Sind CBD Produkte in Deutschland und der EU legal?

Lange galten CBD-haltige Produkte als Grauzone in Sachen Legalität. Doch wie sieht es heute aus?

Über das Thema CBD habe ich schon etliche Beiträge auf meiner Webseite verfasst. Einige davon enthalten bereits einen kurzen Hinweis zur Rechtslage bezüglich des Handels und des Erwerbs solcher Produkte.

Die Abkürzung CBD steht für Cannabidiol, welches je nach Hanfsorte in unterschiedlicher Konzentration nachweisbar ist. Aufgrund gezielter Züchtung und der Pflanzengenetik kommt es in der entsprechenden Cannabis-Pflanze immer in individuellen Mengen vor



Anzeige
"Nur" stark gestresst, schon am ausbrennen oder bereits mittendrin? Du kannst bei meinem kostenlosen Burnout-Test ohne Angabe persönlicher Daten mitmachen. Der Fragenkatalog gehört zu den ausführlichsten kostenlosen Exemplaren im deutschsprachigen Internet!

Hierzulande und im Rest Europas ist sogar der Anbau und der Handel von gewöhnlichem Nutzhanf streng reguliert und bedarf spezieller Anbaugenehmigungen. Dieser Hanf darf nur minimale Anteile von THC aufweisen.

Der Cannabidiolanteil ist hingegen beim Nutzhanf relativ egal, zumindest wenn er später nicht für CBD Produkte genutzt wird, sondern entweder industriellen Zwecken dient oder als landwirtschaftliches Gut z.B. zu geschälten oder ganzen Hanfsamen sowie Hanföl für Speisezwecke genutzt wird.

Bei Hanfsorten, die absichtlich mit einem besonders hohen Gehalt an CBD gezüchtet wurden, ist die gesetzliche Regelung für die daraus gewonnenen Cannabidiol Produkte noch strenger. Diese dürfen maximal einen THC-Gehalt von 0,2 % enthalten.

Auch für deren Herstellung sind nur zertifizierte Nutzhanfsorten zugelassen. Mehr dazu findet sich unter Punkt drei auf dieser Seite, die den Legalitätsstatus in Bezug auf das deutsche Betäubungsmittelgesetz ebenfalls gut erklärt.

Warum CBD legal ist und THC nicht

In den Vorstellungen sind für viele Händler und auch Konsumenten CBD Produkte immer noch eine gesetzliche Grauzone, die mit gewissen Vertriebs- Besitz- und Konsumrisken verbunden ist. Im Falle von zertifizierten und standardisierten Cannabidiol Artikeln ist jedoch kein Grund zur Panik angesagt. Diese sind laut aktueller Rechtslage legal zu erwerben.

Warum dies so ist, zeigt ein Vergleich in Kurzfassung zwischen dem enthaltenen Cannabidiol und dem THC einer Hanfpflanze und dessen Wirkung auf den Menschen.

  • CBD
    CBD wirkt dem THC entgegen, es wirkt entspannend, entzündungshemmend, antipsychotisch und stellt praktisch den Gegenpart zum Tetrahydrocannabinol kurz „THC“ her. CBD wird in der Pharmaindustrie zur Herstellung von Medikamenten eingesetzt, zu denen es immer mehr vielversprechende Studien gibt, zudem findet es in der Naturheilkunde Anwendung. Viele Erfahrungsberichte von Anwendern bringen je nach Krankheit und Behandlungsart immer wieder subjektive Erfolge mit sich und geben Anlass dafür, dass sich das Anwendungsspektrum von CBD in Zukunft noch deutlich erweitern wird. CBD ist nicht psychoaktiv oder halluzinogen! CBD ist allerdings auch nicht bei jedem Anwender völlig frei von Nebenwirkungen, wie es leider immer noch viel zu oft behauptet wird.
  • THC
    Das Tetrahydrocannabinol, welches ebenfalls von Hanfsorte zu Hanfsorte deutlich variiert, ist die eigentlich berauschende, psychoaktive und halluzinogene Substanz, die im Cannabis enthalten ist. THC-haltige Produkte sind in Deutschland illegal. Was man nun von diesem Gesetz hält und ob der Konsum dieser Substanz gut oder schlecht ist, sei mal außen vorgelassen. Fakt ist einfach, dass keine THC-haltigen Substanzen über 0,2 Prozent in unserem Land in irgendeiner Form auf dem freien oder inoffiziellen Markt verkauft werden dürfen.

