Diabetes mellitus – Typ 1 und Typ 2 die Unterschiede sowie deren Entstehung und Behandlung

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Beitrag überprüft und zuletzt aktualisiert am 15. Februar 2019

Vor allem durch die permanente Zufuhr von ungesunden Nahrungsmitteln, gepaart mit viel zu wenig Bewegung und meist daraus resultierenden Übergewicht sowie weiteren negativen Verhaltensweisen, ist Diabetes mellitus längst zur Zivilisationskrankheit geworden. Amerika, Europa, der nahe Osten sowie Osteuropa zusammen mit Russland sind hier negativer Vorreiter, mit einer extrem hohen Anzahl an Diabeteskranken. Doch vor allem auch Asien holt aufgrund der sich dort immer weiter dem westlichen Niveau angleichenden ungesunden Ernährungs- und Verhaltensweisen in Bezug auf die Neuerkrankungsraten auf. Dabei ist jedoch nicht jeder Diabetes Fall gleich, es gibt zwei verschiedene Arten des Diabetes mit jeweils unterschiedlicher Ursache. Während Diabetes Typ 2 hauptsächlich und nahezu ausschließlich durch negative Lebensgewohnheiten entsteht, ist der Diabetes Typ 1 eine Erbkrankheit, die sich bereits im frühen Kindesalter bemerkbar machen kann. Egal welche Variante der Diabetes Erkrankung nun vorliegt oder auch wenn gegebenenfalls nur ein Verdacht auf ein solches ernstzunehmendes gesundheitliches Problem besteht, ist in jedem Fall ein Facharzt zur genauen Diagnose und Behandlung einzubeziehen!

Was ist Diabetes mellitus?

Die Stoffwechselkrankheit Diabetes wird auch als sogenannte „Zuckerkrankheit“ bezeichnet, da mit ihr eine Störung des Zuckerstoffwechsels einhergeht.
In der Bauchspeicheldrüse wird das Hormon Insulin produziert, das für die Aufnahme des Zuckers (Glucose) in die Zellen und somit für die Senkung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist. Bei Diabetikern kommt es zu einer zu geringen oder teils sogar komplett fehlenden Produktion des Insulins, wodurch die Glucose im Blut verbleibt.
Die Nieren scheiden daraufhin über den Urin vermehrt Zucker aus. Dies hat zu dem Namen Diabetes mellitus geführt, was übersetzt „honigsüßer Durchfluss“ bedeutet. Der so entstehende viel zu hohe Blutzuckerspiegel führt dann zu den entsprechenden gesundheitlichen Symptomen. Im Gegenzug kann natürlich auch ein Unterzucker in Verbindung mit den Medikamenten und der Ernährung entstehen.



Typ 1: Der vererbte bzw. angeborene Diabetes

Die Ursache für den Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. In Folge dessen kann kein Insulin mehr hergestellt werden, weil die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) durch den Körper selbst zerstört worden sind.
Folgende Krankheitszeichen können daraufhin auftreten:

  • schneller, unerklärlicher Gewichtsverlust
  • ständiges Durstgefühl
  • ungewöhnlich hohe Trinkmengen
  • häufiger Harndrang
  • weitere mögliche Symptome: Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwächegefühl, Sehstörungen

