Habe ich eine Fischvergiftung? Symptome, Inkubationszeit, Verlauf und Behandlung echter Fischvergiftungen

Eine Fischvergiftung durch absolut frischen Fisch? - Auch ein gerade erst gefangener Fisch, kann in seltenen Fällen und unter bestimmten Umständen und Herkunftsregionen eine echte Fischvergiftung auslösen. Diese Art der Lebensmittelvergiftung hat nichts mit der Frische der Ware zu tun, sondern wird über verschiedene Toxine ausgelöst, allen voran durch Fische und Meeresfrüchte, welche aus warmen Meeresregionen stammen.

Fischvergiftung oder gewöhnliche Lebensmittelvergiftung? Welche Symptome bekommt man bei einer echten Fischvergiftung und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es gegen diese? Viele Menschen haben es schon erlebt, man sitzt gemütlich im Restaurant oder nimmt an einem schönen Grillabend teil, isst dabei ein „leckeres“ Fischgericht oder auch Meeresfrüchte und hat einige Zeit später Magen- Darmprobleme. Oft kreisen dann schnell die Gedanken um eine Fischvergiftung im Kopf des Betroffenen umher, welche aber in den meisten Fällen eine gewöhnliche Lebensmittelvergiftung darstellt und eben nicht durch gefährliche Toxine ausgelöst wurde. Eine Fischvergiftung ist jedoch nicht immer gleich, denn es gibt mehrere Arten dieser Lebensmittelvergiftung. Der Fisch muss im Übrigen gar nicht schlecht bzw. verdorben gewesen sein, er kann absolut Top frisch aus dem Wasser kommen, direkt auf dem Grill zubereitet werden und dann auf dem Teller landen und trotzdem bekommt man unter Umständen eine echte Fischvergiftung. Mehr dazu und wieso dies auch bei frischen Fischprodukten der Fall sein kann, findet ihr in diesem ausführlichen Beitrag. Sollte der Verdacht oder die Anzeichen einer solchen schweren Lebensmittelvergiftung aufkommen, dann geht bitte sofort zu einem Facharzt! Mit einer echten Fischvergiftung ist nicht zu spaßen, denn sie kann im schlimmsten Fall tödlich enden, dies gilt auch für gewöhnliche Lebensmittelvergiftungen ohne dafür verantwortliche Fisch- oder Algentoxine!


(Eine echte Fischvergiftung wird umso wahrscheinlicher je wärmer die klimatischen Bedingungen der Lebensräume sind, aus denen die Fische kommen. Bei Hering und Matjes, sowie Lachs, Kabeljau (Skrei), Seelachs, Pangasius oder auch Scholle ist meist eine Lebensmittelvergiftung durch verdorbene Ware der Auslöser der vielseitigen möglichen Symptomatiken. Exoten wie Red Snapper, Drachenköpfe oder Papageifisch lösen eher die typischen durch Toxine verursachten Krankheitsverläufe aus. Letztendlich kann jedoch nahezu jede Fischart unter bestimmten Umständen die echt Fischvergiftung auslösen!)