Mehr Hintergrund zur rechtlichen Lage in Deutschland und der EU zu Cannabidiol

Es kam bis vor einigen Jahren immer wieder zu Razzien in entsprechenden Geschäften, daraus resultierenden Ängste von Händlern und teils kompletten Angebotsstreichungen großer Onlinehändler auf deren Marketplace-Plattformen.

Im Grunde wäre dies nicht nötig. Es können jedoch bereits sehr geringe Mengen über der Maximalgrenze von THC in den Produkten aufgrund der gesetzlichen Lage zu erheblichen Problemen bei den Herstellern und den Verkäufern führen, was unter anderem ein Kernproblem ist und die damit verbundenen Ängste zusätzlich schürt.

Sowohl für Menschen als auch für Tiere gibt es CBD Produkte. Auch ich habe bereits im Selbstversuch einige persönliche Erfahrungen damit sammeln können.


Diese Produkte, insofern sie ihren THC-Gehalt unter der gesetzlichen Grenze haben, sind in der EU und in Deutschland legal. Natürlich kann sich die Gesetzeslage diesbezüglich jederzeit ändern. Zudem dient dieser Beitrag ausdrücklich nicht als Rechtsberatung und stellt in diesem Zusammenhang auch keine Sicherheit in Bezug auf Gültigkeit, Aktualität und Richtigkeit der gesammelten Informationen dar.

Die Lage ist inzwischen relativ klar, was den Status von CBD angeht. Hauptsächlich als Nahrungsergänzungsmittel oder in Pflegeprodukten genutzt, wird es auch immer häufiger im medizinischen Zusammenhang verwendet. Übrigens soll bereits Ende des Jahres der erste medizinische Cannabis aus deutschem Anbau eingefahren werden.

Das Problem der Nachweisbarkeitsgrenze, dem 0,2 % THC-Gehalt und mehr…

Ein Unsicherheitsfaktor sind die unterschiedlichen Regelungen und Umsetzungsformen innerhalb und außerhalb der Länder der EU. Einmal hört man von „THC unter der Nachweisbarkeitsgrenze“ dann von „bis zu 0,2 % THC-Gehalt“ und dann wie z.B. in der Schweiz bis zu 1 % THC-Gehalt. (Anm. die Schweiz gehört nicht zur EU!)

Offiziell war bis November 2019 die Rechtstlage rund um CBD tatsächlich problematisch und lag oft in der häufig erwähnten „Grauzone“. Seit diesem Zeitpunkt gelten CBD-haltige Produkte jedoch als legale Nahrungsergänzungsmittel, wenn sie den gesetzlich geregelten sehr niedrigen THC Anteil nicht überschreiten.

Ganz neu ist folgende Schlagzeile „EIHA gewinnt gegen BVI – CBD ist kein Novel Food!“, sie stammt aus dem März 2020. Die European Industrial Hemp Association kurz EIHA, hat damit ein Urteil erwirkt, welchem zufolge derartige Produkte nicht unter die sogenannten „Novel Foods“ fallen. Darunter versteht man laut Definition „neuartige Lebensmittel“ die in der EU nur in begrenzten Mengen verkauft werden dürfen. Die entsprechenden Zulassungsverfahren solcher „neuartigen Lebensmittel“ sind oft sehr langfristig und kostspielig ausgelegt.

Wie die gesetzlichen Entwicklungen und Entscheidungen zu CBD-haltigen Produkten in Zukunft aussehen werden, bleibt abzuwarten. Bei CBD-haltigen Cremes, Badezusätzen und Duftlampen ist die Novel Foods Verordnung ohnehin nicht beteiligt gewesen.

CBD auf Reisen und die Gesetzeslage

Bei der rechtlichen Lage zu CBD Produkten, egal ob nun als Nahrungsergänzungsmittel oder als Creme deklariert, würde ich vorsichtig sein und mich vor jedem Reiseantritt ausgiebig über die gesetzliche Lage des Ziellandes informieren.

