Was „Clean Beauty“ ist und was es nicht ist!

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Beitrag überprüft und zuletzt aktualisiert am 23. Juni 2021

Unter dem Begriff Clean Beauty, werden Kosmetikartikel und Pflegeprodukte geführt, die besonders „sauber“ bzw. rein in Bezug auf Ihre Inhaltsstoffe gelten, auch wenn hier grundlegend keine klare Definition vorhanden ist, inwiefern dies geschieht. Der Begriff deckt auch Kosmetika und andere Produkte in diesem Bereich ab, die besonders schonend bei ihrer Anwendung auf die Gesundheit, insbesondere auf Haut und Haar einwirken sollen.

Was Clean Beauty jedoch nicht umfasst, sind z.B. generell vegane Pflegeprodukte, reine Naturkosmetik oder den Ausschluss jeglicher synthetische Inhaltsstoffe. Macht es dann überhaupt Sinn zu diesem Label zu greifen, das vom Gesetzgeber nicht einmal definiert wurde und einheitliche Standards besitzt?



Clean Beauty – Ein Begriff ohne genaue Inhaltsdefinition

Warum sollte man dann überhaupt Clean Beauty Produkte kaufen, wenn man sich nicht bei allen Marken auf sichere Standards verlassen kann? Es gibt in diesem Sektor sowohl Hersteller die ihre Pflegeserien hauptsächlich mit natürlichen Inhaltsstoffen, teils sogar veganen Zusätzen versehen und dann auch wieder welche die bekannten synthetischen Derivate zusetzen.

Schauen wir uns die Definitionen bei großen Marken an, so fällt auf, dass aus diesen Tatsachen auch kein Geheimnis gemacht wird. Die Clean Beauty bei Douglas wird z.B. mit Zitat: „Clean Beauty ist nicht gleichzusetzen mit „natürlich“, „vegan“ oder „frei von jeglichen synthetischen Inhaltsstoffen“, sondern vereinfacht eine einfache und schnelle Orientierung beim Beauty-Shoppen“ definiert.

Der entscheidende Hinweis ist jedoch, dass Clean Beauty ohne die Nutzung der zu Recht umstrittenen Tierversuche und besonders bedenklichen Inhaltsstoffe auskommt. Genau dies ist auch der Grund, warum die „saubere/freie Pflege“ beim Kauf doch weiter oben auf der Einkaufsliste stehen kann.

Was in Clean Beauty Serien tatsächlich nicht enthalten sein sollte!

Zum einen erhält man unter dem Begriff in aller Regel tierversuchsfreie Kosmetika und Pflegeprodukte. Dies für sich genommen ist einer der wichtigsten Kaufkriterien. Genauso wichtig ist es jedoch für mich persönlich beim Kauf von Artikeln, die ich mir letztendlich direkt auf den Körper auftrage, dass diese frei von besonders umstrittenen Zusatzstoffen sind.

Von diesen Stoffen gibt es nicht wenige. Ich habe vor einiger Zeit schon zwei Artikel verfasst, die zum einen die bedenklichsten Stoffe in Shampos behandeln und zum anderen einen direkten Artikel über die Gefahr von Stoffen in Hautpflegeprodukten nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt abdecken.

Neben den bedeutenden Faktoren Tierversuche und Gesundheitsbedenken, ist es gerade auch die Umweltverschmutzung die viele Beauty Produkte zur Haut-, Haar- und Körperpflege leider immer noch beinhalten.

Silikone, Parabene, Mikroplastik und synthetische Farbstoffpigmente landen in den Gewässern und auf den Äckern und können nur sehr schwer abgebaut werden. Einige dieser Stoffe brauchen Jahrzehnte bis Jahrhunderte, um wieder aus dem natürlichen Kreislauf zu verschwinden.

Da auch Clean Beauty Serien nicht frei von synthetischen Erzeugnissen sind oder grundlegend frei davon sein müssen, sollte auch hier genau auf den Hersteller und dessen Produktbeschreibung bzw. dessen Inhaltsstoffverzeichnis auf der Rückseite der Verpackungen geachtet werden.

Hoher Anteil natürlicher Inhaltsstoffe und Ausschluss von besonders kontroversen Zusätzen

Hier kann die Clean Beauty Gemeinschaft punkten. Denn im Großen und Ganzen legen alle Firmen besonderen Wert auf einen hohen Anteil natürlicher Inhaltsstoffe. Die meisten Marken die ich recherchiert habe setzen auf weit über 70 Prozent natürlicher Zutaten. Einige Hersteller werben sogar mit Werten weit über der 90 Prozentmarke.

Ich würde hier immer die Produzenten bevorzugen, die den höchsten Anteil aus der Natur bei ihrer Zusammensetzung bieten. Vereinzelt findet man sogar Kosmetika mit über 95 % natürlichem Inhalt. Wer mehr möchte, der muss auf absolut reine Bio Naturkosmetik zurückgreifen oder direkt traditionelle Hausmittel zur Pflege verwenden, wie z.B. ayurvedischen Ghee, den kann man dann sogar essen.

Kontroverse Chemikalien sind ein ernstzunehmender und für die Gesundheit und die Umwelt wirklich kritischer Faktor bei der Auswahl von Beauty Produkten. In den Clean Beauty Serien sollten diese ausgeschlossen sein, auch wenn diese natürlich von gesetzlicher Seite her weiterhin für sonstige Kosmetika zugelassen sind.


Die EU ist wesentlich kritischer und strenger bei der Freigabe solcher Stoffe als z.B. die USA. Während in der EU über 1300 Inhaltsstoffe in den Pflegelinien nicht zugelassen sind, sind es laut der diesem Artikel der Vogue in den USA nur 30!