Behandlungsmöglichkeiten des Typ 1

Leider ist Diabetes Typ 1 nach aktuellem Forschungsstand noch nicht heilbar. Die Therapie des angeborenen Diabetes besteht darin, das fehlende Hormon ein Leben lang zu ersetzen. Der Patient muss seinen Blutzuckerspiegel mehrmals täglich mit einem entsprechenden Messgerät kontrollieren. Das benötigte Insulin wird gegebenenfalls daraufhin per Pen/Spritze oder in Härtefällen bzw. auf Wunsch auch per dauerhafter Insulinpumpe injiziert. Von dieser wird über das Infusionsset, bestehend aus einem Katheter und einer Infektionsnadel, das Insulin in das Unterhautfettgewebe des Bauches und somit in den Körper geleitet. Dieses Infusionsset kann je nach Patientenwunsch sowohl aus einer Teflon- als auch aus einer Stahlkanüle bestehen und muss circa alle zwei bis drei Tage gewechselt werden. Der Vorteil der Stahlkanüle besteht darin, dass sie einfach anzulegen ist, beim Tragen jedoch ein minimaler Schmerz auftreten kann. Die Teflonkanüle fühlt sich diesbezüglich angenehmer an, kann aber durch ihre Flexibilität leichter abknicken. Als Verbindungsstück zwischen dem Infusionsset und der Pumpe gibt es unterschiedliche Adapter, in den meisten Fällen wird der Luer-Lock-Anschluss verwendet. Zusätzlich zur medikamentösen Therapie sollte unbedingt auf die Ernährung geachtet werden, um einen Unterzucker (Hypoglykämie), sowie einen Überzucker (Hyperglykämie) zu vermeiden.

Typ 2: Der erworbene Diabetes

Früher wurde der Typ 2 noch „Altersdiabetes“ genannt, da diese Form ein Resultat der oftmals ungesunden Lebensweise war, die vor allem im Alter zum Krankheitsausbruch führte. Aufgrund der schlechten Ernährung vieler junger Menschen heutzutage, tritt diese Erkrankung jedoch bereits schon immer öfter sogar bei Heranwachsenden auf.
Bestehen die täglichen Mahlzeiten aus zu vielen ungesunden Fetten und reichlich raffiniertem Industriezucker, dann kann dies auf Dauer zu chronisch erhöhten Blutfett- und Blutzuckerwerten führen, was schließlich mittel- bis langfristig in einer Insulinresistenz enden kann. Die Bauchspeicheldrüse stellt das Hormon dann zwar noch teilweise her, jedoch kann das Zielorgan, also die Zelle, nicht mehr ausreichend darauf reagieren. Eine im Idealfall vollständige Vermeidung von zuckerreichen und oftmals mit ungesunden Zusatzstoffen versehen Süßwaren und Fertiggerichten sowie die Nutzung von gesunden Ölen und Fetten in Maßen, mit besonders hohem Omega 3 Anteil und wenig Omega 6 Fettsäuren (siehe Tabelle), kann hier schon viel zur erfolgreichen Vorbeugung der Krankheit beitragen.


Das typische Patientenbild des Typ 2 Diabetes

Um einen Typ 2 zu entwickeln, sind neben Übergewicht und schlechter Ernährung auch Faktoren wie Rauchen, Vitamin-D-Mangel, Stress, zu wenig Bewegung sowie eine genetische Veranlagung von Bedeutung. Die Anzeichen dieser Erkrankung sind zunächst unspezifisch. Es kommt zu Müdigkeit, allgemeiner Schwäche und Infektanfälligkeit. In Folge dessen treten nicht selten auch häufiger Harnwegsinfektionen auf. Die typischen Diabetessymptome wie Durst und vermehrtes Wasserlassen erscheinen meist erst sehr viel später. Es ist unbedingt ein Arztbesuch zur genauen Diagnose der Krankheit notwendig. Langfristig kann es zu erheblichen gesundheitlichen Schäden durch einen unbehandelten Diabetes Typ 1 und Typ 2 kommen. Diese Folgen können im Extremfall bis zur Erblindung führen oder sogar zu einer Amputation der Gliedmaßen. Besonders Füße und Beine sind hiervon betroffen!

