Wie kann man Gerstenkorn und Bindehautentzündung natürlich behandeln?

Beitrag aktualisiert am 19. Februar 2021 von Marco Eitelmann

Eine Bindehautentzündung oder ein teils ebenso schmerzhaftes Gerstenkorn, sind zwei häufige Augenleiden, die so ziemlich jeder Mensch im Laufe seines Lebens überstehen muss.

Beide Krankheitsbilder gehören zunächst immer fachärztlich genauestens abgeklärt. Ein Augenarzt muss sowohl eine Bindehautentzündung, als auch das Gerstenkorn sicher diagnostizieren können. Beide Krankheiten sind sehr gut heilbar, in den meisten Fällen geschieht dies von ganz alleine!



Während es bei der Bindehautentzündung sowohl die bakterielle, als auch virale Variante gibt, hat das Gerstenkorn nur einen bakteriellen Ursprung. Bei beiden Krankheitsbildern kann in Absprache und der Grundbehandlung durch einen Arzt auch auf natürlichem Wege eine Unterstützung durch traditionelle Hausmittel und Maßnahmen sowie pflanzliche Auszüge erfolgen.

Das Gerstenkorn – Natürliche Methoden zur Unterstützung der Heilung

Ein großer Teil der Bevölkerung bekommt mindestens einmal im Leben ein sogenanntes Gerstenkorn. Schon im frühen Kindesalter kann diese vor allem bei Druck schmerzempfindliche Erkrankung des Augenlieds zu einem belastenden Problem werden. Auch die Reibung beim Blinzeln sowie ein ständiges Jucken und Fremdgefühl geht mit dieser Erkrankung einher.

Zunächst muss der Augenarzt diagnostizieren, ob es sich tatsächlich um ein Gerstenkorn handelt und nicht um ein sogenanntes Hagelkorn. Hagelkörner werden im Gegensatz zu Gerstenkörnern nicht durch bakterielle Infektionen ausgelöst.

Das Hagelkorn ist viel mehr eine Entzündung der im Augenbereich befindlichen Meibom-Drüsen. Der so entstehende Knoten bildet sich durch eine Fehlfunktion des Abfließens von Sekret aus diesen Drüsen, was zu dem auffälligen und störenden Knubbel führt. Er ist nicht schmerzhaft, aber vor allem optisch unangenehm und sollte wie das Gerstenkorn von einem Augenarzt begutachtet werden.

Sowohl das Gerstenkorn als auch das Hagelkorn bilden sich laut dieser fachlichen Quelle nach einigen Wochen bis Monate von selbst wieder vollständig zurück.

Hilfe aus der Natur und positive Verhaltensweisen bei Gerstenkörnern

Oft wird bei einem Gerstenkorn keine Behandlung durch den Facharzt durchgeführt. Es heilt von alleine wieder nach Tagen bis Wochen aus und wird in den meisten Fällen nur dann aktiv behandelt, wenn die Schmerzen zu groß werden oder sich das Gerstenkorn nicht wie gewünscht öffnet und abheilt. Bei der Bindehautentzündung ist eine Heilung in den meisten Fällen ebenfalls von ganz allein möglich. In Rücksprache mit dem Arzt kann man jedoch einiges tun um den Heilungsprozess zu begünstigen.

Alternative Heilmethoden gibt es für nahezu jedes Krankheitsbild. Nicht alle davon sind wissenschaftlich belegt oder seriös. Man sollte auch nicht alles was mit Naturheilkunde oder sonstigen Unterbereichen der sogenannten alternativen Medizin wie z.B. der Homöopathie in einen Topf werfen. Dazu habe ich vor einiger Zeit einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Wie vielfältig die verschiedenen Anwendungen aus dem alternativmedizinischen Bereich sind, wurde in diesem Magazin gut zusammengefasst. Aber auch dieser recht ausführliche Artikel spiegelt nur einen Bruchteil des Spektrums wider, welcher von wissenschaftlich sicher bestätigten Methoden sowie natürlichen Heilmitteln, bis hin zu umstrittenen Therapien oder gänzlich nicht beweisbaren Handlungen reicht, die eher dem esoterischen Bereich zuzuordnen sind.

Es ist daher sehr wichtig sich genau über die jeweiligen „alternativen“ Methoden oder einer Kombination verschiedener Therapien zu informieren, die vor allem im Internet und von Heilpraktikern zu Hauf angepriesen werden.


Um den Heilungsprozess eines Gerstenkorns oder einer Bindehautentzündung natürlich zu unterstützen kann man aktiv folgende traditionelle Mittel und wirksame Maßnahmen einsetzen, die sowohl wissenschaftlich, als auch auf Erfahrungsbasis der Nutzer bestätigt wurden:

  • Versucht auf keinen Fall ein Gerstenkorn unter ständiger Beanspruchung auszudrücken oder gar gewaltsam zu öffnen. In einigen Tagen oder Wochen wird es dies von alleine tun. Auch bei einer Bindehautentzündung gilt, so wenig wie möglich manuell das Auge bzw. die Schleimhäute zu reizen!
  • Gönnt Euren Augen so viel Entspannung und Ruhe wie möglich, wenig Smartphone, PC und TV-Konsum, viel Schlaf und Wärme.
  • Ihr könnt in ärztlicher Absprache sachgerecht eine sogenannte Rotlichtlampe bei Gerstenkörnern nutzen. Die von der Lampe erzeugte Wärme kann gegebenenfalls dabei helfen, dass sich das Gerstenkorn schneller öffnet.
  • Da Gerstenkörner rein bakterielle Ursache haben, reibt nicht ständig im Auge und vermeidet es andere Personen anzustecken. Ständiges Fummeln im Auge sorgt für eine Verbreitung der Bakterien und erhöht die Chance auf eine Bindehautentzündung, die meist sekundär auftritt.
  • Sogenannte Schwarztee oder Quark Kompressen werden traditionell genutzt, um sie auf das geschlossene Augenlied zu legen und damit die Heilung zu beschleunigen. Hier handelt es sich aber um traditionelle Hausmittel, welche rein auf Erfahrungswerten basieren.
  • Seit dem Mittelalter wird als natürliches Mittel ein Aufguss aus der Heilpflanze „Augentrost“ für Augenleiden genutzt. Augentrost wird in einigen Apotheken angeboten. Allerdings ist der echte Augentrost lat. Euphrasia in Deutschland offiziell nicht als pflanzliches Heilmittel zugelassen. Es fehlen die sicheren wissenschaftlichen Studien dazu. Verkauft wird es entweder in Reinform, als Tinktur/Aufguss oder als homöopathisches Mittel. Mehr zum Augentrost und dessen Inhaltsstoffe und Anwendungsmöglichkeiten findet sich in dieser Heilpflanzendatenbank.
  • Falls ihr Kontaktlinsen tragt, nehmt diese so lange es geht aus den Augen raus und reduziert die Verweildauer im Auge, wenn das Tragen unbedingt sein muss.

Wenn sich Euer gesundheitlicher Zustand in irgendeiner Weise verschlechtert, dann geht bitte direkt wieder zum Arzt. Die genannten Punkte sollen auch nicht zur Selbstbehandlung aufrufen, sondern lediglich als Grundlageninformation dienen!

Was begünstigt ein Gerstenkorn oder eine Bindehautentzündung und welche unnötigen Risiken gilt es zur Vorbeugung zu vermeiden?

Um Gerstenkörner oder eine Bindehautentzündung am besten gar nicht erst entstehen zu lassen, kann man einige vermeidbare Risiken dafür aktiv senken.

  1. Vor allem wenn ihr Nutzer von Kontaktlinsen seid, reinigt diese immer sorgfältig und tragt sie so kurz wie möglich. Kontaktlinsen können gefährliche Keime ins Auge und die Schleimhäute transportieren und Gerstenkörner, Bindehautentzündungen und andere Krankheiten begünstigen.
  2. Zugluft und äußere Einflüsse wie Chemikalien und Zigarettenrauch sollten grundlegend vermieden werden. Das betrifft nicht nur die Risikoerhöhung für Gerstenkörner, sondern auch für eine Bindehautentzündung und weitere Augenkrankheiten.
  3. Man sollte sich nicht mit dreckigen Händen in die Augen fassen oder reiben, Bakterien sind verantwortlich für die schmerzhaften Gerstenkörner und für Bindehautentzündungen! Letztere können gleichermaßen auch von Viren ausgelöst werden. Sowohl das Gerstenkorn, als auch Bindehautentzündungen sind erheblich ansteckend! Es ist wahrscheinlich weitaus weniger gefährlich sich nach einem Ausflug in die Natur in die Augen zu fassen, als nach einem Arbeitstag mit anschließendem Einkauf im Supermarkt, ohne sich dazwischen die Hände gründlich zu waschen.
  4. Schminke, Stäube und Zusatzstoffe können ebenfalls zu starken Augenreizungen führen, bei Make Up kann durch Fette oder über kontaminierte, abgelaufene Produkte eine sehr hohe Bakteriendichte an unser empfindliches Sinnesorgan gelangen.
  5. Ganz wichtig! Achte auf eine dauerhaft gutes Immunsystem und eine ausreichende Nährstoffversorgung über eine gesunde Ernährung mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen! Halte Dich durch Bewegung und ausreichend Schlaf und Entspannung fit und gebe Deinem Immunsystem alle Grundlagen um bestmöglich arbeiten zu können.

Fazit:

Sowohl die Gerstenkörner, als auch die meisten Bindehautentzündungen verlaufen gut und heilen von selbst wieder ab. Der Besuch bei einem Arzt sollte jedoch immer zur Grundlage gehören, bevor man in Absprache mit diesem zur natürlichen Unterstützung greift.

Ein gesundes Immunsystem, wenig Reizung und schonende Verhaltensweisen, können zusammen mit natürlichen Mitteln die Heilung beschleunigen.

In jedem Falle ist bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes direkt wieder der Facharzt zu konsultieren.


Von Experimenten mit irgendwelchen ungeprüften Wundermittelchen, gerade beim Thema Augen, würde ich dringend abraten! Greift zu Altbewährten und sinnvollen Maßnahmen und lasst Euch zusätzlich durch einen diesbezüglich erfahrenen Apotheker oder eine anerkannte Fachkraft aus den entsprechenden Heilberufen beraten. 

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Über Marco Eitelmann 440 Artikel
Hier schreibt Marco Eitelmann seit Oktober 2014 über die Themen: Gesundheit, Ernährung, Natur und Umwelt. Qualifikation des Autors: Ich habe über 16 Jahre Berufserfahrung im Lebensmittelhandel gesammelt und mich durch zusätzliche private Fortbildung zum Experten im Bereich Lebensmittelzusatzstoffe, Ernährung und Gesundheit entwickelt. Beruflich lag zudem ein Schwerpunkt auf der Lebensmittelsicherheit (HACCP und EHI Dokumentation) sowie dem Infektionsschutz. Privat: Ernähre ich mich ebenfalls sehr gesund und bin immer wieder mit Experimenten sowie dokumentierten Selbstversuchen in Sachen Ernährung und Gesundheit beschäftigt. Ich verbringe meine Zeit am liebsten in der Natur und habe mir dabei viel Wissen durch Fachliteratur und praktische Erfahrungen über Pflanzen, Pilze und Wildkräuter angeeignet. Ich meditiere täglich und mache regelmäßig Qi Gong.

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