Acai Beeren und ihr Wert in einer ausgewogenen Ernährung und für unsere Gesundheit

Hier sieht man schön die Unterschiede der Acai Beere die an einer Palme wächst im Vergleich zur heimischen Heidelbeere die an Sträuchern gedeiht.
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Acaibeeren werden immer wieder als besonders gesund hervorgehoben, weil sie neben ihren reichlich enthaltenen Mikronährstoffen auch noch weitere Vorteile für die Gesundheit bieten sollen. Sie können angeblich beim Abnehmen unterstützen und sogar Bakterien bekämpfen. Deshalb werden die exotischen Beeren den sogenannten „Superfoods“. zugeordnet. Wie super Acaibeeren jedoch tatsächlich sind, verrät dieser Artikel.

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Name, Herkunft und Anbau der Acaibeere

Die Acaibeere wächst in Zentral- und Lateinamerika. Die Früchte wachsen an den Kohlpalme-Arten Euterpe oleracea und Euterpe precatoria, die von den Einheimischen Açaizeiro genannt werden. Das hat folgenden Grund: Als Christoph Columbus 1492 Amerika entdeckte, wurde die Neue Welt zwischen den Kolonialmächten aufgeteilt. Ab 1494 gehörte Brasilien zu Portugal und die portugiesische Sprache verbreitete sich in Brasilien. Im Portugiesischen wird die Beere „Açaí“ geschrieben. Dabei wird das „ç“ wie „ss“ ausgesprochen. Richtig wird die Beere also „Assai“ ausgesprochen, wobei die Betonung auf dem „i“ liegt.
Die Portugiesen prägten zwar die Namensgebung der lilafarbenen Beere, aber nach Europa schaffte es die Kohlpalme dennoch nicht. Das hat viele Gründe, doch vorwiegend sind die klimatischen Bedingungen in Europa ungünstig. Die Euterpe oleracea bevorzugt feuchten, humusreichen Boden, den sie entweder in Küsten- oder Amazonasnähe findet.

Acaibeeren werden hauptsächlich in Brasilien kultiviert. Dadurch ist Brasilien der Hauptexporteur von Acaibeeren. Auf einem Hektar Anbaufläche sind circa 400 Kohlpalmen kultiviert, die pro Jahr durchschnittlich zehn Tonnen Acaibeeren hervorbringen. Die Pflanzen benötigen sehr viel Wasser und werden von den Plan­ta­ge­ar­bei­tern klein gehalten. Im dritten Jahr nach der Aussaat können die Palmen das erste Mal geerntet werden. Die dunklen Beeren sehen Heidelbeeren recht ähnlich und haben direkt nach der Ernte einen leichten matten Schleier. Acaibeeren haben im Gegensatz zu Heidelbeeren einen Kern. Sie schmecken erdig und ölig, wodurch sie für den europäischen Gaumen gewöhnungsbedürftig sind. Da Acaibeeren nach der Ernte schnell schlecht werden, können in Europa bis auf ganz wenige Ausnahmen keine frischen Früchte erworben werden.

Welche Nährstoffe stecken in der Frucht?

90 Prozent der Nährstoffe stecken im Fruchtfleisch und der Schale der Acaibeere. Die Beere ist reich an Vitaminen, Mineralstoffe, Antioxidantien und Ballaststoffen. Der Ballaststoffanteil ist nennenswert, da 100 g Acaibeeren bereits 20 Prozent des täglichen Bedarfs decken. Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenstoffe. Neben Fasern und einigen Pflanzenzellen sind es hauptsächlich verschiedene Kohlenhydrate, die der Körper nicht verarbeiten kann, da ihm die entsprechenden Enzyme zum Aufspalten fehlen. Sie sind wichtig für eine gesunde Verdauung und dienen guten Darmbakterien als Nahrungsquelle.

