Die Mariendistel – nicht nur gut für die Leber – weitere Anwendungen und mögliche Nebenwirkungen der Heilpflanze

Die Mariendistel gehört zu einer Vielzahl von seid hunderten von Jahren bekannten Heilpflanzen, die auch in ihrer Wirksamkeit in der Schulmedizin Anwendung finden. Auch Mariendistelprodukte können Nebenwirkungen haben auf die es zu achten gilt. Gerade zur Unterstützung der Leber und bei so manch anderen gesundheitlichen Problemen wirkt die Pflanze durch ihre reichhaltigen Inhaltsstoffe, welche vor allem aus vielen verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen insbesondere dem „Silymarin“ bestehen. Dieses wiederum setzt sich ebenfalls aus verschiedenen Stoffen zusammen.

Die Mariendistel ist seit vielen Jahrhunderten als Heilpflanze mit breitem Einsatzspektrum bekannt. Die Pflanze aus der Familie der Korbblütengewächse (lat. Asteraceae) fand schon im Mittelalter Einzug in die Schriften als bewährtes Heil- und Entgiftungsmittel vor allem für die Leber. Das alte Wissen und die Jahrhunderte langen positiven Erfahrungen sind inzwischen durch wissenschaftliche Studien mehrfach bewiesen worden. Heute stellen sowohl die pharmazeutische Industrie, als auch unzählige Nahrungsergänzungsmittelhersteller Extrakte aus der Heilpflanze her. Die Stoffe aus der Mariendistel haben jedoch nicht nur auf die Leber und als unterstützende Wirkung beim Entgiftungsprozess dieses Organs positiven Einfluss, sondern können ihre Möglichkeiten auch an ganz anderen Stellen des Körpers entfalten, mehr dazu im folgenden Beitrag.



Mariendisteln und ihre Anwendungsgebiete
Die Mariendistel hat ein breites Anwendungsspektrum auch wenn sie vorwiegend für die Lebergesundheit allen voran zur Entgiftung und zum Schutz dieses Organs eingesetzt wird. Durch ihre große Beliebtheit gibt es am Markt etliche Produkte die aus den verschiedenen Extrakten der Mariendistel bestehen, es werden sowohl Blätter als auch Blüten und der Saft der Pflanze verwendet. Es sind neben den Medikamenten auf Basis der Distel auch sehr viele Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu verschiedenen Mariendistelteesorten, welche teilweise auch als Mischungen mit anderen Kräutern oder Heilpflanzen verkauft werden zu haben. Die Mariendistel soll ich bei folgenden gesundheitlich Problemen positiv auswirken können:

  • Hauptanwendungsgebiet bei Lebererkrankungen (wirkt entgiftend auf die Leber und entzündungshemmend)
  • Bei Leberzirrhose kann die Mariendistel ebenfalls gute Dienste zur Unterstützung in Sachen Regeneration und Entgiftung leisten
  • Gut belegt sind bei toxischen Leberbeschwerden und Leberentzündungen die positiven Ergebnisse die Mariendistelextrakte auf den Körper haben können
  • Die Mariendistel wirkt harntreibend
  • Mariendisteln enthalten viele Antioxidantien die unsere Zellen vor freien Radikalen schützen
  • Mariendisteln werden eine krampflösende Wirkung nachgesagt
  • Eine adstringierende und anregende Wirkung wird ebenfalls dem Korbblütengewächs zugeschrieben; „astrigend“ = zusammenziehend, blutungsstillend
  • Erhöht die Produktion von Gallensaft
  • Kann bei Migräne hilfreiche Dienste leisten
  • Mariendistel wird auch teilweise bei Schuppenflechte eingesetzt
  • Die Inhaltsstoffe der Mariendistel können bei einer Vergiftung mit dem Knollenblätterpilz je nach Stärke der Vergiftung bzw. Höhe der aufgenommenen Giftmenge die Überlebensrate verbessern, da sie dem  in den Pilzen enthaltenen extrem giftigen Amatoxin entgegenwirken. Da eine Knollenblätter-Pilzvergiftung immer lebensbedrohlich ist, sollte hier jedoch vor Selbstversuchen ohne ärztliche Aufsicht absolut gewarnt werden! Wurden nur minimale Mengen des hochgiftigen Pilzes verzehrt muss sofort ein Arzt bzw. Notarzt hinzugezogen werden!

Studienlinks und Quellen zur Wirkung der Mariendistel:
Im Netz gibt es mehrere Dutzend seriöse und frei verfügbare Studien zum Thema Mariendistel und deren Wirkung auf den Menschen. Ich habe hier eine kleine Auswahl der interessantesten Studienergebnisse zusammengefasst, weitere Studien sind unter dem Link mariendistel.info zu finden. Gerade die Wirkung der Pflanze bei einigen Lebererkrankungen ist wissenschaftlich so gut belegt, dass auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Anwendung von zugelassenen Medikamenten auf Mariendistelbasis im Falle von spezifischen Leberkrankheiten empfiehlt.

