Ist Naturkosmetik auch gleich Bio-Kosmetik? Welche Unterschiede gibt es?

Kräuter, Blüten und Pflanzenauszüge sollten die Hauptbestandteile von Natur- und Bio Kosmetik sein. Jedoch werden immer noch viel zu häufig künstliche Zusatzstoffe hinzugefügt.

Beitrag aktualisiert am 1. Mai 2020 von Marco Eitelmann

Heilkräuter und Naturkosmetik sind auf dem Vormarsch und haben glücklicherweise wieder einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft eingenommen. Dies hat mehrere gute Gründe, denn immer mehr Menschen möchten, so gut es geht, auf synthetische Produkte verzichten. Nicht nur in den letzten Jahrzehnten hat die Kosmetikindustrie es augenscheinlich übertrieben mit den Zusatzstoffen und leider werden nicht wenige dieser Stoffe als gesundheitsschädlich oder gar krebserregend eingestuft.

Das gilt insbesondere für ihre negativen Eigenschaften auf die Umwelt und deren Flora und Fauna! Vor einiger Zeit habe ich diesbezüglich einen ausführlichen Beitrag über die teils äußerst bedenklichen Zusatzstoffe in Shampoos geschrieben. Um diesen Produkten zu entgehen, besinnen sich immer mehr Menschen wieder zurück auf Naturprodukte. Doch was sollte bei dieser Entscheidung genau beachtet werden und wie erkennt man eine hochwertige Qualität?



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Kosmetik und Parfums mit Rohstoffen aus ökologischem Anbau

Da Bio- und Naturkosmetik immer mehr gefragt sind, gibt es auch zahlreiche Anbieter von Parfums, die Bio-Produkte anbieten. Zum einen muss ganz klar gesagt werden, dass die Pflanzen für diese Produkte wesentlich umweltfreundlicher angebaut werden, da keine künstlichen Herbizide oder Pestizide für deren Produktion zum Einsatz kommen. Eine wesentlich geringere Hautbelastung und oftmals auch weniger allergische Reaktionen sind ein weiterer positiver Faktor bei der Auswahl von vielen naturnahen Kosmetikprodukten. Denn diese Reaktionen liegen zum großen Teil leider an den chemischen Zusatzstoffen, die sowohl bei Standardkosmetik, als auch bei den Düften vieler Parfums vorhanden sind.

Wer noch einen tollen ökologischen Duft sucht, kann unter anderem eine hervorragende Alternative mit Annemarie Börelind finden. Sie entwickelt schon seit einem halben Jahrhundert Bio-Kosmetik. Zudem sind ihre Produkte durch klinische Tests bestätigt, hautverträglich und hochwirksam. Dabei werden nur natürliche Inhaltsstoffe für die Herstellung verwendet. Es werden keine Erdölderivate und Silikone genutzt und auch auf Tierextrakte wird komplett verzichtet.

Naturkosmetik und Bio-Kosmetik – was ist der Unterschied?

Naturkosmetik ist nicht gleich Bio-Kosmetik. Es handelt sich dabei um zwei verschiedene Dinge. Denn Naturkosmetik muss nicht zwingend aus Produkten mit Bio-Siegel hergestellt werden. Zudem sind die Begriffe Bio-Kosmetik und Naturkosmetik rechtlich nicht eindeutig geschützt geschweige denn geregelt. In den vergangenen Jahren wurden jedoch mehrere Siegel entwickelt, die die entsprechenden Produkte als Natur- oder Bio-Kosmetik zertifizieren. Dies hilft den Verbrauchern bei ihrer Entscheidungsfindung synthetische Produkte zu vermeiden, um so möglichst natürlich und gesund leben zu können.

Naturkosmetik

Bei Naturkosmetik handelt es sich um Kosmetik, die zu einem sehr hohen Anteil aus pflanzlichen Inhaltsstoffen sowie Zusätzen natürlicher Herkunft besteht. Dabei gilt aber auch, dass es sich um chemische Abkömmlinge natürlicher Rohstoffe handeln darf. Sogar tierische Rohstoffe dürfen bei Naturkosmetik zum Einsatz kommen. Insbesondere Bienenwachs oder Lanolin (Schafswollfett), aus dem hauptsächlich auch Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel hergestellt wird, sind in Naturkosmetik sehr häufig zu finden. Ein weiterer Minuspunkt in der Naturkosmetik kann je nach Produkt sein, dass die Rohstoffe aus konventionellem Anbau stammen dürfen und somit auch Schadstoffe nicht immer ausgeschlossen werden können.


Seit dem Jahr 2008 gibt es für Naturkosmetik das Siegel Natrue. Dieses ist mittlerweile sehr verbreitet und wurde von der European Natural and Organic Cosmetics Interest Grouping E. E. I. G. aus Brüssel ins Leben gerufen. Dabei setzt der Natrue Standard auf spezifische Qualitätsmerkmale und hat auch vieles mit dem BDIH-Standard gemeinsam. Natrue Labels haben jedoch einen festgelegten Mindestgehalt an Naturstoffen und es wurde ebenso definiert, welcher Maximalgehalt an naturnahen Stoffen in den jeweiligen Produkten vorhanden sein darf.