Therapiemöglichkeiten Typ 2

Die Typ 2 Form des Diabetes mellitus ist sehr oft heilbar oder zumindest mit geeigneten Maßnahmen deutlich zu lindern. Mit Hilfe einer positiven Ernährungsumstellung, vollständigem Tabakverzicht und einem angemessenen Sportprogramm bzw. Bewegungsprogramm und der damit einhergehenden Gewichtsreduzierung, kann dieser Erkrankung oftmals nicht nur vorgebeugt werden, sondern teils sogar rückgängig gemacht werden.
Jedoch bevorzugen viele Patienten eher die „bequeme“, medikamentöse Behandlung in Form von Tabletten (Metformin oder Sulfonylharnstoffe) sowie Insulinspritzen anstatt ihre Lebensgewohnheiten massiv umzustellen. So kann man zwar mit Diabetes weiterleben, jedoch stellen sich über kurz oder lang weitere negative Auswirkungen dieser schädlichen Lebensweise auf den Gesundheitszustand ein. Stichworte: Bluthochdruck, Fettleber, Herz- Kreislauferkrankungen…

Schwangerschaftsdiabetes: ein Sonderfall

Der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) bildet eine Ausnahme dieser Stoffwechselerkrankung. Es werden bei einer Schwangerschaft vermehrt Hormone ausgeschüttet, die als Gegenspieler des Insulins wirken und somit zu einer Resistenz führen können. Nach der Entbindung normalisiert sich dieser Zustand jedoch in den meisten Fällen wieder. Circa jede achte bis neunte werdende Mutter ist davon betroffen.

Risikofaktoren für Gestationsdiabetes

Als eine der größten Gefahren für diese Krankheit gilt das Alter der schwangeren Frau. Ist sie über 45 Jahre alt, dann liegt die Erkrankungsrate bereits deutlich höher als im Durchschnitt. Bei unter Zwanzigjährigen sind hingegen wesentlich weniger der Frauen betroffen. Hatte die Frau jedoch bereits einmal einen Schwangerschaftsdiabetes, so liegt die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Erkrankung beim nächsten Kind bei rund 50 Prozent. Bei über 5 Prozent aller Schwangerschaften in Deutschland, tritt laut eines Beitrages des Diabetesinformationsdienstes die Gestationsdiabetes auf.
Zudem sollte eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft verhindert werden, da dies ebenso ein auslösender Faktor sein kann. Frauen die bereits vorher Übergewicht hatten, wenig Bewegung und einen ungesunden allgemeinen Lebens- und Ernährungsstil, tragen ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko.

Was gibt es zu beachten bei einer Schwangerschaftsdiabetes?

Ein Schwangerschaftsdiabetes verursacht in vielen Fällen keine akuten Beschwerden und wurde deshalb früher oft nicht bemerkt. Heutzutage ist die Erkrankung jedoch durch den routinemäßigen Glucose-Toleranztest leicht erkennbar. Viele der Patientinnen benötigen keine gesonderte Behandlung und sind mit einer gesunden Ernährung und ärztlichen Beratung ausreichend versorgt. Dennoch muss zur Sicherung der Gesundheit des ungeborenen Kindes und der schwangeren Frau in einigen Fällen die Insulinspritzen angewendet werden. Gerade bei Schwangeren ist daher die permanente ärztliche Bergleitung besonders wichtig!

Fazit:


Am besten ist es natürlich erst gar kein Diabetes entstehen zu lassen und die Risikofaktoren drastisch zu minimieren oder komplett auszuschalten. Typ 2 Diabetes ist die häufigste Variante dieser Krankheit, welche im Vergleich zur Typ 1 Variante sogar oftmals heilbar ist. Der Typ 2 ist eine Zivilisationskrankheit, die vor allem durch schlechte Ernährung und Bewegungsmangel sowie etlichen weiteren ungesunden Kofaktoren entsteht. Übergewicht ist heutzutage in großen Teilen der Bevölkerung zum Standard geworden. Neben einem deutlich erhöhten Diabetes Typ 2 Risiko, steigt gleichzeitig auch die Anfälligkeit für Herz- Kreislauferkrankungen, dauerhaft erhöhen Puls und zu hohen Blutdruck! Ein ausgewogene und gesunde ketogene oder Low Carb Ernährung, ist kombiniert mit viel Bewegung ebenfalls eine Möglichkeit von vielen, um gegen den Typ 2 mittel- bis langfristig vorzugehen.

