Sind Panikattacken, Angstzustände, Schlafstörungen mit Schweißausbrüchen sowie Unruhe durch eine Antibiotika Einnahme möglich?

Nicht nur die Antibiotika der Klasse der „Tetracycline“ können nach den offiziell angegebenen Nebenwirkungen ihrer Beipackzettel zu schweren psychischen Problemen führen. Es gibt Antibiotika die nicht „nur“ erhebliche Angstzustände, Panikattacken und massive Schlafstörungen sowie starke Unruhe hervorrufen können, sondern sogar unter Umständen in seltenen Fällen depressive Zustände bis hin zu Selbstmordgedanken erzeugen.
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Den Nebenwirkungen auf den Beipackzetteln von Antibiotika und anderen Medikamenten wird leider oft viel zu wenig Beachtung geschenkt. Ich möchte hier einen persönlichen Erfahrungsbericht meiner psychischen Nebenwirkungen durch ein Antibiotikum schildern. Vorab muss ich aber unbedingt darauf hinweisen, dass bei etwaigen Nebenwirkungen, egal ob körperlicher oder psychischer Natur sofort ein zuständiger Facharzt aufgesucht werden sollte. Ich möchte und darf natürlich keine medizinische Beratung leisten, daher gebe ich nur meine persönliche Erfahrung und Meinung zum Thema „Antibiotika kann Panikattacken, Angstzustände, Schlafstörungen und schwere Unruhe auslösen“ ab. Diese möglichen Nebenwirkungen sind im Übrigen keine Einbildung, sondern stehen auch explizit so in den gesetzlich vorgeschriebenen Beipackzetteln der betroffenen Medikamente. Auch hier kann nur ein Arzt oder Apotheker Auskunft geben, zudem sind die möglichen Nebenwirkungen bei jedem Anwender völlig unterschiedlich, teilweise gibt es im besten Fall auch gar keine negativen Auswirkungen bei der Einnahme von Antibiotika. Da die meisten Menschen nur von den„klassischen“ und äußerst häufigen Nebenwirkungen wie Bauschmerzen, Durchfall und Erbrechen geplagt werden, möchte ich aus meiner Sicht von den teils viel schlimmeren und ebenfalls möglichen psychischen Nebenwirkungen von Antibiotika berichten. Diese sind mir bei der Einnahme gegen einen möglichen Borreliose Erreger aufgrund von sechs Zecken die mir nach einem Waldspaziergang hängengeblieben sind aufgetreten. Ich hatte zuvor weder solche Panikattacken, noch Angstzustände oder derartig heftige Schlafstörungen mit Schweißausbrüchen.

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Hier also mein persönlicher Erfahrungsbericht und psychischer Verlauf bei der Anwendung von Antibiotika aus der Klasse der „Tetracycline“. Bei medizinischen Fragen dazu, ist auch in diesem Fall ausschließlich ein zugelassener Arzt oder Apotheker Euer Ansprechpartner. Ich bitte daher um Verständnis, dass ich auch hier aus gesetzlichen Gründen nur meine persönliche Meinung und meinen eigenen Erfahrungen mitteilen darf!



Warum musste ich überhaupt Antibiotika einnehmen?
Ich nehme normalerweise bei gewöhnlichen Krankheiten kein Antibiotika, denn oftmals wird es meiner Meinung nach auch völlig ohne Sinn verschrieben, z.B. wenn man eine Viruserkrankung hat. In diesem Fall ist ein Antibiotikum wirkungslos, denn es wirkt nur gegen Bakterien. Ich hatte vorher seit über 10 Jahren keine Antibiotika mehr zu mir genommen. Leider hatte ich mir im Wald gleichzeitig sechs Zecken geholt. Es waren sogar noch mehr, welche sich allerdings noch nicht festgesaugt hatten. Ich muss wohl in ein „Nymphen-Nest“ an Kleinzecken geraten sein. „Nymphen“ nennt man die winzigen und noch sehr jungen Zecken. Manche waren auch etwas größer. Wer das Problem und die Gefahren bei Zeckenstichen kennt, der weiß von dem Risiko der glücklicherweise eher seltenen FSME (virusbedingt, also Antibiotika ohne Sinn) einer „Frühsommermeningitis“ oder auch gefährlichen Hirnhautentzündung und der weitaus häufigeren Borreliose (Diese ist bakteriell bedingt, nach Bestätigung oder Verdacht des Erregers durch einen Arzt Antibiotika nehmen!). Letztere war meine Sorge und bei einer Diagnose dieser Krankheit würde wohl jeder Arzt zu Antibiotika raten, denn Borreliose-Erreger sind je länger sie im Körper verweilen kaum wieder weg zu bekommen und können langfristig vor allem wenn die Krankheit unbehandelt bleibt zu heftigen gesundheitlichen Konsequenzen führen, welche sogar in schweren Behinderungen enden können. Deshalb sollte jeder auffällige Zeckenstich sofort durch einen Termin bei einem Facharzt geklärt werden! Insbesondere wenn sich ein roter Rand um die Einstichstelle bildet, oder später rote Stellen aus unerklärlichen Gründen am Körper auftreten! Sofort zum Arzt!
Auch wenn ich kein Freund von Antibiotika bei jeder Krankheit bin, in diesem Fall kann es einem die Gesundheit und ein späteres gesundes Leben retten. Nachdem ich alle Zecken entfernt hatte, juckten drei der sechs Stiche, was eigentlich bei Zeckenstichen nicht normal ist. Zudem waren sie mir zu Rot und die Gefahr bei sechs Zecken in einem Gebiet mit erhöhter Borreliose Wahrscheinlichkeit einfach viel zu hoch. Somit hat mir mein Arzt ein „Tetracycline Antibiotikum“ verschrieben. Also griff auch ich zur harten Medikamenten-Keule.

