Soll ich mögliche Krankheiten und Symptome im Internet recherchieren? – Gründe dafür, was es zu beachten gilt und meine eigenen Erfahrungen!

Beitrag aktualisiert am 26. Februar 2021 von Marco Eitelmann

Inzwischen ist es für viele Menschen ganz normal geworden, bei unterschiedlichen Krankheitssymptomen oder sonstigen Auffälligkeiten im Internet nach möglichen und passenden Krankheitsbildern zu suchen.

An sich ist nichts falsch daran und es kann sogar mit erheblichen Vorteilen verbunden sein, wenn man sich entsprechend mehr Wissen aneignet und sich somit mit seinem Körper auseinandersetzt und vertrauter macht.



Es ist dabei allerdings äußerst wichtig einige Grundlagen zu berücksichtigen, damit die Recherche auch wirklich sinnvoll und hilfreich ist.

Es kann mehrere plausible Gründe dafür geben, warum Menschen ihre Symptome googeln, anstatt sich nur auf einen Arzt zu verlassen.

Einige Ärzte mögen diese Selbstinformation auch gar nicht oder haben eine grundlegende Ablehnung gegenüber der Selbstrecherche im Netz.

Wird diese jedoch ordentlich und sinnvoll durchgeführt, dann ergeben sich wesentlich mehr potentielle Vorteile als Nachteile. Dies gilt sowohl für den Patienten selbst, als auch für dessen Arzt, sowie die spätere Ärzte- und Klinikwahl, die vom Patienten mit den zur Verfügung stehenden Informationen getroffen werden kann.

Inzwischen bieten ja auch sehr viele anerkannte Fachärzte und Gesundheitsfachkräfte grundlegende Terminvereinbarungen und Onlinesprechstunden per Videokonferenz an. Diese dienen zum Kennenlernen und auch zu fachlichen Informationszwecken und Möglichkeiten bei der Behandlung von Krankheiten.

Es ist nicht verkehrt dem Arzt durch mehr Informationen wesentlich genauere Angaben machen zu können, z.B. wo das eigentliche Problem bzw. Symptom genau vorherrscht und wie es sich spezifisch äußerst.

Generell ist eine grundlegende Bildung in Sachen Körper, Psyche und mögliche Krankheitssymptome nie verkehrt. Doch auf welche Details gilt es bei der Online-Suche diesbezüglich genau zu achten?

Wie man online richtig nach Krankheiten, Symptomen und medizinischen Themen für sich selbst recherchieren kann

Egal ob man nun völliger Laie ist oder schon etwas fortgeschritten oder gar eine medizinische Fachkraft, bei der Internetrecherche sollten bei der Suche nach Informationen für alle grundlegende Regeln zur Inhaltsauswahl beachtet werden.

Regeln und Berücksichtigungen bei der Suchauswahl von medizinischen und gesundheitlichen Themengebieten:

  • Bevor überhaupt die erste Suchanfrage gestartet wird, sollte man sich im Klaren sein, dass der Arzt immer noch der erste Ansprechpartner bei Krankheiten sowie für eine zuverlässige Diagnose bleibt und die Informationen im Netz diese Dienstleistung nur ergänzen, aber nicht ersetzen können.
  • Man kann bei seiner Recherche sowohl schulmedizinische Quellen, als auch sogenannte alternativmedizinische Methoden und Mittel suchen. Wichtig ist hierbei jedoch, dass gerade im alternativmedizinischen Bereich, erhebliche Unterscheidungen bestehen. Diese reichen von wissenschaftlich anerkannten und mit Doppelblindstudien seriös bestätigten Therapieformen und Heilmitteln wie z.B. aus dem Bereich der Phytotherapie der Naturheilkunde, bis hin zur wissenschaftlich äußerst umstrittenen Homöopathie oder völlig esoterischen Angeboten. Man darf hier niemals alles zusammen in einen Topf werfen!
  • Bei der Recherche sollte man keine Scheuklappen aufhaben und für beide Bereichen, d.h. sowohl die klassische Schulmedizin, als auch sinnvolle alternative Ergänzungen bzw. grundlegende Therapieformen offen sein. Beide können sich hervorragend ergänzen!
  • Es ist grundlegend darauf zu achten nur seriöse Seiten heranzuziehen und vor allem auch selbst und eigenverantwortlich zusätzlich nach Studien und Quellen zu suchen, wenn man auch nur den geringsten Zweifel am Wahrheitsgehalt hat. Ein gutes Portal zur Studienfindung ist pupmed, welches über eine gewaltige Datenbank verfügt und kostenlos für die Recherche verwendet werden kann.
  • Zu einigen Naturheilmitteln und Hausmitteln gibt es keine wissenschaftlich anerkannten Studienergebnisse. Diese Anwendungen beruhen zum Teil auf die positive Erfahrung von zahlreichen Nutzern und werden seit etlichen Jahrzehnten, teils Jahrhunderten und länger angewandt. Hier ergibt sich ein Problem, da nicht alle Hausmittel sinnvoll sind und sicher auch nicht alle angepriesenen Mittelchen ihre Wirkung entfalten. Einige Seiten werben regelrecht mit Wundermitteln, die angeblich alles heilen können. Das ist natürlich vollkommener Quatsch. Wenn es keine wissenschaftliche Studie gibt, dann muss es aber auch nicht heißen, dass es nicht wirkt, aber gerade deshalb sollte man besonders kritisch mit derartigen Inhalten sein.
  • Es ist generell sinnvoll zu einem Themenbereich immer mehrere Quellen und Webseiten zu nutzen, nicht nur um mehr Informationen und Ergänzungen zum Wissen zu erhalten, die eine Webseite allein meist nicht liefern kann, sondern auch um die Meinungen und die Quellen verschiedener Autoren zu überblicken und sich so eine eigene Meinung bilden zu können.
  • Artikel sollten möglichst häufig aktualisiert werden und auf dem neusten Stand der Wissenschaft und/oder Erfahrungsberichte liegen, sowie ein ausführliches bzw. tiefes Bild des Themas vermitteln können.
  • Egal was man im Netz findet, sollte dies niemals ohne ärztliche Rücksprache und Abklärung einer möglichen Krankheit zu Zwecken einer Selbsttherapie genutzt werden! Dies kann zwar gut gehen, muss es aber nicht. Es gibt unzählige mögliche Wechselwirkungen, falsche Therapieansätze, wenn z.B. eine Krankheit nicht ordentlich diagnostiziert wurde oder Nebenwirkungen, welche selbstverständlich auch bei pflanzlichen Heilmitteln auftreten können.

Warum sollte man überhaupt selbst im Internet nach Krankheiten und Symptomen suchen?

Die Frage sollte eher lauten: Warum nicht, wenn man seriöse Quellen und Daten verwendet und etwas lernen möchte? Es gibt sicher ein paar Personengruppen, die besser nicht selbst suchen sollten, dazu gehören auch spezifisch psychisch kranke Menschen, die z.B. an Hypochondrie leiden.

Dies ist eine Krankheit die den Patienten ständig auf Krankheiten fixieren lässt, es wird je nach Ausprägung selbst in den kleinsten Krümeln und Zwickerchen des Körpers nach schlimmen Krankheitsbildern und möglichen Selbstdiagnosen gesucht.

Dies kann die Krankheit selbst vor allem unbehandelt deutlich verschlimmern und den Betroffenen in extreme Angst und Panik steigern lassen. Inzwischen gibt es sogar den Begriff „Cyberchondrie“, der sich explizit auf die krankhafte Nutzung des Internes in Bezug auf Krankheiten bezieht und in Prinzip die Cyberform der Hypochondrie darstellt.

Für die meisten Menschen gilt aber, dass die Selbstrecherche absolut sinnvoll sein kann. Allein schon rein bildungstechnisch und um seinen Körper besser kennen zu lernen.

Ich habe damit über die Jahre ebenfalls sehr viel Wissen angesammelt. Wie ihr weiter unten im Beitrag bei meinen Erfahrungen diesbezüglich lesen könnt, habe ich dadurch auch viel Positives für meine eigene Gesundheit entschieden, meine Heilung gefördert und vor allem auch Fehlentscheidungen durch Ärzte verhindern können.

Die meisten Ärzte sind sicherlich sehr kompetent, einige sogar herausragend. Doch es gibt auch genug, die sich nur sehr wenig Zeit für den Patienten nehmen (oder nehmen können), die innerhalb weniger Minuten eine Diagnose stellen ohne eingehende Untersuchung oder erst gar nicht richtig zuhören, was dem Patienten wirklich fehlt.


Ich habe persönlich in Zusammenhang mit dem Thema schon die „tollsten“ Dinge erlebt, auch in meiner Familie und im Freundeskreis gibt es diese Erfahrungen und sie sind nicht selten.

Das ist auch ein persönlicher Rat den ich gerne jedem geben möchte. Sucht Euch einen guten und kompetenten Facharzt, das muss definitiv nicht der Erstbeste sein.