Das Label Ecocert hat bei der Naturkosmetik einen noch höheren Standard und sieht zudem einen grundlegend höheren Gehalt an Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau vor.

Bio-Kosmetik

Bio-Kosmetik bedeutet, dass die Inhaltsstoffe in der Regel aus ökologischem Anbau stammen. Allerdings hängt es von dem jeweiligen Siegel ab. Natrue und Ecocert geben vor, dass mindestens 95 % der pflanzlichen Inhaltsstoffe bzw. mindestens 10 % der gesamten Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau stammen müssen. Leider bilden bei Bio-Kosmetik die Emulgatoren wie auch Konservierungsmittel eine Ausnahme. Diese müssen nicht biologischem Ursprungs sein.

Weiterhin sollte jeder Nutzer wissen, dass Bio-Kosmetik nicht unbedingt vegan sein muss. Wer auf vegane Produkte setzt, der sollte sich diesbezüglich genau informieren. Vegane Kosmetik besteht in der Regel hauptsächlich aus pflanzlichen Rohstoffen, Mineralienverbindungen, Wasser und anderen Zusätzen und sollte zudem immer tierversuchsfrei sein! Doch Vorsicht: Wo vegane Kosmetik drauf steht, heißt es nicht, dass diese vollständig natürlichen Ursprungs sein muss. Hier können leider trotzdem viele weitere chemische Bestandteile enthalten sein.

Dennoch können Verbraucher davon ausgehen, dass Bio-Kosmetik frei von Derivaten aus der Petrochemie (Paraffine, PEGs, -propyle-, -alkyle-, etc.) sowie synthetischen Duft- oder Farbstoffen und Silikone oder gentechnische modifizierten Inhaltsstoffen sein sollten. Auch erlauben beide vorgestellten Siegel keine Tierversuche sowie die Bestrahlungen von pflanzlichen Inhaltsstoffen und Endprodukten.

Es gibt jedoch noch weitere Unterschiede in der Kosmetik. Der Begriff Pflanzenkosmetik heißt im Prinzip nur, dass ein Anteil an Inhaltsstoffen pflanzlicher Herkunft darin zu finden sein muss. Diese Produkte können jedoch auch stark prozessierte Substanzen enthalten, welche in ungünstigen Fällen bei empfindlichen Personen Allergien oder Hautreaktionen hervorrufen können oder gar akut schädlich den Körper sind.

Fazit:

Man kann bei Pflegeprodukten wie auch bei Düften in den allermeisten Fällen auf ökologische Alternativprodukte setzen und auf künstliche Chemie komplett verzichten. Unsere Haut und unser Körper dankt es uns. Weiterhin sind ökologische Produkte wesentlich nachhaltiger im Bezug auf die Umwelt, insbesondere was den Eintrag von weniger Schadstoffen in unsere Gewässer und eine höhere Dichte sowie Vielfalt an Insekten angeht, die auf und um die Anbauflächen der verwendeten Rohstoff-Pflanzen leben. Einige davon werden sogar in unseren Regionen angebaut, was bedeutet, dass keine langen Wege für den Transport benötigt werden.


Aus diesem Grund sollte jeder vor dem Kauf von Naturkosmetik die entsprechenden Labels genauer unter die Lupe nehmen. Es gibt viele Siegel, teils ohne Kontrolle und Zertifizierung, die am Ende jedoch qualitativ nichts bedeuten müssen. Die EU möchte in den nächsten Jahren ihr geplantes Siegel für Bio- und Naturkosmetik auf den Markt etablieren. Dies wird zu einheitlichen Mindeststandards bei den jeweiligen Produkten führen, nach denen sich die Verbraucher orientieren können.

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Über Marco Eitelmann 429 Artikel
Hier schreibt Marco Eitelmann seit Oktober 2014 über die Themen: Gesundheit, Ernährung, Natur und Umwelt. Qualifikation des Autors: Ich habe über 16 Jahre Berufserfahrung im Lebensmittelhandel gesammelt und mich durch zusätzliche private Fortbildung zum Experten im Bereich Lebensmittelzusatzstoffe, Ernährung und Gesundheit entwickelt. Beruflich lag zudem ein Schwerpunkt auf der Lebensmittelsicherheit (HACCP und EHI Dokumentation) sowie dem Infektionsschutz. Privat: Ernähre ich mich ebenfalls sehr gesund und bin immer wieder mit Experimenten sowie dokumentierten Selbstversuchen in Sachen Ernährung und Gesundheit beschäftigt. Ich verbringe meine Zeit am liebsten in der Natur und habe mir dabei viel Wissen durch Fachliteratur und praktische Erfahrungen über Pflanzen, Pilze und Wildkräuter angeeignet. Ich meditiere täglich und mache regelmäßig Qi Gong.

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