Man muss sich also nicht wundern, wenn gesundheitlich Probleme, insbesondere Allergien und Unverträglichkeiten zunehmen. Die vereinigten Staaten zählen übrigens in diesem Bezug zu den unreguliertesten Märkten der Welt. Kein Wunder das dort der Clean Beauty Trend besonders gut ankommt und das zu Recht! Aber auch die verbleibenden 30 Stoffe die hierzulande zugelassen sind müssen aus meiner Sicht definitiv nicht an oder in den Körper gebracht werden.

Clean Beauty sollte z.b. immer frei von folgenden Inhaltsstoffen sein, ein prüfender Blick auf die Verpackung sollte trotzdem erfolgen!

  • Stark reizende sowie synthetische Duftstoffe
  • Künstliche Farbstoffe wie z.B. Titandioxid oder Azofarbstoffe, die leider sogar legal in unserem Essen zugesetzt werden!
  • Phthalate (hormonstörende Weichmacher)
  • Polyethylenglykol kurz PEG, Nebenprodukte der Erdölindustrie, können allergische Reaktionen fördern
  • Aggressive und umstrittene Konservierungsmittel
  • Silikone, die gleichzeitig stark umweltschädigend sind!
  • Oxybenzon ein künstlicher UV Filter, der die Ozeane und Gewässer vergiftet und gesundheitlich im Verdacht steht hormonelle Beeinflussung und allergische Reaktionen auszulösen.
  • Sonstige Mineralölderivate
  • Mikroplastik welches sich in den Gewässern anreichert und nicht von den Organismen abgebaut werden kann
  • Aluminiumsalze
  • Sodium Lauryl Sulfat ein Tensid das vor allem bei empfndlicheren Personen sehr reizend wirken kann und besonders umstritten ist unter den Schaumbildnern.

Neben dem Ausschluss dieser besonders umstrittenen Inhaltsstoffe streben die Hersteller natürlich in der Regel auch an, dass die verbleibenden synthetischen und auch natürlichen Stoffen besonders schonend auf den Körper wirken. Natürlich gibt es in der Branche auch schwarze Schafe, die das Clean Beauty Label bis zum Maximum ausreizen oder sogar überspannen und im Grunde nicht diesen Titel nutzen sollten. Die meisten Produzenten jedoch überbieten sich geradezu mit immer besseren, natürlicheren und saubereren Rezepturen.

Lohnt sich beim Einkauf ein Blick auf die Clean Beauty Auszeichnung?

Ein ganz klares: Ja! Zwar sind in anderen Ländern wie den USA, China oder Australien die Regeln zu den Inhaltsstoffen wesentlich laxer als hierzulande, was natürlich dort das Clean Beauty Label zu besonderem Erfolg geführt hat, dennoch sind auch die in der EU zugelassen bedenklicheren Stoffe nicht zu verachten, die ebenfalls durch das Siegel ausgeschlossen werden sollten.

Wer hingegen garantiert vegane Kosmetik sucht oder reine Naturkosmetik, der muss bei Clean Beauty Produkten wesentlich genauer hinsehen. Ebenso sieht es mit der Zugabe von synthetischen Inhaltsstoffe aus. Auf die Freiheit von Tierversuchen und besonders schädlichen Chemikalien kann man sich jedoch in aller Regel verlassen.

Clean Beauty eignet sich daher vor allem auch für Menschen die bisher gar nicht darauf geschaut haben wo ihre Produkte herkommen, was genau enthalten ist oder ob Tierversuche zur Herstellung verwendet wurden. Hier ist der Unterschied zu konventioneller Kosmetik schon ein sehr großer Schritt.

Für Puristen, Veganer und Freunde wirklich reinster Naturkosmetik ist Clean Beauty ebenfalls interessant. Während „Vegan“ ein festgeschriebener und gesetzlich definierter Begriff ist, ist es im Gegensatz dazu die Naturkosmetik ebenso wenig wie Clean Beauty. Denn auch in der Naturkosmetik können künstliche Begleitstoffe enthalten sein!

Deshalb kann so mancher Naturkosmetikfreund auch in den Clean Beauty Linien fündig werden, genau wie ein Veganer. Wichtig ist die Verpackungskontrolle vor dem Kauf. Ein veganes Siegel oder die Angabe von z.B. 95 Prozent natürlicher Inhaltsstoffe auf der Verpackung ist eben nicht freie Definitionssache, sondern eine Konstante, an die sich die Hersteller bei Aufdruck halten müssen.

Fazit


Persönlich würde ich immer das Clean Beauty Produkt gegenüber dem Konventionellen bevorzugen oder gleich Teile meiner Pflegeprodukte selbst herstellen. Ich kaufe z.B. für mich seit mehreren Jahren kein Deo mehr und produziere es selbst aus Natron, ganz wenig natürlichen, ätherischen Ölen und Kokosöl. Das ist dann 100 Prozent natürlich und wirklich 100 Prozent Clean.

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Autor: Marco Eitelmann

Mein Name ist Marco Eitelmann und ich schreibe hier seit Gründung dieser Webseite im Jahr 2014 hauptsächlich über die Themen: Gesundheit, Ernährung sowie Natur- und Umwelt. Mein Fachwissen in diesen Bereichen stammt aus meiner inzwischen fast 20 jährigen Berufserfahrung im Lebensmittelhandel und der Nahrungsmittelproduktion und durch ständige Fortbildung im Ressort Ernährung sowie der ausgiebigen Lektüre von mittlerweile weit über 200 Fachbüchern aus den Bereichen Medizin und Naturwissen.

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