Moralisch und ethisch einwandfreie Banken – Warum selbst ein einfaches Girokonto Waffengeschäfte, Kinderarbeit und Umweltzerstörung fördern kann

Girokonten gibt es von dutzenden Banken in Deutschland, sowohl als reine Onlinekonten als auch in Verbindungen mit sogenannten „Hausbanken“ die ihren Nutzern die zusätzliche Möglichkeit eines Onlinekontos bieten. Nur wenige dieser Banken berücksichtigen wesentlich strengere Anlagekriterien und Verwendungszwecke des Ihnen zur Verfügung gestellten Kapitals als der Durchschnitt. Es gibt z.B. Banken die Finanzierungen von Waffengeschäfte und Investitionen in Aktien von Waffenherstellen strikt ablehnen und diesen Vorsatz in ihre Anlagepolitik auch fest integriert haben.

Jeder Bankkunde – und das sind spätestens mit dem ersten Girokonto nahezu alle volljährigen Personen in Deutschland – steht vor der Aufgabe früher oder später zum ersten Mal die „richtige“ Bank zu wählen. Gerade wenn es um Nachhaltigkeit, Ethik und den Umgang mit unseren Planten und dessen Bewohnern geht, sind leider immer noch eine überwältigende Mehrheit der Banken keine Vorzeigeunternehmen. Manche Banken glänzen sogar mit ihren Investments in die Waffenindustrie, umwelt-zerstörerischen Mienenkonzernen und in Sachen sozialen Arbeitsbedingungen miserabel ausgestatteten Textil-Riesen und etlichen anderen Unternehmen auf der Welt in denen selbst Kinderarbeit noch zum Normalzustand gehört. Wer sich nun fragt: „Was habe ich und mein Girokonto damit zu tun?“, dem kann ich den folgenden Beitrag besonders empfehlen.



Banken mit „gutem Gewissen“ – gibt es das überhaupt?
Egal ob Privatbank, Genossenschaft oder Bank mit Umwelt und sozial bezogenem Konzept, alle wollen letztendlich Geld verdienen. Die Frage ist jedoch mit was wollen diese Banken Geld verdienen und mit welchem Renditeziel. Meist ist so, dass je höher dieses Ziel gesteckt wird irgendwann die Spekulation ausarten muss, um es auch erreichen zu können. Mit Waffen, Agrarrohstoffen, faulen Krediten und Ausfallversicherungen auf diese, lässt es sich dabei ebenso gut spekulieren, wie mit einfachen Aktien oder Anleihen „sauberer“ Unternehmen. Während es selbst heute noch nach der Finanzkrise viele Banken normal finden mit Grundnahrungsmitteln zu zocken, oder Diktatoren über Anleihen mit Geldern zu versorgen, gibt es auch eine positive Gegenbewegung unter den Instituten, welche solche Geschäfte in ihren Geschäftsbedingungen ausschließen. Diese Ethik- und Umweltbanken bieten dabei ähnliche Serviceleistungen wie normale Hausbanken und große Konzerne. Den Service eines einfachen Girokontos decken sie dabei auf jeden Fall gut ab, sind aber auch für Geschäftskunden interessant, insbesondere haben sie für diese Zielgruppe einen zusätzlichen positive Image Effekt, der je nach Branche sogar deutlich positiv bei den Kunden ausfallen kann.

Beispiel: Ethikbank und ihre Anlagekriterien und sozialen Projekte
Ein gutes Beispiel für eine sozial- und umwelttechnisch wesentlich bessere Alternative zum 0815 Girokonto ohne diese wichtigen Beschränkungen ist die EthikBank. Wer also zu einer Bank wechseln möchte, die ethische Werte in ihrer Anlagepolitik berücksichtigt, der ist dort gut aufgehoben. Ich habe deren Webseite genau durchgelesen, besonders gut gefielen mir folgende drei Passagen:

Zitate:

  1. „So investiert die EthikBank das Geld ihrer Kunden nicht in Rüstungsgeschäfte, Atomkraft oder in Unternehmen, die Kinderarbeit zulassen“
  2. „EthikBank-Kunden können so jederzeit nachschauen, in welche Wertpapiere die Bank investiert und wofür die Ökokredite verwendet werden“
  3. „Die Unternehmen, die Geld von der EthikBank bekommen, müssen sich aktiv für eine nachhaltige Wirtschaftsweise engagieren.“

