Wann soll man Kompost ausbringen?

Der ideale Zeitpunkt Kompost auszubringen, ist in der alten Fachliteratur mit Herbst/Spätherbst angegeben. Auch die Mönche in den alten Klostergärten, sowie unzählige Generationen Bauern handhabten dies so. Die Frage ist aber, ist es korrekt Kompost im Herbst auszubringen, nur weil es so viele Generationen vorher auch schon getan haben?

Die Unterschiede Kompost im Früher, gegen Kompost im Herbst sind folgende:

Kompost im Herbst Vorteile:

  1. Der Kompost kann im Winter komplett durchfrieren, was einige Parasiten und Krankheitserreger töten wird.
  2. Der Kompost wird von seiner Struktur durch den Frost viel feine rund bröckliger.
  3. Der Kompost wird über den Spätherbst/Winter zwar sehr langsam von Würmern und Bodenorganismen weiter verarbeitet, steht aber dann nach kurzem glatt ziehen im Frühling sofort den Pflanzen bereit.

Kompost im Herbst ausbringen Nachteile:

  1. Leider werden im Winter einige Nährstoffe aus dem frischen Kompost ausgetragen, dies geschieht hauptsächlich dadurch, dass im Spätherbst bzw. Winter mehr Wasser zugeführt wird, als von der Erde aufgenommen werden kann. Starke Regen sind eher negativ für den frisch ausgebrachten Kompost.
  2. Die Nährstoffe der Komposterde werden teilweise noch von Pflanzen aufgebraucht, für die sie eigentlich nicht bestimmt waren, da einige Arten auch zur kalten Jahreszeit wachsen und deren Wurzeln selbstverständlich auch noch weiter Nährstoffe aufnehmen.


Nehmen wir die Natur als Beispiel, so ist der Herbst die beste Wahl für die Düngung der Beete mit Kompost. Warum? Was macht unsere Natur im Herbst? Sie lässt die Blätter fallen, die einjährigen Pflanzen sterben und daraus entsteht der natürlichste Kompost der Welt. Im Winter verrottet er und steht im Frühling wieder den Pflanzen zur Verfügung.

Also sollte man den natürlichen Zyklus zur Kompostausbringen nutzen. Sprich Kompost gehört normalerweise im Herbst ausgebracht.

Komposterde
(Foto) Schöner, gut gereifter Kompost zur Ausbringung im Herbst

Schauen wir uns aber noch die Vorteile und Nachteile des Frühjahr Komposts an.

Kompost im Frühjahr Vorteile:

  1. Der Kompost ist voller Nährstoffe und nicht ausgewaschen, die Nährstoffkonzentration ist somit bei der Ausbringung im Frühjahr am höchsten.
  2. Der Kompost kann frisch eingearbeitet werden und es können über Winter keine Nährstoffarmen- oder mit Nährstoffen übersättigte Bereiche im Beet entstehen, wie es oft durch starke Wasserausspülungen geschehen kann.

Kompost im Frühjahr Nachteile:

  1. Der Kompost kann insbesondere bei Thermokompostern Krankheitserreger für Pflanzen und eine hohe Anzahl von Schädlingen und deren Eier und Larven enthalten, da diese im warmen Komposter überwintern können.
  2. Die Konsistenz der Komposterde ist etwas fester, als wenn sie im Winter durchfrieren konnte.
  3. Der Kompost muss relativ früh eingebracht werden, insbesondere wenn man Ende Februar, Anfang März schon das erste Frühgemüse säen will wie z.B. Radieschen, oder Möhren. Kommt es dann zu starken Regenfällen, hat man denselben negativen Effekt wie bei Winter Kompost.
  4. Die Natur macht es uns vor, wann man den Kompost ausbringen soll. Frühlingskompost ist relativ unnatürlich, wobei unsere Art des Anbauens im Garten ohnehin nicht ganz der Natur entspricht.

Fazit: Ich trage den meisten Kompost im Herbst aus, dies zum einen, weil es die Natur so vormacht und zum anderen, weil ich dadurch direkt im Frühling bereit bin zu säen und zu pflanzen, ohne vorher Kompost ausbringen zu müssen. Ein weiterer Vorteil ist die gute Struktur der Komposterde und die Verarbeitung der Erde durch die Natur über den Winter. Die Anzahl der Krankheitserreger und Parasiten im Boden sind auch niedriger. Grundsätzlich gebe ich trotzdem, auch im Frühling und Sommer etwas gut gereifte Komposterde in mein Gemüsebeet, da ich auf alle künstlichen Dünger verzichte und auf natürliche Weise viel Ertrag haben möchte.

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2 Gedanken zu „Wann soll man Kompost ausbringen?“

  1. Also ich kann nicht ganz nachvollziehen dass die Natur im Herbst Humus ausbringen soll!?! Richtig ist, dass im Herbst Laub fällt und Pflanzen absterben. Aber erst dann setzt die Fermentierung und Verrottung ein. Die Nährstoffe der wieder in den natürlichen Kreislauf kommenden Biomasse steht noch nicht mal im Frühjahr wieder zur Verfügung. Das dauert schon etwas länger je nach Art des Pflanzenmaterials und der Umgebungsbedingungen.

    Was wirklich Sinn macht, ist ein kontinuierlicher Aufbau der Humusschicht. Im Frühjahr Komposterde ausbringen, im Herbst die Beete mit etwas Grasschnitt und Laub gemischt abdecken. In der Vegetationsperiode immer oberflächlich etwas Mulch aufbringen (Brennnesseln etc. ) so dass nie die Erde heraus schaut. Dann baut sich über Jahre eine durchaus natürliche, lockere und fruchtbare Humusschicht auf. In Abständen kann man auch etwas Mist dünn ausbringen.

    1. Hallo Mischa,

      das ist korrekt, die pflanzlichen Reste die vor dem Winter entstehen brauchen erst bis Ende nächsten Frühjahres, bis sie zu einer ersten guten und nährstoffreichen humusähnlichen Schicht gewandelt wurden. Ich bringe dennoch meinen Kompost bereits im Herbst und einen kleinen Teil dann nochmals kurz vor Aussaat bzw. Bepflanzung meiner Beete im Frühling aus. Der Kompost ist allerdings dann schon mindestens 1 Jahr „gereift“, was dem natürlichen Prozess dann nicht mehr ganz entspricht.

      LG
      Marco

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