Diese Vitamine stecken der Acaibeere:

  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Vitamin B1, B2, B3 und B6

Die Beere ist ebenso reich an den Mineralstoffen:

  • Kalzium
  • Magnesium
  • Phosphor
  • Kalium
  • Zink
  • Kupfer
  • Eisen

Dabei sind nicht die einzelnen Nährstoffe für den gesundheitsfördernden Effekt verantwortlich, sondern das Zusammenspiel der Nährstoffe. Die Konzentration der Nährstoffe variiert zwischen den verschiedenen Produkten. Acaibeeren-Trockenpulver hat die höchste Konzentration an Nährstoffen. 100 g Trockenpulver haben durchschnittlich 500 Kalorien, wobei etwa 50 Prozent der Kalorien auf essentielle Fettsäuren entfallen. Essentielle Fettsäuren sind lebensnotwendig für den Organismus, können vom Körper jedoch nicht selbst hergestellt werden.

Fettsäuren regulieren unter anderem verschiedene Stoffwechselprozesse und bilden einen Bestandteil der Zellmembranen. Besonders gesund sind einfach ungesättigte Omega-3 Fettsäuren. Sie sollen die Gehirngesundheit unterstützen und unterstützend gegen Depressionen helfen können. Acaibeeren sind reich an Omega-Fettsäuren, bei denen es immer auf das richtige Verhältnis zueinander ankommt. Je mehr Omega 3 im Verhältnis zu Omega 6 Fettsäuren vorhanden sind, desto besser. Siehe auch die weiterführenden Informationen unter der ausführlichen Speiseöl Vergleichstabelle.

Antioxidantien in Hülle und Fülle

Sowohl die Schale als auch das Fruchtfleisch von Acaibeeren enthalten Antioxidantien. Sie sind für die dunkelblaue Färbung der Früchte verantwortlich. Sie enthalten sogar mehr Antioxidantien als Cranberrys, Erdbeeren, Heidelbeeren oder Brombeeren. Der Antioxidantiengehalt von Lebensmitteln wird mit dem ORAC-Score (Oxygen Radical Absorbance Capacity) angegeben. Heidelbeeren verfügen über verhältnismäßig viele Antioxidantien und haben einen Score von 4,669. Im Vergleich dazu verfügen Acaibeeren über einen ORAC-Score von 15,405. Demnach verfügen Acaibeeren über mehr als dreimal so viele Antioxidantien wie Heidelbeeren.

Antioxidantien schützen den Körper, da sie der natürliche Gegenspieler von freien Radikalen sind. Freie Radikale bilden oxidativen Stress, worunter das Gewebe leidet. Oxidativer Stress schwächt das Immunsystem und begünstigt chronische Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Diabetes.

Kleiner Tipp: Acaibeeren-Brei eignet sich besser als Acaibeeren-Saft, um die Konzentration von Antioxidantien im Körper zu erhöhen.

Machen Acaibeeren schlau?

Da Acaibeeren Antioxidantien und Omega-Fettsäuren enthalten, ist anzunehmen, dass die Beeren die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern könnten.

Eine Studie von 2014 untersuchte den Effekt eines Fruchtfleisch-Extrakts der Acaibeere auf die Wiederherstellung einer stressbedingten Kalcium-Deregulation von Gehirnzellen. Die Studie wurde allerdings nur an Ratten durchgeführt. Die Forscher nutzten bildgebende Verfahren, um den Effekt auf die Gehirnzellen nachzuweisen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sowohl Euterpe oleracea als auch Euterpe precatoria einen ähnlichen Effekt auf die Gehirnzellen haben. Die Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass Acaibeeren das Gehirn vor Schäden im Alter bewahren könnten.

Wichtig für das Gehirn ist, dass Zellen die schädlich sind oder nicht mehr funktionieren, aussortiert werden. Dieser Mechanismus wird Autophagie oder auch Zelltod genannt. Sterben diese Zellen nicht ab, behindern sie die Kommunikation zwischen den gesunden Nervenzellen. Acaibeeren sollen die Autophagie unterstützen.