Im Netz helfen dabei einige Vergleichsportale in Sachen Ärzte-Bewertungen. Das Gleiche gilt für Klinken! Ich war z.B. damals wegen eines schweren Burnouts mit Depressionen, Angstzuständen und Panikattacken und einigem mehr in einer Fachklinik in Dahn mit Hypnoseschwerpunkt. Diese hatte ich auf Basis von Empfehlungen durch Freunde und etlichen Nutzerfahrungen im Netz ausgewählt.

Persönliche Erfahrungen mit der Eigenrecherche

Mir hat die Suche im Netz wirklich viel gebracht und ich möchte nicht wissen, wo ich heute gesundheitlich stehen würde, wenn ich dies nicht so ausführlich getan hätte.

Ich möchte den Beitrag hier nicht mit meiner über zwei Jahre andauernden Burnout Geschichte sprengen, wer möchte kann diesbezüglich auf meiner ausführlichen Burnout Webseite weiterlesen.

Hier die Kurzfassung: Mir ging es 2016 wirklich miserabel. Ich hatte extreme Schlafstörungen, schwere Depressionen, Angst- und Panikattacken und etliche Symptome mehr, sowohl psychisch als auch psychosomatisch.

Ich war damals völlig verzweifelt und begab mich tagelang auf die Suche nach Informationen im Netz. Ich verschlang alles über psychische Erkrankungen, Maßnahmen, Möglichkeiten, Erfahrungsberichte usw. Von medizinischen Fachbeiträgen, bis hin zu YouTube Videos von ehemals Betroffenen, war alles dabei. Und das war gut so!

Die erste Ärztin bei der ich damals war, hörte mir nur wenige Minuten zu. Ich war psychisch so fertig, dass ich nach 2-3 Minuten weinend da saß. Nach wenigen Minuten merkte ich schon, dass sie keine Zeit hatte. Ich fragte sie sogar ob ich in die Klinik nach Dahn dürfte.

Als Antwort bekam ich „Kenne ich nicht“ aber das wäre gut in eine Klinik zu gehen, ich sei schließlich schwer Depressiv und Burnout kommt häufig vor in dem Alter und bei der Belastung. Sie war bereits schon am Stehen und fragte mich, ob ich denn was „Natürliches“ will oder was „Härteres“, da ich unbedingt ein Antidepressivum bräuchte. Im selben Zug kam dann so ein Satz wie „Die meisten wollen ja das Natürliche, auch wenn es nicht so gut ist“.

Dann verschrieb sie mir noch einen Protonenpumpenhemmer gegen mein damals heftiges, stressbedingtes Sodbrennen und ein Schlafmittel sollte es dann auch noch zusätzlich sein.

Auf meine Frage zu dem Antidepressiva, wie dieses bei Herzrhythmusstörungen verträglich sei, da ich welche habe, fragte sie gegen: „Ob das ein Kardiologe bei mir diagnostiziert hätte“. Ich sagte nein, aber zwei Hausärzte und der Betriebsarzt. Sie: „Ok dann kann man es versuchen“.

Stellt Euch vor ich wäre dort ohne umfangreiches Wissen in Behandlung geblieben? Besser nicht… Am Ende bekam ich noch einen schönen Zettel eines Pharmaherstellers von Antidepressiva über das Thema Depressionen. Vermerkt wurde auf einem Zettel „Patient wurde über Depressionen schriftlich aufgeklärt“

Gleiches Spiel mit der Klinik, während sich in der Fachklinik in der ich war die dort ansässigen wirklich sehr guten Ärzte und Therapeuten viel Zeit nahmen und den Kern der Probleme, faktisch die Grundursache des Burnouts, der Depression und Angst annahmen und in Zusammenarbeit mit mir intensiv behandelten, wurden zwei Freunde von mir in einer anderen Klinik einfach nur mit neuen Medikamenten zugedröhnt und immer wieder eingestellt und nachjustiert.

Daneben fanden dort an nur drei Tage in der Woche wenige Stunden Gespräche statt. Wie soll man da langfristig gesund werden? Auch hier macht es also absolut Sinn selbst zu recherchieren.

Ich könnte diese Liste noch sehr viel weiter ausführen. Von Aussagen eines Arztes wie z.B. „Zusätzliches Vitamin D ist nicht wichtig, das bekommt man ausreichend über die Nahrung und die Sonne und im Winter haben die meisten Patienten ohnehin einen Mangel, deswegen ist ein Bluttest dann auch unnötig“ bis hin zu „Dieses Antibiotika kann ihre Ängste nicht verstärken, noch nie gehört“ Anmerkung, obwohl es fett in der Packungsbeilage unter Nebenwirkungen aufgeführt war, siehe meinen Beitrag über psychische Nebenwirkungen von Antibiotika.

