Sorbit E420 ungesund und abführend oder unbedenklich?

Natürliches Sorbit kommt auch in Pflanzen wie z.B. in den Früchten der Vogelbeere vor. Mit dem in der Industrie erzeugten Sorbit hat dieser Rohstoff aber nichts gemeinsam, denn künstlich erzeugtes Sorbit wird nicht aus Pflanzenteilen extrahiert, sondern ganz anders hergestellt...
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Unter dem Lebensmittelzusatzstoff E 420 verbirgt sich Sorbit, welches von der Lebensmittelindustrie in einer schier endlosen Anzahl an Produkten eingesetzt wird. Es ist bekannt und auch wissenschaftlich belegt, dass zu viel Sorbit abführend wirkt und auch bereits geringere Mengen bei gesunden Menschen mit entsprechender Veranlagung zu ähnlichen Problemen führen können.

Ab ca. 40-50 Gramm wirkt das Sorbit stark wasserakkumulierend im Dickdarm, was über die abführende Wirkung hinaus zu starken sowie länger anhaltenden Durchfällen führen kann. Einige Menschen (selten!) sind auch von der sogenannten „Sorbitintoleranz“ betroffen und können bereits bei viel geringeren Mengen von nur wenigen Gramm Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Darmkrämpfe bekommen.



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Ist Sorbit deshalb generell schädlich für unsere Gesundheit?

Ob der Zusatzstoff E 420 grundlegend ungesund oder gar gefährlich werden kann oder mit Nebenwirkungen verbunden ist, hängt abgesehen von seiner zugeführten Menge auch noch von ganz anderen Faktoren ab. Zunächst sollte man sich im Klaren sein, dass das Sorbit aus der Industrie kein Zusatzstoff aus rein natürlichem Ursprung mehr ist. Bei diesem Stoff muss nicht einmal deklariert werden aus welchen Rohstoffen er genau gewonnen wurde, wenn er den Lebensmitteln zugeführt wird. Auf den Verpackungen steht dann einfach nur „Sorbit“, „Sorbitol“ oder „E420“ als Abkürzung. Bestenfalls wird noch der Verwendungszweck z.B. als Feuchthaltemittel, Süßstoff oder Trägerstoff ausgewiesen.

Wer auf eine natürliche und gesunde Ernährung achtet, der sollte auf industriell produziertes Sorbit besser vollständig verzichten. Mit der Natur hat das E420 aus dem Labor nur noch wenig zu tun, auch wenn es z.B. in Vogelbeeren und vielen anderen Pflanzen in nicht geringem Umfang natürlich vorkommt. Keiner macht sich heute wohl die Mühe den Stoff teuer aus dieser natürlichen Quelle zu extrahieren. Um dem „Gesundheitswert“ dieses Stoffes auf den Grund zu gehen, gehe ich nun einige wichtige Punkte für das Grundwissen bezüglich dieser Chemikalie durch.

Wie wird das Sorbit hergestellt und aus welchen Ausgangsstoffen besteht dieser Zusatzstoff?

Bei dieser Frage liegt bereits das erste Problem. Nur selten weiß jemand überhaupt aus was dieser Zusatzstoff denn nun genau besteht, wenn er für die Lebensmittelproduktion geliefert wird. Fest steht, dass es sich bei Sorbit bzw. Sorbitol um einen sogenannten „Zuckeralkohol“ handelt, der sowohl flüssig als auch in Form eines weißen Pulvers in den Lebensmittel zugesetzt wird.

Sorbit könnte man aus natürlichen Quellen aufwändig und teuer extrahieren. Um diesen Prozess zu umgehen, wird Sorbit heute meist aus genetisch veränderten Maissorten oder Weizen mithilfe von enzymatischer Bearbeitung durch modifizierte Bakterienkulturen hergestellt. Auch diese können genetisch verändert sein. Den Mais oder ein anderes Ausgangsprodukt braucht man zur Produktion aufgrund der enthaltenen Stärke, aus denen der Zuckeralkohol Sorbit später aufgeschlossen wird.

Angeblich soll in Europa kein genmanipuliertes Pflanzenmaterial die Basis für diesen Zusatzstoff bilden. Der Stoff wird allerdings weltweit produziert und der Lebensmittelmarkt ist schließlich global. Gekauft wird größtenteils international und möglichst billig in der Massenproduktion von Lebensmitteln und das betrifft selbstverständlich auch die Zusatzstoffe.