Wie war meine psychische Ausgangssituation vor der Einnahme?
Vor der Einnahme hatte ich gerade meine drei Wochen Urlaub beendet, die ich mit einem „erholsamen“ Waldspaziergang abschließen wollte. Nunja…
Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich beruflich sehr stark gefordert bin und schon vorher durch hohen Stress und Belastung psychisch angegriffen war. Ich denke das ist erwähnenswert, da solche Nebenwirkungen diese Zustände wohl verstärken könnten. Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube es war bei mir der Fall. Was ich vorher allerdings nicht hatte, waren Angstzustände, schwere Schlafstörungen oder sogar ständige direkte Gedanken um Krankheit und Tod. Trotzdem konnte man meinen Zustand  vor der Antibiotika Einnahme stress- und belastungsbedingt sicher als deutlich Angeschlagen bezeichnen. Ob und wie das bei anderen Menschen wirkt, keine Ahnung, es ist einfach ein persönlicher Erfahrungsbericht den ich schreiben möchte und ganz individuellen Auswirkungen auf mich hatte. Liest man sich während der depressiven „Dauerangst und Panik“ allerdings im Netz etwas ein, dann findet man unzählige ähnliche Fälle mit gleichen Nebenwirkungen.

Meine persönlichen psychischen Erfahrungen bei der Einnahme von einem Antibiotika der „Tetracycline“ über 10 Tage

  • Die erste Nacht nach der Einnahme:
    Sehr depressiv verstimmt, geheult über Stunden, dachte ich drehe durch, Schlaf? Fehlanzeige
  • Tag 2-3 der Einnahme
    Depressiv, Heulanfälle, selbst nicht wiedererkannt, völlig fertig und müde, extreme Schweißausbrüche und Angst. Schlafzeit in der Nacht 1-2 Stunden. Gedanken an das Ende…
  • Tag 4-5 der Einnahme
    Depressive Stimmung etwas besser, weniger am Heulen, trotzdem noch ständig Gedanken an Krankheit und Tod, extrem Unruhe, innerliche Panik. Arzt besucht ob ich nicht besser absetzten sollte, Antwort nein, besser zu Ende nehmen wegen Borreliose Gefahr da Einnahmezeit zu kurz.
  • Tag 6-7 der Einnahme
    Stimmung etwas besser, trotzdem noch ständig Krankheitsgedanken, ich war kurz davor noch eine Risikolebensversicherung abzuschließen?! Schlaf endlich wieder mehr als 3-4 Stunden. Depressive Stimmung zurückgegangen, nachts noch heftige Schweißausbrüche, teilweise Angst vor dem Schlafengehen selbst.
  • Tag 8-10 der Einnahme
    Endlich Besserung, allerdings Sodbrennen, was bei Antibiotika aber eine häufige Nebenwirkung ist. Ich konnte auch mal wieder mehr als 6 Stunden schlafen. Schweißausbrüche und depressive Gedanken zurückgegangen. Angstzustände und Panik ebenfalls endlich merklich am Abklingen.
  • Nach der Einnahme:
    Bereits nach zwei Tagen nachdem ich das „Tetracycline-Antibiotika“ abgesetzt hatte, wurde mein Schlaf wieder viel besser und ich konnte zum ersten Mal wieder mehr als 8 Stunden schlafen. Mit jedem Tag nahmen die depressiven Verstimmungen weiter ab, Angst und Panik gingen bei mir ebenfalls deutlich zurück. Zwischendurch fragte ich mich, was ich da so alles gesagt hatte die letzten Tage und wo ich eigentlich war, wer ich bin…. Jeder weitere Tag nach der fristgerechten Absetzung brachte Besserung. Jetzt über einen Monat später machen mir nur noch die Gedanken an diese zwei schlimmen Wochen ab und zu etwas Angst und Unruhe. Schlafen kann ich nachts wieder wie vorher. Wenn ich Zeit habe auch mal 12 Stunden problemlos am Stück.

