Sind Wald-Veilchen essbar und gesund oder giftig? – Wilde Veilchen und ihre Inhaltsstoffe

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Beitrag überprüft und zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2019

Jedes Jahr im März, spätestens im April beginnen im Wald die hübschen kleinen Waldveilchen (lat. Viola reichenbachiana) zu blühen. Sowohl die hellvioletten Blüten als auch die Blätter des Veilchens sind essbar. Generell sind alle Wildformen und auch etliche Zuchtvarianten des Veilchens bedenkenlos zum Verzehr geeignet. Die Sorten werden allgemein als lateinisch „viola“ bezeichnet und unter dieser Gattung zusammengefasst. Zu den vielen essbaren Veilchenarten gehören z.B. auch die Hornveilchen, das Stiefmütterchen oder das Hain-Veilchen. Es kann aber auch Hybride und Zuchtraritäten geben, welche unter Umständen nicht essbar sind, da sie mit anderen Pflanzen gekreuzt wurden.
Stark giftig bis tödlich giftig hingegen ist das Alpenveilchen, welches jedoch mit einem echten Veilchen nichts gemein hat und zu einer völlig anderen Pflanzengattung (den Primelgewächsen) gehört.

Sind Wald Veilchen vollständig essbar (Blüte, Blatt, Stängel, Wurzel) und wie kann ich sie zubereiten?

Das violette Waldveilchen, welches ab März bis in den Juni hinein in großer Zahl und reichlich blühend vor allem in Misch und Laubwäldern in halbschattiger- bis sonniger Lage zu finden ist, kann vollständig verzehrt werden. Kein Pflanzenteil des Waldveilchens ist giftig, es können sowohl die Blüte als auch die Blätter und sogar die Stängel und Teile der Wurzel bedenkenlos gegessen werden.



Das Waldveilchen kann auch direkt im Wald roh verzehrt werden, meist wird es jedoch in Wildkräutersalaten oder als Dekoration verwendet. Man kann es zusammen mit Gemüse auch leicht Erwärmen oder als Dekor für Fisch, Fleisch, Suppen, Nudeln und andere gekochte Gerichte oder für Backwaren wie Kuchen nutzen. Für eine Dekoration sollten sowohl bei gekochtem Essen als auch bei den Backwaren die Blüten nach dem Erhitzen aufgelegt werden, da sie sonst schnell zusammenfallen und austrocknen. Veilchen können auch sehr gut kandiert werden und für süße oder herzhafte Desserts als optische Verschönerung dienen.

Das wild wachsende Veilchen aus dem Wald ist reich an gesunden Inhaltsstoffen

Veilchen aus dem Wald verfügen über zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe und gehören zu den Heilpflanzen

Das Waldveilchen und auch einige andere Veilchenarten gelten seit Jahrtausenden als Heilpflanzen. Wissenschaftlich bestätigt sind etliche Inhaltstoffe, die den Titel als traditionelle Heilpflanze auch aus medizinischer Sicht bestätigen können. Zudem enthält das wilde Veilchen auch einige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.


Im Waldveilchen sind unter anderem folgende Inhaltsstoffe enthalten:

Vitamine:

  • Vitamin A (Vorstufe; Retinoläquivalent)
  • Alle B Vitamine außer B12
  • Folsäure
  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Vitamin K

Mineralstoffe und Spurenelemente:

  • Kalium
  • Magnesium
  • Calcium
  • Eisen
  • Mangan
  • Zink
  • Kupfer

Weitere Inhaltsstoffe sowie Stoffe zur medizinisch relevanten Zusammensetzung des Waldveilchens:

  • Saponine
  • Bitterstoffe
  • Antioxidantien
  • Die Alkaloide Violin und Eugenol
  • Flavonoide
  • Chlorophyll
  • Glykoside
  • Ätherische Öle
  • Salizylsäure
  • Aminosäuren (alle 8 Essentiellen sowie ein Großteil der nicht essentiellen Aminosäuren)
  • Odoratin

Veilchen in ihren Wildformen sind alle essbar, jedoch kann ein vermeintliches „Veilchen“ auch Giftstoffe enthalten z.B. wenn es sich um eine hochgezüchtete Art im Garten handelt, die mit einer anderen Pflanze gekreuzt wurde!

Alle Pflanzen der ursprünglichen „viola“ Gattung sind essbar und nicht giftig. Bei den wilden Arten wie dem Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana), dem Hain-Veilchen (Viola riviniana) oder dem Horn-veilchen (Viola cornuta) kann man bedenkenlos zugreifen. Auch die im Garten vorkommenden Stiefmütterchen, welche eine großblumige Züchtung ursprünglicher Veilchenarten darstellen sind essbar. Anders könnte es bei zukünftigen F1 Hybriden, Kreuzungen bzw. spezieller Zuchtraritäten aussehen, bei denen eine andere Pflanze außerhalb der Veilchengattung mit drinstecken könnte. Sicherheitshalber würde ich von diesen Sorten die Finger lassen, denn es könnte sein, dass eine giftige Pflanzenart so mit eingeschleust wurde.
Stark- bis tödlich giftig ist das Alpenveilchen, welches jedoch zu den Primelgewächsen gehört und bis auf seinen Namen nichts mit der Gattung „viola“ gemein hat.

Fazit:


Alle wilden Veilchenarten und auch die meisten im Garten heimischen Veilchen wie z.B. Stiefmütterchen sind bedenkenlos in ihrer Gesamtheit essbar. Veilchen schmecken dabei auch noch sehr gut und sind süß aromatisch im Geschmack. Zudem bieten sie nicht nur optisch eine Abwechslung auf und in allerlei Speisen, sondern sind dabei aufgrund ihrer vielen positiven Inhaltsstoffe auch noch sehr gesund. Früher wurden Veilchen traditionell vor allem gegen Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und Erkältungen, bei Entzündungen, Kopfschmerzen (enthalten Salizylsäure), Rheuma und Gicht sowie bei Einschlafprobleme eingesetzt.

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Autor: Marco Eitelmann

Mein Name ist Marco Eitelmann und ich schreibe hier seit Gründung dieser Webseite im Jahr 2014 hauptsächlich über die Themen: Gesundheit, Ernährung sowie Natur- und Umwelt. Mein Fachwissen in diesen Bereichen stammt aus meiner inzwischen fast 20 jährigen Berufserfahrung im Lebensmittelhandel und der Nahrungsmittelproduktion und durch ständige Fortbildung im Ressort Ernährung sowie der ausgiebigen Lektüre von mittlerweile weit über 200 Fachbüchern aus den Bereichen Medizin und Naturwissen.

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