Studien zur Anwendung von Mariendistel-Extrakten

Mariendistelprodukte, welche sind wirklich empfehlenswert?
Da der Markt für Extrakte, egal ob flüssig, in Tablettenform, als befüllte Mariendistelkapsel oder „einfachen“ Tee aus der Heilpflanze extrem groß ist, sollte Folgendes beachtet werden. Bei jeder ernstzunehmenden Krankheit oder einem Verdacht auf eine solche, sollte generell ein Arztbesuch vor der Einnahme jeglicher Medikamente oder auch unterstützende Nahrungsergänzungsmitteln Standard sein. Wer hingegen einfach den Geschmack der Pflanze probieren möchte, kann zu einem hochwertigen Mariendistel-Tee* greifen. Des Weiteren können auch Menschen ohne gesundheitlich Probleme von den positiven Eigenschaften der Pflanze über frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel auf Mariendistel-Basis* profitieren. Wichtig ist es vor jedem Kauf solcher Produkte darauf zu achten, dass diese unbedingt frei von unnötigen Zusatzstoffen hergestellt wurden, diese sind z.B. Magnesiumstearat, Titandioxid oder Azofarbstoffe, letztere sind besonders ungesund und werden leider auch häufig in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt.

Mögliche Nebenwirkungen von Mariendistel-Extrakten?
Die Mariendistel kann Nebenwirkungen bei der Anwendung haben. Insbesondere bei hoher Konzentration der Inhaltsstoffe. Es kann recht selten bei Menschen zu allergischen Reaktionen nach Einnahme von Mariendistelprodukten kommen, dies betrifft allen voran Personen die generell auf Korbblütler allergisch sind, dazu zählen z.B. auch Arnika und Kamille. Mariendisteln können zudem leicht abführend wirken. In seltenen Fällen wurden Hautrötungen und Juckreiz festgestellt. Leichte Übelkeit ist ebenfalls möglich.



Fazit:
Während es für einige Lebererkrankungen bereits viele seriöse Studienergebnisse über die positive Wirkung von medizinisch wirksamen Mariendistelprodukten gibt, sind manch andere positive Wirkungsweisen welche man der Heilpflanze seit Jahrhunderten zuschreibt noch nicht abschließend erforscht. Wer glaubt seine Risiken bei einen erhöhten Alkoholkonsum mit Mariendistelextrakten vorzubeugen, der liegt leider falsch. Abgesehen davon das Alkohol nicht nur die Leber schädigt, sondern auch Nerven, Gehirn und Darm und letztendlich den ganzen Körper, so hält kein Mariendistelextrakt einen starken Alkoholiker über kurz oder lang von Leberschäden bis hin zur Möglichkeit einer tödlich verlaufenden Leberzirrhose ab. Statt einem Bier zu viel sollte man also lieber einen Mariendisteltee trinken oder im Falle von ausgeprägtem Alkoholmissbrauch dringend eine Klinik zur Entgiftung und Suchttherapie aufsuchen. Bei allen anderen Krankheiten ist die Konsultation eines Arztes ebenfalls unabdingbar. Mariendistelextrakte können zwar je nach gesundheitlichen Beschwerden zusätzliche positive Dienste für die Genesung leisten, im Falle einer Krankheit sollte aber zunächst immer abgeklärt werden ob Mariendistelprodukte dabei überhaupt hilfreich sein können. Bei der Einnahme von Extrakten aus der Mariendistel, allem voran bei medizinisch standardisierten Produkten, gilt es sich immer an die Empfehlungen des Arztes bzw. der Packungsbeilage zu halten. Die Konzentration der Wirkstoffe ist in Medikamenten im Regelfall deutlich höher als bei Nahrungsergänzungsmitteln welche frei verkäuflich sind, oder eben um ein vielfaches höher als bei den einfachen Teesorten, welche „nur“ die zerkleinerten Teile der Pflanze (hauptsächlich Blätter und Blüten) enthalten.


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3 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Interessanten Artkel und all die Quellenangaben. Ich denke bei der Einnahme von Mariendistelextrakt kommt es vor allem auf die Dosierung an, oder was meinen Sie?

    • Hallo Andre,

      das stimmt, zu niedrige Dosierungen dürften sich kaum bemerkbar machen, besonders hohe Dosierungen sollte man jedoch mit einem Arzt abklären, falls man so etwas vor hat. Ich würde mich zunächst unbedingt an die Packungsbeilagen der jeweiligen Produkte halten.

      LG
      Marco

      • Danke für die schnelle Antwort! Bei schweren Leberbeschwerden sollte dann wohl eher zu hochkonzentriertem Extrakt anstelle von Mariendisteltee oder dergleichen gegriffen werden.

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