Würde ich trotz der Nebenwirkungen bei einer Borreliose Gefahr wieder Antibiotika nehmen?
Antibiotika sind eine sehr gute Erfindung/Entdeckung für wirklich ernsthafte Krankheiten. Ich würde es wieder nehmen, da eine Borreliose einem langfristig die ganze Gesundheit ruinieren kann. Für einfach Krankheiten oder gar Grippeinfektionen die auf VIREN beruhen, würde ich persönlich nie Antibiotika nehmen. Fragen sie hierzu ruhig auch mal einen guten Arzt, der würde bei einer reinen Virusinfektion gegen die Viren wohl keines empfehlen, da es eben gegen diese nicht wirkt. Es würde höchstens Sinn machen, wenn der Körper geschwächt ist und sich gleichzeitig noch Bakterien eingefangen hätte. Auch diese Entscheidung bleibt natürlich den Ärzten vorbehalten und ist lediglich meine Meinung.

Welche Nebenwirkungen ich auf den Beipackzetteln diverser Präparate gefunden habe
Ja, ich weiß das viele Menschen sich nicht die Beipackzettel von Medikamenten durchlesen möchten. Sinnvoll wäre es aber auf jeden Fall. Selbst mein Arzt wusste nichts von „Unruhe“ und „Angstzuständen“ bevor ich ihn nicht die Packungsbeilage gezeigt hatte. Ich erwarte auch nicht das er es weiß, er verschreibt schließlich hunderte Medikamente in der Woche, also mach ich ihm sicher keinen Vorwurf. Unter anderem habe ich auf verschiedenen Antibiotika Beipackzetteln (nicht nur bei „Tetracycline“) folgende mögliche Nebenwirkungen gefunden:

  • „Unruhe“
  • „Schlafstörungen“
  • „Angstzustände“
  • „Panikzustände“
  • „Schweißausbrüche“
  • „psychische Nebenwirkungen (aufgeschlüsselte in einzelne Arten)“
  • „Depressionen“
  • „Suizidgefährdung!“

moegliche-psychische-nebenwirkungen-von-antibiotika-auf-dem-beipackzettel-in-diesem-fall-unruhe-und-angstzustaende
(Bei diesem Beipackzettel eines Antibiotikums wird beispielsweise auf „Unruhe“ und „Angstzustände“ hingewiesen.)

Was soll man bei solchen Nebenwirkungen von Antibiotika unternehmen?
Sofort zum Arzt gehen und den Beipackzettel mitnehmen und beachten! Nur der Arzt kann in einem solchen Fall entscheiden ob man das Antibiotikum nun absetzt, wechselt, oder fertig einnimmt. Selbstversuche sollte man unbedingt vermeiden und auf keinen Fall dubiose „Ersatzmedikamente“ über das Internet beziehen! Das kann sonst ganz üble Konsequenzen haben! Generell ist jede Nebenwirkung besser sofort zu melden und zu besprechen, allein schon aus eigenem gesundheitlichen Interesse.

Panikattacken und Angstzustände machen umso mehr Angst und Panik, wenn man nicht weiß warum so etwas mit einem gerade passiert!
Wenn man plötzlich zum ersten Mal richtige Angstzustände und Panikattacken durchlebt und nur noch denkt verrückt zu werden, dann macht das zunächst natürlich noch mehr Angst. Die Angst ernährt die Angst, die Panik ernährt die Panik. Man bekommt praktisch sogar Angst vor der Angst. Vorher hätte ich mir so etwas nicht ausdenken können und kann mir nun gut vorstellen wie schlimm das sein muss, wenn man diese Zustände über Jahre mit sich herumschleppt. Deshalb kann ich Euch aus eigener Erfahrung sagen, dass es eben auch mal an Medikamenten liegen kann und nicht immer eine psychische Erkrankung sein muss. Ich weiß, das dies vielleicht nicht unbedingt hilfreich für Euch ist, wenn ihr gerade so etwas durchmachen müsst, aber vielleicht reduziert es Euch die „Angst vor der Angst“ etwas, wenn ihr wisst, dass es möglicherweise „nur“ eine Nebenwirkung sein könnte. Wenn Euch der „normale“ Arzt nicht mehr weiterhelfen kann, dann ist es absolut keine Schande sich zusätzlich Hilfe von einem Psychologen geben zu lassen, insbesondere, wenn sich die Gedanken in Richtung „verrückt werden“ und „Tod“ drehen. Geht bitte SOFORT zum Arzt und lasst Euch einen Termin bei einem guten Psychologen geben.