Was in der Schweiz mit 1 Prozent legal ist, ist in Deutschland illegal und kann in manch anderen Ländern vielleicht sogar mit einem Gefängnissauenthalt bestraft werden. In wiederum anderen Ländern kann es egal sein, wie hoch der THC-Gehalt tatsächlich ist. Ein genaues informieren über die gesetzlichen Bestimmungen im Zielland ist daher dringend notwendig!

Fazit:

Sowohl für Deutschland als auch die EU gilt aktuell eine einfache Richtlinie, die leicht zu merken ist:

  • THC-Gehalt des Produkts unter 0,2 % und das CBD wurde aus zertifiziertem und genehmigtem Nutzhanf angebaut und gewonnen, bedeutet -> legal
  • THC über 0,2 % und/oder ungesetzlicher, nicht zertifizierter Anbau -> illegal

Wenn man bedenkt, dass es bis vor 2016 außer dem Betäubungsmittelgesetz samt weniger ergänzender Grundlagen keine wirklich einheitliche Reglung zu THC und CBD gab, dann ist die Entwicklung vor allem der letzten drei Jahre bereits ein großer Fortschritt aus der Grauzone hinaus.

Vor dieser Zeit wurden sogar Tendenzen für CBD Produkte in Richtung Arzneimittelgesetz und einer damit verbundenen umfangreichen und kostspieligen Zulassung eingeschlagen, die für die meisten Hersteller unmöglich gewesen wäre.

Bei Arzneimitteln macht dies zwar Sinn, CBD Produkte sind aber meist Nahrungsergänzungsmittel oder Pflegeartikel. Es war ein langer Weg bis zur heutigen Gesetzeslage, die sicher nicht in Stein gemeißelt bleibt.

Wenn man bedenkt wie viel Liter Alkohol und Schachteln Zigarette ganz legal jedes Jahr an die Bevölkerung verkauft werden dürfen oder Medikamente mit teils fraglichem Nutzen und schwersten Nebenwirkungen verteilt werden, dann kommen schon einige Fragen auf, warum ausgerechnet CBD so torpediert wird.

Warum werden nachweislich toxische Suchtmittel wie Alkohol und Zigaretten legalisiert, obwohl die Langzeitfolgen so schlimm sein können?


Bei CBD ist es genau umgekehrt, sowohl was dessen gesundheitlichen Effekt in Bezug auf die Studienlage angeht als auch die Tatsache, dass CBD Produkte mit derart niedrigem THC-Gehalt keine Suchtgrundlage bieten können! Dennoch war der Weg in die Legalität der CBD Produkte ein langer, schwieriger und komplizierter Weg. Doch nun erlauben es die Gesetze, eigene Erfahrungen mit den Produkten zu machen und ein eigenes Urteil zu bilden.

Zum Thema weiterführende Informationen und zusätzliche interessante Beiträge:


Meine Empfehlung unter den Onlineapotheken
Seriös, günstig und sehr schnell im Versand
zusätzlich sind auch oft Gutscheine und Vergünstigungen vorhanden
DocMorris - Europas größte Versandapotheke*

Wenn Dir dieser Beitrag gefällt, freue ich mich wenn Du ihn teilst...
Über Marco Eitelmann 427 Artikel
Hier schreibt Marco Eitelmann seit Oktober 2014 über die Themen: Gesundheit, Ernährung, Natur und Umwelt. Qualifikation des Autors: Ich habe über 16 Jahre Berufserfahrung im Lebensmittelhandel gesammelt und mich durch zusätzliche private Fortbildung zum Experten im Bereich Lebensmittelzusatzstoffe, Ernährung und Gesundheit entwickelt. Beruflich lag zudem ein Schwerpunkt auf der Lebensmittelsicherheit (HACCP und EHI Dokumentation) sowie dem Infektionsschutz. Privat: Ernähre ich mich ebenfalls sehr gesund und bin immer wieder mit Experimenten sowie dokumentierten Selbstversuchen in Sachen Ernährung und Gesundheit beschäftigt. Ich verbringe meine Zeit am liebsten in der Natur und habe mir dabei viel Wissen durch Fachliteratur und praktische Erfahrungen über Pflanzen, Pilze und Wildkräuter angeeignet. Ich meditiere täglich und mache regelmäßig Qi Gong.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*