Warum Du mit Deinem Girokonto indirekt die Welt etwas verbessern- bzw. die Gewinne daraus vor Missbrauch schützten kannst
Vorab gesagt: Das Geld auf den Girokonten der Privatkunden sowie Geschäftskunden ist sogenanntes „Sondervermögen“. Dieses Geld kann eine Bank, zumindest in Deutschland z.B. nicht einfach direkt zum Kauf von Aktien eines Waffenherstellers oder einer Kupfermine in Brasilien investieren. Das ist glücklicherweise auch so gesetzlich geregelt. Da die Bank jedoch mit den Einlagen ihrer Kunden Gewinne macht, Gebühren kassiert, wiederum neue Kredite vergeben kann usw. wird damit indirekt und verzögert in eventuell jedoch genau solche Werte investiert. Die Einlagen der Kunden ermöglichen indirekt größere Vergaben von Kreditsummen, z.B. an Waffenproduzenten, Kohleminen, Atomkonzerne oder die Investmentabteilung der Bank investiert gleich direkt über Anleihen beim Diktator am anderen Ende der Welt. Würden diese Banken nicht über die Masse an Einlagen, welche auch durch Girokonten entstehen und die daraus zusätzlich gewonnen Gebühren verfügen, dann wären solche Investitionen wesentlich schwieriger oder zumindest in kleinerem Umfang möglich. Inzwischen kommt zwar auch bei den größeren Instituten an, dass der Verbraucher (wenn es lange genug in den Medien diskutiert und gezeigt wurde) z.B. allergisch auf Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln wie „Reis und Weizen“ reagiert, während auf der Welt Menschen verhungern die teils über 80 Prozent ihres niedrigen Einkommens in Lebensmittel stecken müssen, doch grundsätzlich hat sich bisher trotz allem nur sehr wenig geändert. Ein Girokonto verbessert, wenn es richtig gewählt wurde im Kleinen die Welt, zumindest ein Stückchen. Selbst sehr aktive Börsenteilnehmer sehen Punkte wie die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln sehr ähnlich. Ich finde es müsste ein komplettes Verbot für Weizen, Mais und Reis geben. Dazu hatte ich auch auf meinem Wirtschafts- und Börsenblog bereits vor längerer Zeit eine entsprechende Umfrage gestartet. Selbst die aktivsten Marktteilnehmer sind aktuell zu 77 Prozent gegen die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln oder nicht derartig investiert. Aktuell haben 34 Personen an der Umfrage teilgenommen, nur 3 von ihnen also 9 Prozent ist es egal ob man mit Grundnahrungsmitteln spekulieren sollte oder nicht und was die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt dadurch sein könnten.



Fazit:
Man muss nicht an der Börse aktiv sein oder ein sehr großes Vermögen sein Eigen nennen, um den weltweiten Kapitalmarkt ein Stückchen positiv zu verändern. Mit jedem Kunden der sich für eine Bank entschiedet, welche ethisch und moralisch verwerfliche Themen in ihrer Anlagepolitik und bei ihrer Kreditvergabe ausschließt und mit jedem Verzicht auf ein Direktinvestment in Aktien oder Anleihen, welche einem Waffenkonzern, Umweltzerstörer oder Diktator zugutekommen, verbessert sich die Welt ein Stückchen. Wer neben dem Girokonto auch noch gezielt in Unternehmen investiert, die sich für eine nachhaltige gesellschaftliche Veränderung, für Umweltschutz und menschlichen Umgang mit ihren Arbeitnehmern engagieren, der fördert ebenfalls diesen positiven Trend. Insbesondere die ganz großen Umweltzerstörer sollten meiner Meinung nach aus einem ethischen Portfolio dringend außen vorgelassen werde. Es sind „nur“ 100 weltweit operierende Unternehmen, welche jedoch zusammen unglaubliche 71 Prozent der globalen klimaschädlichen Emissionen verursachen sollen.

Weitere interessante Artikel und Beiträge

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*