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Endloses Bewusstsein*

Medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung - Geschrieben von Kardiologe Pim van Lommel aus wissenschaftlicher Sicht, mit jahrelanger Dokumentation von klinischen Todesfällen und ausführlichen Befragungen der Betroffenen nach der Reanimation.



Fazit:
Ich habe meinen Antibiotika „Psycho-Horrortrip“ glücklicherweise gut überstanden und bin sehr froh darüber. Bei wirklich schlimmen Krankheiten oder einer erhöhten Chance sich einen ganz üblen Erreger eingefangen zu haben, würde ich es persönlich sicher wieder nehmen. Geht bitte zum Arzt, wenn sich Nebenwirkungen zeigen, nicht nur wenn es sich dabei um psychische Auswirkungen handelt, sondern generell IMMER! Antibiotika sind keine lockeren und harmlosen Medikamente. Sie werden nur leider inflationär und meiner Meinung nach teilweise auch völlig sinnlos und unverantwortlich eingesetzt. Vom Menschen einmal abgesehen werden sie auch massiv bei unseren Nutztieren in der Massentierhaltung auf teilweise selbstverständliche Art und Weiße fast wie harmloses Futter verwendet. Es gibt kaum ein Geflügel das nicht vollgepumpt mit unzähligen Antibiotika ist. Die Menschheit setzt gerade diese wichtigen Medikamente viel zu unkontrolliert und respektlos ein. Es entstehen so immer mehr resistente Keime und Krankheiten bei denen selbst modernes Antibiotika kaum oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr anschlägt. Antibiotika kann sowohl körperlich als auch psychisch erhebliche Nebenwirkungen haben, dass sollte vor der Einnahme immer klar sein, vor allem wenn man mal wieder bei einer Virusinfektion solche Medikamente verschrieben bekommt. Für die eigene Entscheidung für oder gegen Antibiotika, ist es meiner Meinung nach besser alles genau zu hinterfragen und lieber einen weiteren Arzt zu konsultieren und von diesem eine zweite Meinung einzuholen.

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Über Marco Eitelmann 369 Artikel
Hier schreibt Marco Eitelmann seit Oktober 2014 über die Themen: Gesundheit, Ernährung, Natur und Umwelt. Qualifikation des Autors: Ich habe über 15 Jahre Berufserfahrung im Lebensmittelhandel in Führungsposition gesammelt. Zuständig war ich für die Bereiche mit hoher Sensibilität in Bezug auf Qualität und Frische wie Fisch, Käse, Sushi, Salat- und Antipasti Bar sowie die hauseigene Lebensmittelherstellung in Form von frisch produzierten Convenience-Sortimenten. Damit einher ging die HACCP Kontrolle, sowie die Überwachung der Hygienebestimmungen und Lebensmittelsicherheit, mit Verantwortlichkeit für Schulungen im Bereich Infektionsschutzbelehrung, Hygienekonzepte und der Arbeitssicherheit zum Schutz der Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden. Privat verbringe ich meine Zeit am liebsten in der Natur und habe mir viel Wissen über Pflanzen, Pilze und Heilkräuter angeeignet. Ich meditiere täglich und mache regelmäßig Qi Gong.

13 Kommentare

  1. Hallo Marco,

    danke für den Artikel. Er ist so hilfreich für mich. Da mir das gerade genauso passiert ist.
    Ich habe momentan auch eine angespannte Situation aber konnte vor der Antibiotika gut damit umgehen, jetzt erlebe ich ähnliche Unruhezustände wie du. Ich sage mir immer die richtigen Dinge, die eigentlich logisch sind, spüre aber durchweg Angst. Bin jetzt bei Tag 7 und muss noch bis Tag 10 durchhalten. ich könnte jett auch schon vorher absetzen, aber bis zu Ende nehmen ist besser. Sind die plagenden Gedanken und Zustände bei dir dann von allein verschwunden oder musstest du sehr gedanklich gegenarbeiten. Dein Artikel ist ja jetzt schon eine Weile her, wie ging es dir die Monate hinterher mit der Sache?
    es wäre toll wenn du mir antworten könntest, gern auch per Mail, weil esfür mich gerade schwierig ist, das durchzuhalten, vielleicht kannst du mir etwas Mut machen.

