Wie bringe ich meinem Kind bei freiwillig aufs Töpfchen zu gehen?

Vor ein paar Jahren hätte ich wohl nicht gedacht, einen Beitrag über das Thema „Wie bekomme ich mein Kind dazu aufs Töpfchen zu gehen“ zu schreiben. Jetzt als Papa ist das ein Pflichtthema und in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich, denn immer mehr Kinder kommen in die Kita bzw. den Kindergarten und können nicht einmal auf ein Töpfchen gehen.
Früher war es Pflicht, dass ein Kind vor der Aufnahme in einen Kindergarten „sauber“ war, sprich ein Töpfchen oder eine Toilette benutzen konnte.
In der heutigen Zeit, wo kaum noch Zeit für Kinder da ist und sich einige Eltern teilweise gar nicht mehr groß damit beschäftigen wollen, sinkt die Anzahl der Kinder die solche „Grundfunktionen“ überhaupt können deutlich. Wann soll denn auch Zeit sein, wenn Kinder schon mit 6 Monaten in die Kita abgedrückt werden, teilweise unfreiwillig, weil einfach das Geld ohne den Vollzeitjob fehlt, um zu Hause zu bleiben und sich selbst um die Kinder zu kümmern. Dazu gehört eben auch die Frage: „Wie schaffe ich es, dass mein Kind freiwillig ein Töpfchen benutzt ohne in einem Heulkrampf zu enden“

Die grundlegenden Vorraussetzungen, damit Ihr Kind überhaupt ein Töpfchen nutzt:
Alter des Kindes ab 1+/1,5 Jahre und geduldige und liebevolle Eltern, die sich Zeit nehmen und eben nicht abgestresst sind. Es gibt einen Unterschied zwischen sich „Zeit zu nehmen“ oder einfach ein Programm abzuspielen, welches in 30 Minuten beendet sein muss. Zeit nehmen heißt hier „soviel Zeit man eben braucht“.
Das weitere Equipment sollte natürlich auch stimmen, versetzen sie sich immer in das Kind! Würden sie in einem kalten Bad auf eine billige Toilette gehen wollen, vor der sie Angst haben müssten runter zu fallen, oder das sie unter ihnen zusammenbricht?
Wohl eher nur im Notfall.

Kind beibringen auf das Töpfchen zu gehen
(Ein gemütlicher Ort, um einem Kind das „Töpfchen gehen“ beizubringen, warm (mindestens 20 Grad), sauber, rutschfest, gut ausgestattet im Bad bei den Eltern. Das Kind geht da sein Geschäft verrichten, wo es auch die „Großen“ tun, bei unserem Sohn löst das Stolz aus,  wenn man es ihm erklärt, was so natürlich ein guter zusätzlicher Motivator ist.

Ausstattung Nummer 1 – Das richtige Töpfchen, bequem und vor allem sicher!
Am Töpfchen hapert es schon meistens, wenn das Kind einfach nicht drauf will und jede Bitte dazu verneint. Ein Töpfchen darf ruhig etwas kosten, billiges dünnes Plastik, hässliches Aussehen und wenig Halt für das Kind schrecken eben ab. Würden sie auf eine Toilette gehen, auf der nicht mal eine Klobrille aufliegt und die Toilette sich unter dem Gewicht verzieht? Sicher nicht, deshalb sollte man zu einem guten und hochwertigen Töpfchen greifen, welches all diese Funktionen erfüllt und auch nachher für die Eltern leicht zu reinigen ist. Wir haben uns für diesen Topfstuhl für Kinder entschieden, da er vor allem Halt, Sicherheit und eine „Rückenlehne“, sowie „Seitenlehnen“ zur Unterstützung bietet. Das passende Töpfchen sollte aber individuell gewählt werden, sehr große Kinder würden in dieses wohl eher nicht reinpassen. Es gibt allerdings noch weitere unzählige Töpfchenmodelle. Kaufen sie das, was ihrem Kind gefällt und worauf es sich wohl fühlt. Das erste Töpfchen ist oftmals nicht das Letzte, was sie kaufen werden.

Ausstattung Nummer 2 – Einen sauberen gemütlichen Ort und Wärme
Welcher Erwachsene geht schon gerne in ein schmutziges Bad bei 14 Grad Umgebungstemperatur? Das die Sauberkeit stimmen sollte, dürfte selbstverständlich sein, noch wichtiger ist die Umgebungstemperatur. Wenn ein warm eingepacktes Kind aus seiner Kleidung ausgepackt und ohne schützende Windel auf ein kaltes Töpfchen in einer kühlen Umgebung gesetzt wird, ist die Rebellion zu Recht vorprogrammiert! In der Nähe einer schön warmen nicht zu heißen Heizung ist es wohl am gemütlichsten.