Keinerlei Höchstmengenbeschränkung für Sorbit in Lebensmitteln nur eine 10 Prozent Regelung

Ein weiteres Problem ist die Aufnahmemenge für Menschen, die sich wenig bis gar nicht dafür interessieren, was in ihren Lebensmitteln so enthalten ist. Selbst für die Personen, die auf die Zusatzstoffe schauen, ist meist kein Hinweis vorhanden wie viel Gramm ein Produkt an E420 genau enthält.

Die Gesetzgebung beim Lebensmittelrecht hat es sich bei Sorbit zudem recht einfach gemacht. Erst ab 10 Prozent Sorbitanteil muss ein solches Produkt einen Warnhinweis tragen. Dieser lautet einfach „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“. Bereits ab 5 Gramm pro Tag können jedoch schon Blähungen und die abführenden Eigenschaften durchschlagen.

Wie viel künstlich erzeugtes Sorbit von Kindern und Erwachsenen täglich aufgenommen wird, ist somit kaum nachvollziehbar. Das Anwendungsspektrum von Sorbit/Sorbitol ist hingegen äußerst umfangreich, es wird eingesetzt in:

  • Fertiggerichten
  • Fast Food
  • Light Getränken
  • Energy Drinks
  • Diätlebensmittel
  • Diabetikernahrung
  • Süßwaren
  • Backwaren
  • Fertigsalaten
  • Dressings
  • Fischprodukte von Meeresfrüchtesalat über Hering und Matjes bis hin zu Surimi
  • In Desserts
  • Soßen
  • Dips
  • Senf
  • Speiseeis
  • Kaugummis
  • Nahrungsergänzungsmitteln
  • Medikamenten

Für welchen Zweck wird Sorbit noch verwendet und welche Besonderheiten weißt dieser Zusatzstoff auf?

Sorbit hat eine Besonderheit, die es vor allem in Diätlebensmitteln für Diabetiker und auch in Medikamenten und allgemeinen Diät- und Fertigprodukten sowie zuckerreduzierten Waren sehr beliebt macht. Es benötigt kein Insulin für seinen Abbau im Vergleich zu herkömmlichem Zucker. Das Sorbitol hat dabei dieselben Kalorien wie üblicher Industriezucker.


Da es jedoch nur in etwas halb so süß wie gewöhnlicher Haushaltszucker ist, wird es häufig mit weiteren Süßstoffen gemischt. Darunter sind auch ein paar als sehr bedenklich oder zumindest stark umstritten geltende Süßstoffe wie Saccharin, Acesulfam K oder Aspartam.

Eine weitere Besonderheit ist das große Einsatzspektrum von Sorbit und die Synergien die es bildet z.B. als Trägerstoff, gleichzeitig Süßungsmittel und Feuchthaltemittel. Sein Einsatz ist somit sehr beliebt und zudem äußerst günstig. Im Großhandel erhält man Sorbit schon für weit unter 15 Euro das Kilo. Bei größeren Mengen wird es nochmals deutlich billiger.

Sorbit ist sehr leicht in Wasser löslich, ist Hitze und säurebeständig und kann als Trägerstoff verschiedene Vitalstoffe besser schützen, die sonst leichter abgebaut werden würden. Sorbit wirkt in größeren Mengen als Abführmittel, meist jedoch begleitet von stärkeren Durchfällen und Blähungen.

Abschlussfrage: Ist Sorbit nun ungesund oder nicht?

Das industriell gefertigte Sorbit hat weder in einer gesunden noch natürlichen sowie ausgewogenen Ernährung etwas zu suchen. Fairerweise kann man allerdings sagen, dass es sich bei E420 um einen der unbedenklichsten Zusatzstoffe handelt und keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten sind, wenn man es in geringen Mengen ab und zu einnimmt. Zumindest gibt es aktuell nach meiner Recherche keine wissenschaftliche Grundlage bzw. Studie die beweist, dass das Sorbit aus der Lebensmittelindustrie bei einem gesunden und ohne Unverträglichkeiten belasteten Menschen Schäden an dessen Gesundheit hinterlässt.

Warum es dennoch nicht in eine gesunde und natürliche Ernährung passt? Nun ja, wer findet bitte künstlich erzeugtes Sorbit- bzw. Sorbitol aus genmanipuliertem Mais oder Weizen mit modifizierten Bakterienkulturen zur enzymatischen Reaktion natürlich? Gesundheitsfördernde Eigenschaften gibt es auch nicht durch den Konsum von E420. Zwar sollen keine genmanipulierten Ausgangspflanzen zumindest bei der europäischen Produktion zum Einsatz kommen, doch wer garantiert mir das nichts aus den USA, Lateinamerika oder China importiert und genutzt wurde?