    LG, Monique

    • Hallo Monique,

      bei mir hat das Antibiotika die Angst und Unruhezustände im Prinzip „nur“ verstärkt und meinen ganzen Körper noch mehr durcheinander gemacht, als er durch den Stress ohnehin schon war. Insgesamt hat es nun mehr als ein halbes Jahr gedauert bis der Zustand nachhaltig als wieder in Orndung zu bezeichnen ist. Ich glaube aber das ist eine absolut individuelle Angelegenheit. Jetzt nach gut 8 Monaten ist alles wieder in Ordnung und ich habe mich vollständig davon erholt, wobei mir natürlich ein neunwöchiger psychologischer Klinikaufenthalt sehr geholfen hat, meine Gedanken und vor allem die Ängste auf ein ganz normales und gesundes Niveau zurückzuführen. Grundauslöser war allerdings ein heftiges Burnout und nicht das Antibiotika allein. Dieses hat allerdings den ganzen Vorgang nach meinem Gefühl deutlich negativ beeinflusst, vor allem in den ersten 4-8 Wochen nach der Einnahme sehr heftig!

      LG
      Marco

  2. Hallo Marco,

    dein Artikel hilft mir gerade soviel weiter! Bin so froh ihn gefunden zu haben.
    Bei mir ist es ähnlich, ich habe eine gewisse angespannte Situation vor dem Antibiotikum gehabt, aber ich kam dennoch damit klar.
    Als ich dann Antibiotikum angefangen hab zu nehmen hab ich aufeinmal Angstzustände bekommen, ich habe über den ganzen Tag mit der Angst zu kämpfen, auch die sog. Angst vor der Angst und das das nicht mehr weg geht.
    Musstest du nach Absetzen gedanklich sehr gegenarbeiten oder hat sich das alles auch ohne innere Kämpfe wieder normalisiert? Wie ist der Stand jetzt, einige Monate nach dem Artikel? Vielleicht kannst du mir etwas Mut machen. Gern kannst du mir auch per Mail antworten-Bin bei Tag 7 und es ist echt schwer, muss bis Tag 10 durchhalten.
    Danke!

    LG, Monique

    • Hallo nochmal 🙂

      Du hast zweimal geschrieben, wahrscheinlich weil Du Deinen Kommentar nicht in der Veröffentlichung gesehen hast. Die Kommentare werden immer von mir freigeschaltet um Spam zu verhindern und da ich in einer Klinik war, konnte ich nicht wie sonst zeitnah antworten. Ich war 9 Wochen weg. Falls Du Fragen hast, ich antworte Dir gerne, medizinische Ratschläge kann und darf ich allerdings nicht geben, nur meine persönlichen Erfahrungen schildern. Falls Deine Zustände anhalten geh bitte zu einem Facharzt. Ansonsten antworte ich Dir natürlich gerne aus meiner Sicht und was ich damit erlebt habe. Angstzustände und die Angst vor der Angst sind wirklich übel, das kann man sich teilweise nur im Ansatz vorstellen, wenn man es nicht selbst hinter sich gebracht hat.

      LG
      Marco

  3. Lieber Marco,
    ich danke Dir für Deinen Artikel bzgl. psychischer Nebenwirkungen von Antibiotika. Vor drei Monaten musste ich aufgrund einer Blasenentzündung ein Antibiotikum einnehmen. Ich habe großen Respekt vor Medikamenten, auch wenn ich eigentlich keine direkten schlechten Erfahrungen damit gemacht habe. Leider kam meine Entzündung bereits einige Tage nach Beendigung der Antibiotikatherapie zurück, so dass ich erneut mit dem gleichen Antibiotikum behandelt worden bin, dieses mal aber wegen einer Verschlimmerung der Entzündung im Krankenhaus.

    Was soll ich sagen? Mir war langweilig im Krankenhaus und ich fragte „Dr. Google“, was das denn eigentlich für ein Medikament ist, was mir da gerade verabreicht wurde. Ich wäre vor Schreck fast aus dem Bett gefallen. Ein Breitbandantibiotikum, welches aufgrund seiner gefährlichen Nebenwirkungen (auch für die Psyche, hohes Suizidrisiko etc.) in einigen Ländern bereits verboten ist bzw. nur als letzte Möglichkeit gegeben werden sollte, wenn alle anderen Antibiotika bei dieser Erkrankung nicht geholfen haben. Sozusagen die LETZTE Wahl. Bäm! Ich ließ dieses Antibiotikum SOFORT absetzen.