Acaibeeren könnten dazu beitragen die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen durch die enthaltenen Anthocyane zu unterstützen. Diese Farbstoffe geben der Frucht ihre typische Farbe und fungieren daneben als starke Antioxidantien. Die antioxidative Wirkung der Farbstoffe übersteigt die von Vitamin C um ein Vielfaches. Anthocyane haben einen positiven Effekt auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Sie unterbinden die Entzündung von Nervenzellen, aktivieren die Informationsübertragung über den synaptischen Spalt und verbessern die Durchblutung des Gehirns. Leider sind jedoch die Anthocyane im Körper nicht lange stabil, weshalb die ersten Forschungsergebnisse mit Vorsicht zu genießen sind..

Bisher gibt es keine aussagekräftigen Studien an Menschen, die eine verbesserte kognitive Leistungsfähigkeit belegen. Die Tierstudien lassen zwar vermuten, dass ein derartiger Effekt auch bei Menschen möglich sein könnte, doch auch dazu fehlen ebenfalls ausreichende wissenschaftliche Belege.

Abnehmwunder: Acaibeere?

Acaibeeren werden in vielen Werbekampagnen als Diätwunder vermarktet. Auch hierfür gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Beweis. Es gibt zwar den Konsens, dass Ballaststoffe die Verdauung unterstützen, den guten Darmbakterien als Nahrungsgrundlage dienen und den Stuhlgang regulieren, doch dieser bezieht sich auf Verdauung im Allgemeinen. Daneben gibt es in vivo Studien, die einen positiven Effekt von bestimmten Ballaststoffen auf das Gewicht nachweisen konnten, doch die sind nicht verallgemeinerbar.

Produktbeschreibungen, die versprechen, dass Acaibeeren den Fettstoffwechsel stimulieren, das Sättigungsgefühl aktivieren oder den Stoffwechsel im Allgemeinen ankurbeln, sind überwiegend überzogen und ohne wissenschaftlich fundierte Grundlagen die auf Langzeitstudien beruhen.

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Fazit:

Acaibeeren sind gesund. Sie verfügen über nennenswerte Mengen an Antioxidantien, essentiellen Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Jedoch gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für einen positiven Effekt auf die Gesundheit, der über die normale Zufuhr der enthaltenen Makro- und Mikronähstoffe hinausgeht. Es gibt zwar einige Studie, die in vitro (im Reagenzglas) oder in vivo (am Lebewesen) durchgeführt wurden, doch die lassen keine gültigen Schlüsse zu. Das bedeutet nicht, dass Acaibeeren keine Wirkung haben, sondern dass eine spezifische Wirkung bis jetzt nicht bewiesen wurde. Als Alternative zu Acai Beeren tun es auch einfach schwarze Johannisbeeren, Holunder- oder Heidelbeeren. Letztere schmecken mir persönlich ohnehin wesentlich besser! Als Ergänzung für eine gesunde Ernährung kann man die Acai allerdings problemlos integrieren. Am besten sollten diese aus biologischem Anbau stammen.

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Über Marco Eitelmann 400 Artikel
Hier schreibt Marco Eitelmann seit Oktober 2014 über die Themen: Gesundheit, Ernährung, Natur und Umwelt. Qualifikation des Autors: Ich habe über 15 Jahre Berufserfahrung im Lebensmittelhandel gesammelt, davon den überwiegenden Teil in einer Führungsposition . Zuständig war ich für die Bereiche mit hoher Sensibilität in Bezug auf Qualität und Frische wie Fisch, Käse, Sushi, Salat- und Antipasti Bar sowie die hauseigene Lebensmittelherstellung in Form von frisch produzierten Convenience-Sortimenten. Damit einher ging die HACCP Kontrolle, sowie die Überwachung der Hygienebestimmungen und Lebensmittelsicherheit, mit Verantwortlichkeit für Schulungen im Bereich Infektionsschutzbelehrung, Hygienekonzepte und der Arbeitssicherheit zum Schutz der Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden. Privat verbringe ich meine Zeit am liebsten in der Natur und habe mir viel Wissen über Pflanzen, Pilze und Heilkräuter angeeignet. Ich meditiere täglich und mache regelmäßig Qi Gong.

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