Das gleiche Ergebnis bei vielen Familienmitgliedern und Freunden. Deswegen recherchiert bitte seriös und sinnvoll selbst im Netz und sucht Euch gute Ärzte und wenn ihr es benötigt eine gute Klinik!

Es gibt ganz tolle Mediziner und Mitarbeiter in den Heilberufen da draußen, ihr müsst nicht bei den Erstbesten bleiben, wenn diese Euch nicht zusagen!

Ich habe inzwischen für mich gute Ärzte gefunden, die ich meist nur zur Routinekontrolle besuchen muss, z.B. um ein großes Blutbild mit zusätzlichen Parametern wie Vitamin- und Mineralstoffprofil erstellen zu lassen. Also genau das Gegenteil von dem Arzt der sagte „Unnötig“.

Fazit:

Wenn man sich schon viel Wissen aus seriösen und validen Quellen angeeignet hat, kann man sich selbst wesentlich besser helfen. Auch dem Arzt kann man genauer spezifizieren, wo das Problem liegt und wie es sich äußert.

Einige wenige Ärzte sind tatsächlich verstimmt, wenn man sagt, dass man schon selbst im Netz gesucht hat. Andere wiederum finden es gut, dass man informiert ist und es kann sogar dabei helfen die Ursachen einer Krankheit oder die richtige Diagnose zusammen mit dem Facharzt zu begünstigen.

Wer viel weiß, der kann auch die Wahl des richtigen Arztes aus meiner Sicht wesentlich besser treffen. En guter und fachlich kompetenter Arzt ist kein Halbgott in Weiß, sondern ein Mensch, der seinen Beruf gewählt hat, um anderen Menschen zu helfen so gut es geht und immer weiter zu lernen.

Vereinzelt spielen sich manche Ärzte leider so auf, der Großteil macht aber einen echt guten Job, vor allem wenn man bedenkt, wie schlecht es um unser Gesundheitssystem steht und um die entsprechenden Zahlungen und Zeiten bestellt ist, die dem Arzt und dem Patienten laut Kassen und System zustehen.

Auch bei der Klinikauswahl führt meiner Meinung nach nichts an einer sorgsamen Recherche und Bewertungsanalyse vorbei. Man verbringt zum Teil mehrere Wochen, manchmal sogar Monate in einer Klink.

Man sollte sich schon weit vorher die Mühe machen, die schlechten Kliniken auszusortieren. Davon gibt es erschreckend viele, wenn man die Bewertungsportale eingehender studiert.

Schließlich möchte man seine Heilung fördern und auch nach einem Arzt oder Klinikbesuch positives mitnehmen, was einem zur Selbsthilfe und Regeneration befähigt.


In diesem Sinne bleibt gesund und ein ganz herzliches Danke und Respekt an all die tollen Menschen in den Medizin- Heil- und Pflegeberufen da draußen, die ihren Job zum allergrößten Teil und trotz teils widrigster Bedingungen im Gesundheitssystem wirklich gut und zum Wohle aller machen!

Zum Thema weiterführende Informationen und zusätzliche interessante Beiträge:


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Über Marco Eitelmann 440 Artikel
Hier schreibt Marco Eitelmann seit Oktober 2014 über die Themen: Gesundheit, Ernährung, Natur und Umwelt. Qualifikation des Autors: Ich habe über 16 Jahre Berufserfahrung im Lebensmittelhandel gesammelt und mich durch zusätzliche private Fortbildung zum Experten im Bereich Lebensmittelzusatzstoffe, Ernährung und Gesundheit entwickelt. Beruflich lag zudem ein Schwerpunkt auf der Lebensmittelsicherheit (HACCP und EHI Dokumentation) sowie dem Infektionsschutz. Privat: Ernähre ich mich ebenfalls sehr gesund und bin immer wieder mit Experimenten sowie dokumentierten Selbstversuchen in Sachen Ernährung und Gesundheit beschäftigt. Ich verbringe meine Zeit am liebsten in der Natur und habe mir dabei viel Wissen durch Fachliteratur und praktische Erfahrungen über Pflanzen, Pilze und Wildkräuter angeeignet. Ich meditiere täglich und mache regelmäßig Qi Gong.

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