    Seitdem ist nichts mehr so, wie es war. Mich quälen Angstzustände und Panikattacken der schlimmsten Sorte, teilweise Depressionen uvm. Auch körperliche Nebenwirkungen sind noch spürbar neun Wochen nach der letzten Einnahme. Es ist leider ein Medikament gewesen, bei dem Nebenwirkungen noch Wochen oder gar Monate nach der Einnahme auftreten können. Habe sehr gründlich recherchiert. Das ist auch das, was mich zusätzlich so ängstigt: ich weiß ja nicht, ob das schon das Schlimmste war mit den Nebenwirkungen bei mir oder ob das gerade mal der Anfang ist. Was mag noch kommen? Es ist leider kein Medikament, das schon nach einigen Tagen nicht mehr im Körper ist, sondern sich im Gewebe einlagert.

    Ach so: Natürlich könnte man meinen, ich habe diese Ängste nur, weil ich von den Warnungen gelesen habe, aber das glaube ich nicht. Ja, auch ich war vor der Einnahme in einer stressigen Lebensphase und hatte auch vor vielen Jahren schon mal eine Angststörung (bin also wahrscheinlich einfach anfällig gewesen), aber das sind wirklich Ängste unbekannten Ausmaßes, selbst für mich. Bin ganz sicher, dass genau dies die gefürchteten Nebenwirkungen sind, mit denen ich nun seit fast drei Monaten täglich zu kämpfen habe.

    Besonders die Angst und Panik machen mir zu schaffen, Gedanken an das Ende, neurologische Probleme, das Gefühl, verrückt zu werden 🙁 Es ist kaum zum Aushalten. Frage mich, wie lange dieser Zustand noch anhält…

    Bin ab morgen in psychologischer Behandlung, ein Antrag auf eine Reha wird ebenfalls gestellt. Kann nur noch beten……

    Vielen Dank, alles Liebe

    Die verzweifelte Pia

    • Hallo Pia,

      ich wünsche Dir zunächst gute Besserung! Gut das Du Dich in professionelle Behandlung begibst. Waren es vielleicht Antibiotika der Fluorchinolone Gruppe? Es gibt einige Produkte die gerade im Ausland mit extra dick markierten Warnhinweisen versehen werden und nur im äußersten Notfall Verwendung finden, bei manchen Ärzten anscheinend leider immer noch nicht. Einige Antibiotika können teils heftige psychische Reaktionen auslösen. Wenn Du selbst schon vorher an Ängsten bzw. Angstzuständen gelitten hast, dann ist natürlich auch eine Verstärkung dieser möglich. Ich kann nicht verstehen das diese extremen Mittel noch so „einfach“ angewendet und verschrieben werden. Diese sind bereits mehrfach negativ durch die Presse gegangen und in einigen Ländern nur unter strengsten Auflagen und in absoluten Notfällen einsatzfähig. Bleib unbedingt bei der psychologischen Behandlung und such Dir einen guten und kompetenten Arzt, der Dich von einem ausführlichen Blutbild, einem intensiven Check Deiner Darmgesundheit bis hin zur Entgiftung von diesem Zeug unterstützt und Dich gründlich körperlich durchcheckt! Vor allem die Darmflora bekommt bei Antibiotika einiges ab, ich hatte fast ein Jahr gebraucht bis meine Bakterien im Darm wieder in Ordnung waren und der Arzt die Darmflora nach mehreren Stuhlproben wieder als Normal bezeichnen konnte.

      LG
      Marco

  4. Lieber Marco,
    zunächst einmal ein großes Dankeschön, dass Du meiner Bitte nachgekommen bist, Du weißt schon 😉
    Auch Danke für diese Antwort.
    Ja, es war ein Medikament aus der Gruppe der Fluorchinoline. Hoffentlich hören die Symptome irgendwann wieder auf.
    Es gibt mittlerweile auch gute Tage, die Symptome (Nebenwirkungen) kommen in Schüben, das Antibiotikum ist bekannt dafür.
    Liebe Grüße

    P.s.: Ich finde diesen Blog wirklich ganz toll. Viele nützliche Hinweise und Tipps, vor allem auch mit Vitamin D etc. Danke dafür

