Was essen Pescetarier und was ist Pescetarismus für eine Ernährungsform?

Was sind eigentlich Pescetarier? Vegetarier light? Pescetarismus ist eine eigene Ernähungsform, die sich in den Grundsätzen zu 95 % mit denen eines Vegetariers deckt und sich nur in einem signifikanten Punkt unterscheidet.
Pescetarier sind im Prinzip nichts anderes als Vegetarier die zusätzlich Fisch als tierisches Produkt essen. Fleisch und Wurst sind in dieser Ernährungsform nicht vorgesehen. Wie die beiden Gruppen der Veganer und Vegetarier, wächst auch die der Pecetarier beständig.
Der allgemeine hohe Fleischkonsum wird somit aktuell nur noch von der zahlenmäßig sinkenden Gruppe der „Allesessern“ gehalten, die zwar weniger wird, dafür aber immernoch sehr viel Fleisch konsumiert.

Der Begriff für einen Vegetarier der Fisch isst?
Woher kommt das Wort Pescetarier bzw. Pescetarismus?
Das Wort Pescetarier klingt irgendwie wie eine Krankheit, zumindest ist es nicht so „klangvoll“ wie Vegetarier oder Veganer. Das Wort leitet sich aus „piscis“ dem lateinischen Wort für Fisch ab.

Gibt es auch Pescetarier die zusätzlich andere tierische Produkte essen?
Die meisten „Fischesser“ unter den „Vegetariern“, essen natürlich auch andere Meeresfrüchte. Nur sehr Wenige konsumieren weitere tierische Produkte wie Schmalz oder Gelatine. Die meisten Gelatinen sind tierischen Ursprungs und werden somit aus den Leichenteilen von Tieren hergestellt. Siehe auch den Bericht:
Aus was besteht Gelatine, in Gummibärchen und anderen Lebensmitteln

Pescetarier und Fisch und pflanzliche Nahrung als primäre Ernährungsweise
(Frischer Fisch wie er frischer nicht sein könnte, hier direkt von einem Riff während unseres Malediven Urlaubes in Form von „Red Snapper“ gefangen. Ein Paradies für einen „Fast-Pescetarier“ wie meine Frau und mich. Fisch statt Fleisch ist deutlich besser für die Gesundheit, vor allem wenn man damit rotes Fleisch in der Ernährung ersetzt. Das Foto habe ich auf „Kuredu Island Resort & Spa“ kurz vor dem Abendessen gemacht, mehr zum Hotel gibt es auch auf HolidayCheck)

Ist die Ernährung eines Pescetariers gesund?
Ich bin wie gesagt kein 100 % Pescetarier, esse aber sehr viel Fisch und Meeresfrüchte anstelle von Fleisch, insbesondere rotem Fleisch. Die meisten Fischarten sind sehr gesund und Fleisch um Welten überlegen, was die ernährungsphysiologische Zusammensetzung betrifft. Selbstverständlich gibt es hier auch Ausnahmen unter den Fischsorten, die auf Grund hoher Schadstoffbelastungen in Form von Quecksilber und anderen Schwermetallen lieber nur in sehr geringem Maße oder am besten gar nicht konsumiert werden sollten. Darunter fallen z.B. Fische wie Schwertfisch und Thunfisch, sowie andere große Raubfische, die sich am Ende der Nahrungskette befinden.
Die Basis dieser Ernährung aus Obst, Gemüse und Getreidesorten ist ebenfalls hervorragend für eine gesunde Lebensweise geeignet und versorgt den Körper mit allen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen.
Auf einen zusätzlicher Bedarf an Nahrungsergänzungsmitteln, wie z.B. bei sehr vielen Veganer in Form von Vitamin B12, kann somit komplett verzichtet werden.

Für den Einstieg in eine fischreichere Ernährung, kann ich folgendes Buch mit sehr leckere Rezepte und hochwertiger Bebilderung empfehlen:
Weber’s Seafood: Die besten Grillrezepte mit Fisch

Warum Fisch so gesund ist?

  • Fisch enthält Jod in seiner absolut natürlichen Form
  • Fisch ist Vitamin- und Mineralstoffreich
  • Fisch enthält deutlich weniger gesättigte Fettsäuren als rotes Fleisch, insbesondere Schweinefleisch
  • Fisch ist reich an gesunden Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren
  • Fisch ist leicht verdaulich und liefert hochwertige Eiweise
  • Fisch enthält große Mengen Selen, in Form von „Selenat“, welches in tierischen Produkten vorkommt und oft langfristig Mangelerscheinungen bei Veganern verursacht, die nicht auf eine ausreichende Zufuhr von Selen achten.


Wie umweltfreundlich ist Pescetarismus?
Wenn man seinen Fisch aus Wildfänge oder aus Bio Aqua-Farmen bezieht, stellt diese Tierhaltung den geringsten Belastungsfaktor überhaupt dar und wird nur noch von der Insektenzucht übertroffen. Fleisch aus billiger Massentierhaltung ist hingegen ein extrem umweltzerstörender Faktor auf unserem Planeten und nicht vergleichbar mit Fischfang und Aquafarmen, die auf Nachhaltigkeit setzen.
Verzichten sollte man jedoch trotzdem auf überfische Arten, einige Thunfische wie z.B. der Blauflossenthunfisch gehören bei ihrem jetzigen Bestand einfach nicht mehr auf den Teller! Ohnehin sollte man den Thunfisch auf Grund seines hohen Schwermetallgehaltes nur bedingt essen, auch wenn es sich um eine nicht überfischte Art dieser Gattung handeln sollte.
Als „Monatsdosis“ bzw. maximale Konsummenge von Thunfisch im Monat, würde ich auch aus wissenschaftlich kontrollierten Beständen und Endprodukten nie mehr als 500 Gramm dieses Fisches im Monat zum Konsum empfehlen!

Wie viele Pescetarier gibt es weltweit?
Weltweit gibt es hierzu nur Schätzungen, die allerdings von 120 Millionen bis 300 Millionen Menschen reichen, Tendenz stark steigend. Viele davon kommen allerdings auch aus Gebieten in denen die wirtschaftlichen Gegebenheiten einfach nur Fischfang und die Ernährung durch Obst und Gemüse zulassen. In den Industrieländern steigt die Zahl der Pescetarier jährlich deutlich an, da vor allem immer mehr Allesesser den Wahnsinn der Massentierhaltung nicht mehr mitmachen möchten und einen Weg in eine gesündere Ernährung suchen, welche aber nicht auf tierische Produkte verzichtet.

Fazit:
Pescetarismus ist eine der gesündesten Ernährungsformen überhaupt. Pescetarier haben neben Vegetariern die im Durchschnitt höchste Lebenserwartung und die besten Gesundheitswerte. Der Pescetarismus übertrifft diese Werte im Vergleich zum Vegetarismus leicht, da die Nährstoffversorgung durch Fisch eben einfach noch einen Tick besser ist als ohne. Insbesondere sind frühzeitige Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen durch eine sehr fischreiche Ernährung und damit hoher Verfügbarkeit von Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren deutlich geringer. Vegetarier können dies aber teilweise durch den Konsum von gesunden Ölen gut ausgleichen. Dazu aber mehr im Beitrag:
Die gesündesten Pflanzenöle

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