Ausstattung Nummer 3 – Kaufen sie ein „Wie man ein Töpfchen benutzt Buch“ für Kinder
Es gibt extra für Kinder schön gemachte Bilderbücher, wie und warum ein Kind sein Töpfchen benutzen sollte. Zwei Beispiele hierfür sind „Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr“ oder auch „Wieso? Weshalb? Warum? Zähne putzen, Pipi machen„. Letzteres Buch finden meine Frau und ich Top, sehr hochwertig und durch die Bebilderung „echter“ Menschen statt Tiere auch realitätsnäher. Was einem Kind dann letztendlich besser gefällt, haben die Erwachsenen schließlich nicht zu entscheiden. Auf jeden Fall sind die Bücher von Ravensburger für uns bisher die mit Abstand beste Wahl, nicht nur für das „Lernen aufs Töpfchen zu gehen“. Wir sind halt auch nicht die Eltern die Begriffe wie „Schnulli, Wauwau, Dudu und ähnliche „Wörter“ inflationär verwenden.

Ausstattung Nummer 4 – Absolute Rutschfestigkeit des Töpfchenstandorts!
Stellen sie sich vor sie sitzen auf einem Klo und es rutscht langsam unter ihnen weg? Diese Vorstellung bzw. Realität ist für Kinder umso schlimmer, denn sie haben keine Jahrzehntelange Erfahrung und setzen sich die ersten Male ihres Lebens auf ein solch „unnatürliches“ Ding. Hat das Töpfchen oder der Untergrund auch nur die geringsten Rutscheigenschaften, sollte allein schon aus Sicherheitsgründen eine Antirutschmatte untergelegt werden. Fällt ihr Kind sonst von seinem Töpfchen, wird das eine sehr negative Erfahrung werden, die zur Verweigerung jeglichen Versuchs eines neuen Töpfchengangs führen kann.



Ausstattung Nummer 5 – Dieser Punkt kostet gar nichts, ist am aller wichtigsten und benötigt einfach nur Liebe und Zeit
Heutzutage ist es traurig, dass oftmals kostenlose Ressourcen wie Liebe und Zeit von vielen Eltern weniger aufgewendet werden als Geld. Nur sehr selten gehen Kinder zu Beginn von sich aus einfach so aufs Töpfchen.
Machen sie ihrem Kind Mut dazu, erklären sie ihm alles ganz genau, zur Not auch zwanzig oder dreißig Mal, sagen sie ihm immer wieder, dass sie sehr stolz auf diese Leistung sind, sagen sie es so, dass es ihr Kind versteht. Bleiben sie immer absolut ruhig und sanft, wenn sie ihr Kind zu solchen neuen Herausforderungen bewegen wollen, zwingen sie es niemals, werden sie nicht laut oder schimpfen sie mit ihrem Kind, nur weil es jetzt nicht auf das Töpfchen gehen will. Eine friedliche Erziehung dauert manchmal länger, ist aber nachhaltiger und schädigt nicht das Verhältnis zu Eltern und Kind. Radikale Maßnahmen wie das Kind so lange sitzen zu lassen bis es klappen muss oder gar mit Entzug von Spielzeug oder Essen zu drohen sind absolut nicht mehr zeitgemäß und waren es auch nie! Wenn der Gang aufs Töpfchen geklappt hat, dann loben sie ihr Kind, zeigen sie echten Stolz, spielen sie erst recht danach mit ihm, oder geben sie ihm eine Kleinigkeit zum Naschen. Das Kind sollte mit dem Gang aufs Töpfchen etwas Positives verbinden und sehen, das es auch die Eltern glücklich und Stolz macht. Ganz gut kommt auch immer, dem Kind zu sagen wie groß und schlau es nun ist, es ist schließlich die Wahrheit, denn dieser „kleine“ Entwicklungsschritt ist für ein Kind nicht einfach selbstverständlich und muss erlernt werden.

Fazit:
Für die perfekte Ausstattung um sein Kind „freiwillig“ aufs Töpfchen zu bringen kommt man ohne Probleme unter 40 Euro weg. Viel wichtiger ist aber was wirklich zählt, behutsames Vorgehen, sehr viel Zeit und Ruhe, sowie Einfühlungsvermögen, was man in einer guten Erziehung aber immer haben sollte!

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