Warum Hörgeräte so wichtig sind und wann man sie braucht?

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Beitrag überprüft und zuletzt aktualisiert am 28. August 2022

In der Bevölkerungsgruppe ab 14 Jahren, haben je nach Quelle ca. 15-20 Prozent der Menschen eine Beeinträchtigung des Gehörsinns. Mit fortschreitendem Alter, vor allem ab 60 Jahren steigt der Anteil enorm durch die altersbedingte Schwerhörigkeit. In vielen Fällen ist es die Beeinträchtigung so, dass nur ein Hörgerät die Anteilnahme am normalen Alltag wieder möglich macht. Dabei ist es immens wichtig, so früh wie nötig, aber auch wie möglich ein Hörgerät zu nutzen, um das Voranschreiten des Hörverlustes zu verhindern.

Hörgeräte sind heutzutage sehr klein und unscheinbar. Moderne Applikationen sind derart winzig und anpassbar, dass man sie nur bei sehr genauem Hinsehen überhaupt ausmachen kann. Auch wenn die überwiegende Mehrheit der hörbeeinträchtigten Personen älter ist, trifft die Einschränkung auch immer mehr wesentlich jüngere Altersgruppen.



Der Gehörsinn ist ein sehr empfindliches und gleichzeitig hochkomplexes System unseres Körpers. Zwar entstehen aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses bei den meisten Menschen zunehmend Abbauprozesse der Hörleistung, die im gewissen Umfang auch ganz natürlich sind, doch können zusätzlich viele andere Faktoren zu negativen Auswirkungen auf den Gehörsinn führen und diesen langfristig schädigen.

Gründe für ein schlechteres Hörvermögen oder Schäden am wichtigen Sinnesorgan sind unter anderem:

  • Infektionen, insbesondere nicht ordentlich und schnell behandelte starke Entzündungsherde, bakterielle, virale sowie parasitäre Krankheiten im Ohrbereich
  • Sekundärschäden aufgrund von Krankheiten wie z. B. Borreliose, welche durch Zecken übertragen wird und andere Krankheitserreger
  • Schäden durch laute Geräusche, Knalltraumata oder auch Druckwellen
  • Eine Beschleunigung der degenerativen Prozesse im Alter durch schlechte Ernährung, fehlendem Hörtraining oder den zu späten Einsatz eines Hörgeräts
  • Durch häufiges zu lautes Musikhören oder auch keinen Schutz des Gehörgangs bei lauten Konzerten etc.
  • Psychische Einflüsse wie z. B. durch Depressionen, Burn-out aber auch durch körperliche Einflussfaktoren, die sekundär ebenfalls durch Stress bedingt sein können, wie z. B. starker Bluthochdruck wirken sich negativ auf den Gehörsinn aus.

Körperliche und psychische Einflussfaktoren, die für viele Betroffene nicht direkt mit dem Gehörsinn zusammenhängen

Die eben aufgezählten Möglichkeiten die unser Gehör sowohl kurz, als auch im ungünstigsten Fall langfristig schädigen können, sind nur ein kleiner Ausschnitt, dessen was sich alles negativ auf unseren Gehörsinn auswirken kann.

Aus eigener Erfahrung hatte ich aufgrund von stark stressbedingten Faktoren nicht nur ein Fremdgeräusch in meinen Ohren, welches vielen Betroffenen unter dem Wort Tinnitus bekannt ist, sondern auch ein temporär reduziertes Hörvermögen. Die Ohren fühlten sich praktisch täglich über längere Phasen von teils Stunden wie betäubt und verschlossen an.


Solche Einflussfaktoren wie psychische Erkrankungen und Stress sind zwar vielen Menschen bekannt, werden aber leider häufig genauso wenig wie körperliche Krankheiten z. B. bei einer fortgeschrittenen Diabetes mit einem schlechten Gehör oder temporären Hörproblemen und Langzeitschäden in Verbindung gebracht.