  5. Hallo, Es hat mir wirklich sehr geholfen, das hier zu lesen, da ich selbst auch von heftigen Nebenwirkungen von Antibiotika betroffen war/bin. Im Sommer 2016 hatte ich auch einen vermeintlichen Fall von Borreliose und mir wurde sofort Doxycyclin verschrieben (morgens & abends je 200mg). Nach ein paar Tagen Durchfall wurde mir dann Cefuroxim verschrieben (morgens & abends je 500mg). Ich weiß nicht, was mit der Ärztin los war, aber ich denke dass es viel zu hoch dosiert war. Jedenfalls war die Einnahme jedes Mal eine Qual. Mein Körper wurde so schwach, dass meine Knie beim Laufen regelmäßig eingeknickt sind. Es war der Horror und auch mir wurde gesagt, dass ich das allermindestens 2 Wochen nehmen soll, sonst werde ich krank etc.
    Ich sollte diese Dosierungen nehmen, bevor man wirklich sicher sagen konnte, ob eine Borreliose vorliegt. Den Test kann man erst 4 Wochen nach dem Stich machen. Somit weiß ich bin heute nicht, ob es das überhaupt Wert war. Ich finde deine Einstellung toll, dass du sagst, du würdest es wieder nehmen, denn lebenslange Borreliose wäre ja schlimmer in dem Fall. Fakt ist, dass ich seit 2 Jahren wegen Panikattacken und Angstzuständen in Therapie bin. Ich habe das mittlerweile gut im Griff, aber das Gefühl, es wird immer eine Veranlagung zu dieser Form von Nervosität bleiben. Wenn man es einmal erlebt hat, bekommt man das ja auch nie wieder ganz aus dem Kopf. Ich habe einfach eine grundsätzliche Skepsis, dass mein Körper zu schwach sein könnte, alltägliche Situationen zu meistern. Einfach weil ich ihn in dieser Zeit schon so schwach erlebt habe. Das war gruselig! Meine Frage ist jetzt: wisst ihr, ob es irgendwo einen breiteren Austausch zwischen Betroffenen gibt? Es gab Petitionen bei Patienten, die neurologische Langzeitfolgen haben, aber für „nur“ die Psyche habe ich noch nichts derart gefunden. Vielleicht habt ihr ja einen Tipp für mich 🙂 Liebe Grüße, Lu

  6. Liebe Lu, lieber Marco,
    wir können uns ja hier austauschen
    🙂
    Mir fällt auch kein spezieller Blog ein, wo man sich wegen der psychischen Nebenwirkungen von Antibiotika austauschen kann. Ich selbst bin nun schon seit Monaten in einem Forum für Fluorchinolone-Geschädigte aktiv, hatte ja oben bereits geschrieben, dass das Ciprofloxacin mich im März absolut umgehauen hat. Nun sind neun Monate vergangen und ich habe immer noch große Schwierigkeiten (Ängste ohne Ende, neurologische Störungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle und Brennen der Nerven). Das ist echt kein Zuckerschlecken 🙁

    Hätte so etwas vorher nicht für möglich gehalten. Klar, Nebenwirkungen, auch psychische, gibt es. Aber das diese unter Umständen bleiben können…unglaublich!!!
    Für mich gibt es definitiv ein Leben VOR Ciprofloxacin und eben mein jetziges DANACH.

    Kann Euch gar nicht sagen, wie oft ich gedacht habe, ich schaffe es einfach nicht mehr…Und es geht trotzdem irgendwie weiter.

    Das einzig Gute an der Sache ist, dass ich nun zu einem kleinen „Gesundheitsfanatiker“ geworden bin. Ich rauche nicht mehr, vermeide Süßigkeiten und schlechtes Essen generell, substituieren mit Vit D (danke Marco!) und Magnesium, trinke täglich drei Liter Wasser (vorher fast nur Kaffee und Limo). Erstens, um die Psyche nicht durch Zucker o.ä. zu „stressen“ und zweitens, um ja nicht krank zu werden und evtl. wieder Antibiotika einnehmen zu müssen.

    Marco, wenn ich Dich mal etwas fragen darf: Hast Du in der Klinik Psychopharmaka genommen und wenn ja, haben sie Dir geholfen? Ich bin ein strikter Gegner von Medikamenten (außer natürlich, es geht nicht anders oder man ist darauf angewiesen). Aber in letzter Zeit überlege ich, ob ich nicht so langsam diese Option in Betracht ziehen sollte. Habe aber so Angst, dass das alles noch mal schlimmer macht 🙁

    Ich wünsche Euch von Herzen schöne Feiertage und Gesundheit im neuen Jahr

    Schön, dass es diesen Blog gibt!!!

    • Hallo Pia,

      vielen Dank für Deinen langen und freundlichen Kommentar. Ich habe jegliches Psychopharmaka und auch Schlafmittel abgelehnt und bin ohne diese Medikamente für mich besser gefahren. Ärzte sehen das auch unterschiedlich. Bei einer Neurologin war ich gerade einmal höchstens 15 Minuten mit Heulkrampf und sie wollte mir direkt 5 verschiedene Medikamente verschreiben. Ich bin danach noch einmal hin und dann nie wieder. Die sagte einfach nur „Sie sind schwer depressiv und haben ein Burnout“. Dann sollte ich ein Antidepressiva einnehmen (erst nach mehreren Nachfragen kein rein Chemisches, da sie das Synthetische explizit als besser empfohlen hat), ein Schlafmittel gegen die Schlafstörungen, einen Protonenpumpenhemmer gegen das Sodbrennen. Ein Mittel gegen Angst und dann ggf. noch etwas gegen meine Herzrhythmusstörungen, die ich zu der Zeit hatte. Das Antidepressiva diese Störungen verstärken können, da ist sie gar nicht groß drauf eingegangen, obwohl ich ihr gesagt habe das ich diese hatte. Ich soll das nochmal von einem Kardiologen bestätigen lassen, aber die Medikamente sind da kein Problem….. Ich bin froh das nicht alle Ärzte so drauf sind, aber etliche leider schon …

