zustände über Jahre mit sich herumschleppt. Deshalb kann ich Euch aus eigener Erfahrung sagen, dass es eben auch mal an Medikamenten liegen kann und nicht immer eine psychische Erkrankung sein muss. Ich weiß, das dies vielleicht nicht unbedingt hilfreich für Euch ist, wenn ihr gerade so etwas durchmachen müsst, aber vielleicht reduziert es Euch die „Angst vor der Angst“ etwas, wenn ihr wisst, dass es möglicherweise „nur“ eine Nebenwirkung sein könnte. Wenn Euch der „normale“ Arzt nicht mehr weiterhelfen kann, dann ist es absolut keine Schande sich zusätzlich Hilfe von einem Psychologen geben zu lassen, insbesondere, wenn sich die Gedanken in Richtung „verrückt werden“ und „Tod“ drehen. Geht bitte SOFORT zum Arzt und lasst Euch einen Termin bei einem guten Psychologen geben.



Fazit:
Ich habe meinen Antibiotika „Psycho-Horrortrip“ glücklicherweise gut überstanden und bin sehr froh darüber. Bei wirklich schlimmen Krankheiten oder einer erhöhten Chance sich einen ganz üblen Erreger eingefangen zu haben, würde ich es persönlich sicher wieder nehmen. Geht bitte zum Arzt, wenn sich Nebenwirkungen zeigen, nicht nur wenn es sich dabei um psychische Auswirkungen handelt, sondern generell IMMER! Antibiotika sind keine lockeren und harmlosen Medikamente. Sie werden nur leider inflationär und meiner Meinung nach teilweise auch völlig sinnlos und unverantwortlich eingesetzt. Vom Menschen einmal abgesehen werden sie auch massiv bei unseren Nutztieren in der Massentierhaltung auf teilweise selbstverständliche Art und Weiße fast wie harmloses Futter verwendet. Es gibt kaum ein Geflügel das nicht vollgepumpt mit unzähligen Antibiotika ist. Die Menschheit setzt gerade diese wichtigen Medikamente viel zu unkontrolliert und respektlos ein. Es entstehen so immer mehr resistente Keime und Krankheiten bei denen selbst modernes Antibiotika kaum oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr anschlägt. Antibiotika kann sowohl körperlich als auch psychisch erhebliche Nebenwirkungen haben, dass sollte vor der Einnahme immer klar sein, vor allem wenn man mal wieder bei einer Virusinfektion solche Medikamente verschrieben bekommt. Für die eigene Entscheidung für oder gegen Antibiotika, ist es meiner Meinung nach besser alles genau zu hinterfragen und lieber einen weiteren Arzt zu konsultieren und von diesem eine zweite Meinung einzuholen.

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