Traditionelle Kräuter gegen Gelenkschmerzen und Rheuma

Besonders morgens können die Gelenke schmerzen und zu Steifheit neigen. Das Aufstehen aus dem Bett und der Gang ins Bad werden so umso schwieriger. Bei Rheuma oder anderen Gelenkbeschwerden gilt es deswegen nicht nur die Ursache zu bekämpfen, sondern zeitnah auch die Schmerzen zu lindern, damit Betroffene wieder mit mehr Schwung und Freude in den Tag starten können. Nicht nur Medikamente helfen gegen Rheuma, auch heilsame Kräuter können als wirksame Unterstützung beim Kampf gegen Gelenkschmerzen eingesetzt werden. Im Beitrag findet sich daher eine vielfältige Auswahl natürlicher Heilkräuter, die gegen Rheuma und Co. zum Einsatz kommen können. Selbstverständlich sollten sie natürlich zuerst einen Arzt aufsuchen, der sich ihr Krankheitsbild genauer unter die Lupe nimmt. Natürliche Kräuter können unterstützend wirken, halten sie jedoch vorher Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker.


(Die Brennnessel ist eine klassische und altbekannte Heilpflanze, deren Wirksamkeit seit Jahrhunderten bekannt ist. Man kann sie vielfältig einsetzten und ohne Probleme auch in Smoothies verwenden, wie z.B. in diesem Artikel. Dabei kann der Körper auf ein ganz großes und breites Spektrum an gesunden Nähstoffen zugreifen)



Rheuma & Co.: Gegen welche Gelenkschmerzen können traditionell angewandte Kräuter helfen?
Gelenkschmerzen sind nicht gleich Gelenkschmerzen: Viele Ursachen können dazu führen, dass es in den Gelenkverbindungen schmerzt und knirscht. Es nehmen oft mit zunehmendem Lebensalter die Gelenkflüssigkeit und die Knorpelschicht, welche die Knochen im Gelenk schützen ab, sodass eine unangenehme Reibung innerhalb des Gelenks entstehen kann. Ebenfalls können Erkrankungen oder Risikofaktoren wie Rheuma, Gicht, Arthritis, Sehnen- oder Schleimbeutelentzündungen, Übergewicht oder Fehlbelastungen Beschwerden in den Gelenken verursachen. Es ist daher wichtig, dass zuerst ein Arzt eine korrekte Diagnose stellt und ihnen dann bei den entsprechenden Heilmitteln in Ihrem individuellen Fall Vorschläge machen kann, bevor sie mit einer Selbsttherapie beginnen.
Besonders oft von Schmerzen betroffene Stellen sind das Knie, der Rücken, hier häufig die Hals- oder Lendenwirbel, die Finger- und Zehengelenke. Auftretende Symptome sind dann nicht selten nur Schmerzen, sondern auch Rötungen, Steifigkeit und Fehlbelastungen, sowie Muskelverspannungen, welche aus den Schmerzen resultieren. Gegen diese Gelenkbeschwerden haben sich bestimmte Kräuter, wie Arnika bei Schmerzen traditionell in der Naturheilkunde als hilfreich bewährt.

Welche Kräuter können gegen Gelenkschmerzen als Möglichkeit zum Einsatz kommen?
Bevor Schmerzmittel oder Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen des Gelenkapparats entwickelt wurden, war die Natur die beste und einzige Apotheke. Gegen Gelenkschmerzen, beispielsweise bei Rheuma, werden traditionell folgende Kräuter eingesetzt:

  • Die Brennnessel:
    Wertvolle Inhaltsstoffe dieses Krauts sind Flavonoide, Carotinoide, Vitamine und Mineralsalze: Die Brennnessel hat richtig angewandt die Eigenschaften entwässernd und entzündungshemmend zu wirken.
  • Weidenrinde:
    Die in der Weidenrinde enthaltenen Salicylsäureverbindungen sind ein leichtes natürliches Schmerzmittel.
  • Ringelblume:
    Innerlich angewandt kann die Ringelblume aufgrund ihrer Inhaltsstoffe (zum Beispiel Flavonoide, Saponine) belebend und entzündungshemmend wirken. Äußerlich verwendet stillt sie Schmerzen und stärkt das Gewebe. Sie wird oft auch in vielen Cremes und anderen Kosmetika aufgrund ihres pflegenden und entzündungshemmenden Charakters eingesetzt.
  • Arnika:
    Die gelbblühende Pflanze enthält ätherisches Öl, Gerbstoffe und Flavonoide und bekämpft Entzündungen bei Gelenkschmerzen. Zudem hat das Kraut einen abschwellenden Effekt.
  • Rosmarin:
    Das aromatische Küchenkraut Rosmarin mit seinem enthaltenen ätherischen Rosmarinöl soll eine durchblutungsfördernde Wirkung haben und wird deshalb als Stärkungsmittel bei Gelenkbeschwerden als hilfreich angesehen.
  • Heublumen:
    Heublumen bestehen aus mehreren Pflanzen, zum Beispiel Quecke oder Lieschgras. Ätherische Öle und Cumarine in den Blumen können ebenfalls dazu beitragen den Schmerz zu lindern und wirken gleichzeitig entspannend.