      Ich wünsche Dir alles Gute im neuen Jahr und ruhige Feiertage. Es ist gut das Du jetzt mehr auf Deine Ernährung achtest und nicht mehr rauchst. Fang doch im neuen Jahr mit täglicher Meditation an und vielleicht zusätzlich regelmäßigem Thai Chi oder Qi Gong. Geh jede Woche mindestens 4 mal für 1-2 Stunden in die Natur, am besten in einen ruhigen großen Wald. Sei dort, im „Hier und Jetzt“. Es ist gar nicht so einfach in den ersten Wochen und Monaten, vielleicht auch ersten Jahren über längere Zeit im Hier und Jetzt zu sein, statt in Gedanken…. aber es ist für jeden Menschen möglich.

      LG
      Marco

  7. Lieber Marco,
    ich bin es nochmal, die Geschädigte durch Fluorchinoline 😉 Vielen lieben Dank für Deine letzte Nachricht.
    Jetzt sind nach zehn Monaten(!!!) neue „Nebenwirkungen“ (d.h. Schädigungen) hinzugekommen, die ich zu 100 Prozent dem Antibiotikum zuordnen kann, das ich letztes Jahr einnehmen musste.
    Bin manchmal echt verzweifelt. Ernähre mich jetzt low carb und mache Intervallfasten, das soll die ganzen Symptome lindern. Bin mal gespannt. Die Ernährungsumstellung war gar kein Problem für mich, obwohl ich früher ein Fast Food Junkie war 😀
    Das Antibiotikum hat mein Leben wirklich auf den Kopf gestellt und ich will alle Symptome los werden. Daher fällt es mir (ehemals) Zucker-Süchtigen auch gar nicht schwer, darauf zu verzichten.
    Ich möchte Dich herzlich bitten, wenn das Thema irgendwie zu Deinem tollen Blog passt, dass Du mal auf die Gefahren durch Fluorchinolone-Antibiotika hinweist. Das Thema ist sehr wichtig! Nicht, weil es mich als Einzelperson leider erwischt hat mit schwerwiegenden Folgen, sondern weil es da draußen sehr viele Menschen geben muss, die NICHT wissen, dass ihre Schmerzen, Panik, Benommenheit und was auch immer auf die Einnahme von Antibiotika zurückzuführen sind. Gerade die Fluorchinolone sind bekannt dafür, dass Nebenwirkungen erst Wochen oder gar Monate später auftreten können und unter Umständen bleiben werden – wenn man nicht ganz massiv mit konsequenten Ernährungsumstellung und Sublementierung von Nahrungsergänzungsmitteln entgegensteuert. Ich habe mich umfassend über das Thema informiert, diese Antibiotika sind für ALLE Menschen gefährlich, es kommt nur auf die Dosis und den persönlichen „Ausgangspunkt“, d.h. Alter, Gesundheit etc. an.
    Es muss sehr viele Menschen geben, die mit falschen Diagnosen wie Depressionen, Fibromyalgie u.a. leben müssen, obwohl sie eigentlich krank durch Fluorchinolone-Antibiotika geworden sind. Da Nebenwirkungen aber möglicherweise zeitversetzt aufgetreten sind, sehen weder sie noch Ärzte einen Zusammenhang.
    Das bedeutet auch, dass die Betroffenen dann falsch behandelt werden mit Medikamenten, die ihnen bei dieser Problematik gar nicht helfen können, ganz im Gegenteil, Nervenschädigungen durch Ciprofloxacin und Co. können durch die Einnahme weiterer Medikamente verschlimmert werden! Das Thema wird auch immer bekannter in den Medien, aber leider sind weder Ärzte noch die Patienten genügend über die Risiken aufgeklärt.

    Ich wünsche Dir alles Gute und danke für den informativen Blog. Ich lese immer wieder gerne mit.

    Grüße aus Bonn von Pia

    • Hallo Pia,

      aktuell habe ich mehr als 600 Themen/Beiträge die ich noch schreiben möchte. Ich nehme Dein Thema auf jeden Fall mit auf und rücke es in der Rangliste hoch! In den nächsten 1-3 Monaten wird es dann dran sein 🙂

      LG
      Marco

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