Warum Hörgeräte so wichtig sind, um seinen Gehörsinn wieder zu erlangen und auch zu erhalten

Spätestens wenn man bei normaler Gesprächslautstärke einen Teil der Worte gar nicht mehr richtig mitbekommt, sollte man sich einen Termin beim Facharzt geben lassen. Je früher man so individuell entscheiden kann, ob ein Hörgerät bereits sind, macht, umso besser kann man reagieren und weitere Schädigungen des Gehörs verlangsamen und in manchen Fällen sogar stoppen.

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Hörgeräten, Qualitäts- und Preisklassen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, bei vorliegendem ärztlichem Rezept einen festen Satz von knapp 800 Euro für Hörgeräte. Jeder Hörgeräteakustiker ist dazu angehalten zuzahlungsfreie Modelle anzubieten, die ebenso modern und auf neuestem technischem Niveau sind. Wählt man ein teureres Gerät, so zahlt man nur die Differenz. Lediglich eine Rezeptgebühr von 10 Euro pro Hörgerät fällt dann noch an.

Bei der Anschaffung eines entsprechenden Gerätes sollte man auf führende Anbieter zurückgreifen. Langjährige Erfahrung, führende Technik, intensive Beratung und eine reibungslose Abwicklung mit der Krankenkasse führen dann zum passenden Hörgerät.

Ein schlechtes Gehör, das unbehandelt bleibt führt zu weiteren Symptomen und Erkrankungen

Auch wenn es für viele immer noch ein Tabu ist zu einem Hörgerät zu greifen, so sollte man sich immer bewusst machen, dass eine Einschränkung des Gehörsinns bei zunehmender Stärke zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen kann. Diese reichen von eher harmlosen Symptomen wie Müdigkeit, über Kopfschmerzen, bis hin zu depressiven Stimmungslagen und psychischen Erkrankungen, weil man am Leben nicht mehr richtig teilnehmen kann. Die dauerhafte und erhebliche Anstrengung des immer wieder genauen Hinhörens bei Gesprächen und Umgebungsgeräuschen aufgrund des eingeschränkten Hörsinns belasteten den Körper und die Psyche zusätzlich.

Wann benötigt man überhaupt ein Hörgerät und sollte einen Arzt für eine genaue Diagnose aufsuchen?

Grundsätzlich gilt zu beachten, dass bei Notfällen immer sofort ein Arzt aufgesucht werden sollte, egal ob Unfall, Knalltrauma oder stressbedingter Hörsturz!

Schwierig wird es allerdings, wenn es um eine schleichende Hörminderung geht. Die Symptome entwickeln sich langsam und sind daher für Betroffene meist erst dann wahrnehmbar, wenn sie schon vorangeschritten und deutlich spürbar sind.

Vorab gibt es allerdings schon häufig Hinweise auf eine Hörminderung, die durch Menschen aus dem nahen Umfeld wahrgenommen werden. Etwa wenn der Fernseher zu laut läuft oder bestimmte Geräusche nicht mehr wahrgenommen werden.


Sobald der Verdacht entsteht, dass eine Hörminderung vorliegt, sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden, um den Grad der Hörminderung festzustellen. Umso schneller der Hörverlust erkannt wird, umso schneller kann ein weiteres Voranschreiten aufgehalten werden. Nicht erkannte oder ignorierte Hörminderungen führen zwangsläufig in den erläuterten Teufelskreis, mit sich immer weiter verschlechternden Symptomen.

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Autor: Marco Eitelmann

Mein Name ist Marco Eitelmann und ich schreibe hier seit Gründung dieser Webseite im Jahr 2014 hauptsächlich über die Themen: Gesundheit, Ernährung sowie Natur- und Umwelt. Mein Fachwissen in diesen Bereichen stammt aus meiner inzwischen fast 20 jährigen Berufserfahrung im Lebensmittelhandel und der Nahrungsmittelproduktion und durch ständige Fortbildung im Ressort Ernährung sowie der ausgiebigen Lektüre von mittlerweile weit über 200 Fachbüchern aus den Bereichen Medizin und Naturwissen.

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