Die genannten Kräuter werden heutzutage als nebenwirkungsarme Unterstützung der medikamentösen Therapie, zum Beispiel bei Rheuma angewandt, oder als Hausmittel gegen leichte Gelenkschmerzen eingesetzt. Viele Kräuter gegen Gelenkschmerzen können in der Apotheke in hoher Qualität gekauft werden, wenn eine Wildsammlung aufgrund des Wohnortes, oder auch aus fehlender Erfahrung nicht in Frage kommt.

Wie können Kräuter gegen Gelenkschmerzen verwendet werden?
Tinktur, Badezusatz, Tee: Die Verwendungsmöglichkeiten von Heilkräutern gegen Gelenkschmerzen sind vielfältig und variieren je nach optimaler Wirkung auf die zu behandelnden Stellen. Manche Kräuter helfen innerlich am besten, einige eher äußerlich. Diese Zubereitungsformen haben sich bei bestimmten Kräutern bewährt:

  • Tee:
    Heiße Aufgüsse werden zum Beispiel aus Brennnessel-Blättern oder Weidenrinde hergestellt. Weidenrinden-Tee sollte rund zehn Minuten ziehen, bei Brennnesseln genügen fünf Minuten.
  • Badezusatz:
    Ein Aufguss aus Heublumen oder Rosmarin kann zum Baden verwendet werden. Hierfür 500 Gramm Heublumen mit 3-4 Liter Wasser übergießen und 30 Minuten ziehen lassen, dann dem Badewasser zugeben.  Oder Sie nehmen 50 Gramm Rosmarin auf 1 Liter Wasser.
  • Tinktur:
    Tinkturen aus Arnika, Ringelblume oder Rosmarin werden äußerlich auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Mischen Sie hierfür 250 Gramm der Blüten mit 500 Millilitern Alkohol (zum Beispiel Weingeist) und lassen Sie die Mischung an einem sonnigen Platz 3-4 Wochen stehen. Im Anschluss filtern und die fertige Tinktur in eine dunkle Flasche füllen.
  • Mithilfe der Tinkturen können Sie mehrmals am Tag Umschläge um die schmerzenden Gelenke machen. Hilfreich ist es manchmal, Kräuteranwendungen gegen Gelenkschmerzen mit Wärme zu kombinieren. Geben Sie über einen Wickel mit Arnika-Tinktur beispielsweise eine Wärmflasche oder bestrahlen Sie die Stelle zusätzlich mit Rotlicht.


Fazit:
Für Gelenkbeschwerden ist die Vielfalt an Heilkräutern aus der Natur sehr groß und in vielen Fällen nebenwirkungsärmer als chemische Medikamente. Trotz allem sollten sie bei entsprechenden Symptomen oder Beschwerden einen Arzt aufsuchen, da Gelenkprobleme sehr individuell sein können und zuerst andere Krankheiten ausgeschlossen sein sollten, die gegeben Falls schmerzend auf die Gelenkstrukturen wirken. Eine Diagnose kann hier also nur medizinischen Fachpersonal stellen, eine Unterstützung mit natürlichen Heilmitteln steht aber nach Rücksprache mit ihrem Arzt in der Regel nichts im Wege. Viele dieser auf traditioneller Kräuterheilkunde basierenden Medikamente sind in der Apotheke frei erhältlich und als wirksam getestet. Zusätzlich Wildkräuter einzusetzen, oder auch einen Blick auf in diesem Fall meiner Meinung nach passende Nahrungsergänzungsmittel wie z.B. MSN (Methylsulfonylmethan) zu werfen ist sinnvoll. Auch bei den freiverkäuflichen Arzneimitteln und bei vielen Kräutern sollte immer die Packungsbeilage und mögliche Nebenwirkungen berücksichtigt werden. Salicylsäureverbindungen in Weidenrinde werden z.B. nicht von jedem Menschen problemlos vertragen und können allergische Reaktionen hervorrufen.

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