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Fischvergiftung ist nicht gleich Fischvergiftung, es gibt unterschiedliche Arten!
Jährlich haben viele Konsumenten in Deutschland sowohl von Fleisch als auch Fisch „einfache“ Lebensmittelvergiftungen, z.B. weil die Keimzahlen auf den Lebensmitteln zu hoch war, weil sie zu warm wurden, überlagert sind, oder erste Verwesungserscheinungen auftreten. Auch Parasiten und gefährliche Salmonellen Erreger befinden sich auf so allerhand Nahrungsmitteln, natürlich auch auf Fischen. Diese Lebensmittelvergiftungen und Salmonellen Kontaminationen sind nicht harmlos, jedoch keine „echte“ Fischvergiftung.
Die schlimmste Fischvergiftung entsteht durch Toxine und wird unter dem Begriff „Ciguatera“ geführt. Dabei sind nicht nur Fische, sondern auch Meeresfrüchte wie Muscheln, Garnelen und Krebse betroffen. Die durch Toxine verursache Fischvergiftung kann tödlich enden. Also SOFORT zum Arzt wenn der Verdacht besteht! Man kann komplett frischen Fisch gegessen habe, der in einer Meeresregion mit diesen durch Algen belasteten Toxinen geschwommen ist. Es sind Gifte die ernste Nervenschäden verursachen und nicht direkt mit der Frische der Lebensmittel in Verbindung gebracht werden können. Die betroffenen Fische „erkranken“ nicht an den Giften, sondern nehmen mit den Algen und ihrem Fressverhalten sogenannte Dinoflagellaten (Einzeller) auf, die diese Giftstoffe produzieren. Der infizierte bzw. verseuchte Fisch kann sich also ganz normal wie ein völlig gesundes bzw. für den Menschen unbedenkliches Exemplar verhalten. Es gibt immer wieder regelrechte saisonale Epidemien solcher Fischvergiftungen vor allem in den warmen Klimazonen mit entsprechenden Fangstopp-Aktionen, oder zumindest Einschränkungen im Fischfang entsprechender belasteter Arten. Auch vom Verzehr der möglichen belasteten Fischarten wird in solchen Fällen dringend von offizieller Seite aus abgeraten. Dazu auch ein passender Artikel aus der Ärztezeitung von einer saisonalen Belastung aus Florida bei Zackenbarschen. Diese waren stark mit Ciguatoxin durch die dortige erhöhte Dinoflagellaten-Population belastet worden. Es gab damals ebenfalls eine offizielle Warnung vor dem Verzehr dieser Fischart durch das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf für Florida Reisende.
Die meisten echten Fischvergiftungen, die insbesondere auch durch frische Fische hervorgerufen werden können, basieren auf den verschiedenen Toxinen, welche sich über die Nahrung im Körper der Tiere angereichert haben. Am häufigsten betroffen sind hierbei Fischarten aus dem pazifischen- sowie indischen Ozean und der Karibik, sowie den klimabedingten Warmwasserzonen der Meere.
Botulintoxin gehört hier ebenfalls zu den besonders gefährlichen Toxinen, die zu einer echten Fischvergiftung führen! Dieses Gift kann wiederum vor allem in überlagerten und aufgeblähten Fischkonserven nachgewiesen werden. Diese Konserven sollte man in einem solchen Zustand nicht mehr kaufen, egal wie niedrig der Preis dafür sein mag und auch bei eventuell noch vorhandenem Bestand im Vorratsschrank nicht mehr verzehren! Weitere gefährliche Toxinbelastungen durch Fische können auch durch deren unsachgemäße Räucherung entstehen. Insbesondere rohe Stellen im Inneren der verschiedenen Fisch-Räucherwaren können zu einer massiven Keimbelastung und zur Entstehung von Verwesungsgiften führen! Auch eine falsche Vorbereitung und Lagerung vor dem eigentlichen Räuchervorgang können dazu beitragen. Eine entsprechende Fischvergiftung aus diesen Gründen, meist gepaart mit einer Lebensmittelvergiftung bedarf selbstverständlich ebenfalls dringender ärztlicher Versorgung!

Wie lange dauert es, bis ich merke das ich eine Fischvergiftung habe?
Die Inkubationszeit von Fischvergiftungen ist nicht sonderlich lange, bereits nach nur einer Stunde können die ersten Symptome auftreten, die zunehmend heftigere negative Auswirkungen auf den Gesundheitszustand haben. Es fängt meist an mit Durchfall, Erbrechen und Kreislaufproblemen. Auch hier wieder der Hinweis, geht bitte schnellstmöglich zu einem Arzt oder ruft einen Krankenwagen bevor es euer Zustand nicht mehr erlaubt!

Was sind die Symptome einer echten Fischvergiftung
Toxine sind in diesem Fall oftmals schlimmer als Bakterien und andere Keime die zu einer gewöhnlichen Lebensmittelvergiftung führen, da Vergiftungen dieser Art eine höhere Sterbewahrscheinlichkeit haben. Glücklicherweise kommen diese Fischvergiftungen im Vergleich zu den klassischen Lebensmittelvergiftungen weitaus weniger häufig vor. Die Symptome der echten Fischvergiftung sind oftmals sehr stark ausgeprägt und können ebenfalls breit gefächert sein:

  • Erbrechen
  • Starke Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Darmkrämpfe
  • Schwere Durchfälle
  • Kopfschmerzen
  • Brennen im Mundbereich
  • Muskelschmerzen
  • Juckreiz/Ausschlag
  • Kalter Schweiß bzw. starke Schweißausbrüche
  • Herz- Kreislaufprobleme
  • Fieber
  • Schwächeanfälle
  • Krämpfe
  • im Extremfall -> Tod

Wie wird eine echte Fischvergiftung diagnostiziert?
Diese Diagnose muss medizinisch geschultes Fachpersonal übernehmen. Eine Blutentnahme hilft hier zur Erkennung der im Körper befindlichen Toxine. Auch eine Stuhluntersuchung kann genaueres zur Art der Toxine aufzeigen. Manche Vergiftungen wie z.B. durch Botulinumtoxine lassen sich durch Blut im Kot nachweisen.

Wie wird eine Fischvergiftung behandelt?
Eine durch Toxine entstandene schwere Fischvergiftung kann nur durch einen Arzt und in ganz gravierenden Fällen durch einen Krankenhausaufenthalt wieder in Ordnung gebracht werden. Der Durchfall kann so heftig werden, dass Infusionen mit Nährlösungen notwendig sind. Daneben werden Fieber senkende Mittel verabreicht die der Arzt individuell auf den Patienten anpasst, sowie Gegengifte. Ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist ebenfalls nicht auszuschließen! Letzterer Punkt betrifft vor allem gesundheitlich bereits geschwächte Personen, kleine Kinder und ältere Menschen, Schwangere sowie Personen die eine besonders große Menge an Giftstoffen aufgenommen haben.

Wie vermeide ich eine Fischvergiftung und welche Fischsorten sind vor allem von Toxinen betroffen?
Toxine kann man dem Fisch leider nicht ansehen, welche er zuvor durch seine Nahrung aufgenommen hat. Die meisten Fälle von „Fischvergiftungen“ entstehen jedoch als klassische Lebensmittelvergiftungen aufgrund zu alter oder nicht gut gekühlter Fischprodukte, die man jedoch am Fisch selbst erkennen und somit vermeiden kann. Ein frischer Fisch hat folgende einfache Erkennungsmöglichkeiten seiner Frischeparameter:

  • schöne rote Kiemen
  • schleimig glänzende Haut
  • klare Augen
  • gute Festigkeit
  • frisches hellrotes Blut
  • Geruch nach Meer, frischem Wasser und Salz. Nur ganz leicht „fischiger“ Geruch ist Ok


(Frische Fische haben schön hellrote Kiemen, geben bei Druck nur kurz nach und glänzen. Besonders ein starker penetranter Fischgeruch oder ganz trübe Augen deuten auf eine schlechte Qualität hin und sollten unbedingt beim Kauf gemieden werden. Auch Fischfilet sollten je nach Gattung eine Mindestfestigkeit aufweisen, nicht ausgetrocknet sein und nur ganz leicht nach Fisch und Meer duften. Die Vermeidung negativer Qualitätsmerkmale ist eine ausgezeichnete Maßnahme, um Fischvergiftungen die als Lebensmittelvergiftungen in Erscheinung treten zu vermeiden. Über durch Algen enthaltene Toxine geben diese Merkmale wie bereits gesagt leider keine Auskunft.)



Fazit:
Fischvergiftungen verlaufen unterschiedlich, da sie völlig unterschiedliche Ursachen haben. Viele dieser „einfachen“ Lebensmittelvergiftungen sind somit relativ gut zu überstehen. Die durch Toxine ausgelösten Fischvergiftungen wiederum sind größtenteils von extremen Verläufen begleitet, je nachdem wie viel Fisch gegessen wurde. Egal ob nun eine leichte oder schwere Fischvergiftung in Erscheinung tritt, ist immer ein Arzt zur umgehend Behandlung aufzusuchen. Wenn die Symptome immer schlimmer werden und ihr euch die Frage nach dem „Habe ich eine Fischvergiftung?“ nicht mit Sicherheit mit „Nein“ beantworten könnt, dann zögert ebenfalls nicht umgehend fachliche medizinische Hilfe aufzusuchen bzw. gegebenenfalls direkt ins Krankenhaus zu gehen. Bei schlimmen Vergiftungen kann eine solche Maßnahme über einen tödlichen, oder eben nicht tödlichen Verlauf der Fischvergiftung aber auch starken Lebensmittelvergiftung entscheiden!

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