Was bedeutet bei Kartoffeln „nach der Ernte behandelt“?

Oft liest man auf den Etiketten von Kartoffelsäcken, dass die Kartoffeln nach der Ernte behandelt wurden.

Was aber bedeutet „Nach der Ernte behandelt“ genau?

Kartoffeln die nach der Ernte behandelt wurden, werden mit verschiedenen Keim-, sowie Schimmelhemmungsmitteln behandelt. Beide Chemikalienarten, sind natürlich absolut ungesund, weswegen man die Schale bei behandelten Kartoffeln in keinem Fall essen sollte!
Die am häufigsten bei Kartoffeln eingesetzten Chemikalien lauten: Chlorpropham, Imazalil und Thiabendazol.

Frühkartoffeln behandelt oder unbehandelt
(Frühkartoffeln sind meistens nicht nach der Ernte mit Chemikalien behandelt worden, eine Garantie gibt es dafür jedoch nicht, ideal ist es unbehandelte Bio Kartoffeln zu kaufen!)

Sind nach der Ernte behandelte Kartoffeln gesundheitsschädlich?

Hauptsächlich wird bei behandelten Kartoffeln der Stoff Chlorpropham eingesetzt, welcher im Verdacht steht Krebswachstum zu begünstigen. (laut neuester EG-Einstufung)!
Der Stoff hat bei Kontakt/Einnahme ein erhebliches gesundheitsgefährdendes Potential.
Auch die anderen Chemikalien die eingesetzt werden, sind teils stark gesundheitsgefährdend, wenn man sie zu sich nimmt.
Teilweise finden sich die Giftstoffe auch in Kartoffelchips, oder Pommes wieder.



Müssen Kartoffeln die mit Chemikalien behandelt wurden gekennzeichnet sein?

Das deutsche Gesetzt sieht vor, dass auf allen Kartoffelnetzen, Plastikverpackungen und Säcken, sowie auch loser Ware ein Etikett, oder Schild mit dem Aufdruck „Nach der Ernte behandelt“ zwingend anzubringen ist.

Wie können sich die Chemikalien auf der Schale von behandelten Kartoffeln auf die Gesundheit auswirken?

Da hauptsächlich das gesundheitlich sehr bedenkliche, sowie umweltschädliche Chlorpropham eingesetzt wird, kann es zu folgenden Nebenwirkungen, insbesondere bei hohem Konsum (mit Kartoffelschale) kommen:

  1. Krebswachstum
  2. Augen und Hautprobleme
  3. Nervenschäden
  4. Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Erbrechen
  5. Probleme mit den Atmungsorganen

Gibt es Umweltschäden durch Chlorpropham auf Kartoffelschalen und im landwirtschaftlichen Einsatz?

Chlorpropham wirkt in der Natur ebenfalls gesundheitsschädlich auf Fische, Amphibien, Weichtieren und Kleinstlebewesen.
Im Boden baut es sich nur über Wochen langsam ab.

Sollte ich den Kauf von behandelten Kartoffeln vermeiden?

Meine Meinung dazu ist ganz klar: Ja sollten Sie!
Zwar geht natürlich von offizieller Stelle keinerlei Gefahr von diesen Kartoffeln aus, da die eingesetzten Mengen Chlorpropham sehr niedrig sind, aber das ist mir egal.
Der Stoff ist absolut ungesund, außerdem werden noch weitere Stoffe wie Imazalil und Thiabendazol eingesetzt, die auch nicht gerade förderlich für die Gesundheit sind!
Wenn ich daran denke, dass ich das Thema „Nach der Ernte behandelt“ vorher noch gar nicht kannte und die Kartoffeln mit dem Dreck auf der Schale teilweise mit Schale gegessen habe, dann wird mir schlecht.

Selbst wenn nur wenige Mikrogramm von Chlorpropham und Co an den Schalen kleben würden, dann würde ich diese Produkte trotzdem nicht mehr kaufen.
Warum sollte man sich unnötigen Risiken aussetzen, wenn es auch unbehandelte Kartoffeln gibt?

Das ist aber nur meine Meinung.
Offiziell sind die Produkte natürlich völlig ungefährlich, wenn man sie gut abwäscht und die Schale entfernt.
Das ist trotzdem kein Grund für mich bei dieser Ware zuzugreifen.

Sollten Sie behandelte Kartoffeln erworben haben, dann waschen Sie diese extrem gut und lange, schneiden Sie die Schale komplett und großzügig von den Kartoffeln ab!

Woher bekomme ich Kartoffeln, die nicht nach der Ernte behandelt wurden?

Dazu gibt es mehrere Quellen:

  1. Die besten Kartoffeln kommen aus dem eigenen Garten, ganz ohne Chemie und sonstige Gifte, ohne Einsatz von Kunstdünger.
  2. Bio Kartoffeln dürfen ebenfalls nicht nach der Ernte behandelt werden.
  3. Frühkartoffeln und echte Spätkartoffeln, die auf Grund ihrer dickeren Schale zur Einlagerung geeignet sind, haben sehr oft keinen Behandlungshinweis und sind chemiefrei.
  4. Wohnen Sie auf dem Land, fragen sie einfach bei einem örtlichen Kartoffelbauern nach.
    Oft bekommt man hier gute Sorten, die nicht nach der Ernte behandelt wurden.

Es lohnt sich hier auch mehr Geld auszugeben, statt dem Giftrisiko der behandelten Kartoffeln ausgesetzt zu sein.
Wichtig ist auch, niemals Kartoffeln ungewaschen zu schälen, da man sonst mit der Klinge des Messers die Chemikalien der Kartoffelschale in die Kartoffel selbst überträgt.

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3 Gedanken zu „Was bedeutet bei Kartoffeln „nach der Ernte behandelt“?“

  1. Danke für Ihr Engagement! Aber eine Berichtigung:
    Die Kartoffeln sind auch nach dem Waschen und Schälen nicht giftfrei, denn das Chlorpropham ist auch IN der Knolle nachgewiesen worden, auch in weiterverarbeiteten Produkten, z.B. Pommes.
    Viele Grüße
    Bernd Pietruck.

    1. Hallo Bernd,

      das ist absolut korrekt, lediglich die Menge ist ein wenig reduziert. 100 % sauber bekommt man solche Gift-Knollen leider wirklich nicht mehr

      Gruß
      Marco

  2. Äh, danke;
    hätte ich mal vorher sehen sollen, denn – manch einer der Discounter hat v.a. jene Kartoffeln „nach der Ernte behandelt“, die üblicherweise ein Plastik eingepackt sind – und zwar ungefähr alle 😀
    Damn…

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