Man kann also abschließend sagen, dass es offiziell keinen Hinweis auf gesundheitsschädliche Folgen durch den Konsum von akzeptablen Mengen an Sorbitol (bis auf die Unverträglichkeitsausnahme) gibt. Ein gesundheitsfördernder oder gar natürlicher Stoff ist es dennoch nicht, bestenfalls „naturidentisch“ wie man es heutzutage so schön nennt. Wirklich natürlich fände ich diesen Auszug nur, wenn er aus Vogelbeeren, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Birnen oder anderen Früchten gewonnen würde. Auch erwähnenswert ist, dass Menschen mit Reizdarm besser auf Sorbitol verzichten sollten. Neben den Personen mit nachgewiesenen Unverträglichkeiten gegen diesen Zuckeralkohol, gibt es jedoch auch noch viele weitere Fälle von gesunden Konsumenten, die bereits bei wenigen Gramm eine Abführproblematik sowie Magen und Darmprobleme oder Blähungen entwickeln.

Aus der eigenen Verwandtschaft kenne ich einen solchen Fall, der mit jahrelangen Durchfall begleitet war. Die Person hatte die Gewohnheit ständig Diätbonbons mit Sorbitol zu lutschen. Das waren zwar nur vier bis fünf Stück am Tag, aber für die Durchfallproblematik hatte es gereicht. Als die Gewohnheit endlich beendet wurde, war nach wenigen Tagen der jahrelange Durchfall der immer wieder auftrat ebenfalls gestoppt.

Der ideale Rohstoff wären für eine Sorbitproduktion auf natürlicher Basis die Beeren der Eberesche, auch Vogelbeeren genannt, da diese je nach natürlicher Schwankung zwischen 10-12 Prozent natürliches Sorbit enthalten. Allerdings wäre die Produktion sehr teuer, denn für eine Extraktion von nur 120 Gramm Sorbit bräuchte man mindestens ein Kilo an frischen Vogelbeeren. Da eine hundert Prozent Extraktion nur sehr schwierig möglich wäre, bräuchte man sogar über eine Kilo des Rohstoffs. Der Aufwand wäre somit enorm, zudem bräuchte man für die weltweite Sorbitolversorgung riesige Plantagen mit Ebereschen oder eine enorme Aufbereitung von Stein und Kernobstabfällen.

Fazit und persönliche Meinung:

Ich bin der Ansicht, dass Sorbit ein unnötiger Zusatzstoff in Lebensmitteln ist. Ich versuche es so gut es geht zu vermeiden. Da es sich bei E 420 jedoch nicht um einen kritischen oder äußerst bedenklichen Zusatzstoff handelt, mache ich mir aber bei einen geringen Verzehr in Ausnahmefällen keine Gedanken.


Im Vergleich zu den sehr umstrittenen Zusatzstoffen wie z.B. Aspartam, Titandioxid, Magnesiumstearat oder den Azofarbstoffen sowie Benzoaten und vielen weiteren Chemikalien, ist Sorbitol wirklich harmlos. Die größte Nebenwirkung, ist wohl der Abführmechanismus, den das Sorbitol vor allem bei einem überhöhten und ständigen Konsum leicht auslösen kann. Wenn ich im Jahr allerdings ein oder zweimal z.B. statt eines Natur-Matjes eine gesüßte und marinierte Variante auf einem Fischmarkt esse, dann kann ich davon ausgehen, dass dieser auch das ein oder andere Gramm Sorbit enthalten kann. Bei einem derart seltenen und geringen Konsum, sehe ich aber wie gesagt kein Risiko für die Gesundheit.

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Über Marco Eitelmann 406 Artikel
Hier schreibt Marco Eitelmann seit Oktober 2014 über die Themen: Gesundheit, Ernährung, Natur und Umwelt. Qualifikation des Autors: Ich habe über 16 Jahre Berufserfahrung im Lebensmittelhandel gesammelt und mich durch zusätzliche private Fortbildung zum Experten im Bereich Lebensmittelzusatzstoffe, Ernährung und Gesundheit entwickelt. Beruflich lag zudem ein Schwerpunkt auf der Lebensmittelsicherheit (HACCP und EHI Dokumentation) sowie dem Infektionsschutz. Privat: Ernähre ich mich ebenfalls sehr gesund und bin immer wieder mit Experimenten sowie dokumentierten Selbstversuchen in Sachen Ernährung und Gesundheit beschäftigt. Ich verbringe meine Zeit am liebsten in der Natur und habe mir dabei viel Wissen durch Fachliteratur und praktische Erfahrungen über Pflanzen, Pilze und Wildkräuter angeeignet. Ich meditiere täglich und mache regelmäßig Qi Gong.

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