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Autor: Marco Eitelmann

Mein Name ist Marco Eitelmann und ich schreibe hier seit Gründung dieser Webseite im Jahr 2014 hauptsächlich über die Themen: Gesundheit, Ernährung sowie Natur- und Umwelt. Mein Wissen in diesen Bereichen stammt aus meiner inzwischen fast 20 jährigen Berufserfahrung im Lebensmittelhandel und der Nahrungsmittelproduktion und durch ständige Fortbildung im Ressort Ernährung sowie der ausgiebigen Lektüre von mittlerweile weit über 200 Fachbüchern aus den Bereichen Medizin und Naturwissen.

4 Gedanken zu „Diabetes mellitus – Typ 1 und Typ 2 die Unterschiede sowie deren Entstehung und Behandlung“

    • Hallo Hanne B.,

      ja das sehe ich genauso, deshalb sag mir bitte was am Artikel nicht stimmen soll, dann kann ich dies ergänzen oder ändern. Ansonsten ganz klar, wie alle gesundheitlichen Themen gehört eine Behandlung in die Hände eines fachlich kompetenten Arztes, was denn sonst, hier steht ja auch nichts anderes?

      Zitat direkt aus der Einleitung meines Beitrages „Egal welche Variante der Diabetes Erkrankung nun vorliegt oder auch wenn gegebenenfalls nur ein Verdacht auf ein solches ernstzunehmendes gesundheitliches Problem besteht, ist in jedem Fall ein Facharzt zur genauen Diagnose und Behandlung einzubeziehen!“

      LG
      Marco

      Antworten
      • Hallo Marco,
        ich habe keine Einzelpunkte kommentiert, da in jedem zweiten Satz eine grobe Unrichtigkeit zu finden ist. Zwei Beispiele: Diabetes ist derzeit nicht medikamentös heilbar, nur durch die selten durchgeführte Transplantation der Bauchspeicheldrüse oder von Zellpräparaten oder durch eine operative massive Magenverkleinerung. T1D ist nicht genetisch bedingt, sondern eine Autoimmunerkrankung. Gewisse genetische Komponenten spielen eine (bisher noch nicht vollständig verstandene) Rolle bei allen Formen des Diabetes (und es gibt viel mehr als nur Typ 1 und 2). Für die Erstellung von Patienteninformationen gibt es Qualitätsvorgaben, z. B. http://www.discern.de/kurz.htm.
        Dadurch wird sichergestellt, dass evidenzbasierte (wissenschaftlich und durch medizinische Praxis gesicherte) Fakten richtig, verständlich und zielgruppengerecht dargestellt werden. Ein so komplexes Gesundheitsthema übersteigt den Rahmen dieses Blogs. Das ist nicht bös gemeint, aber diese Art von Informationsvermittlung gehört in die Hände von Profis.

        Antworten
        • Hallo Hanne B.,

          laut netdoktor.de -> „Etwa 10 bis 15 Prozent Diabetes-Typ-1-Patienten unter 15 Jahren haben einen Verwandten ersten Grades (Vater, Schwester etc.), der ebenfalls an Diabetes erkrankt ist“ Sind beide Elternteile erkrankt steigt das Risiko auf bis zu 25 % laut diabetes-deutschland.de. 10-15 % bzw bis zu 25 % lassen aus meiner Sicht schon auf eine genetische Veranlagung schließen. Zitat: „Durch die Transplantation einer gesunden Bauchspeicheldrüse kann die körpereigene Insulinproduktion wieder stattfinden und Folgeschäden werden vermieden.“ Quelle organspende-info.de. T1D ist eine Autoimmunerkrankung das stimmt, aber wieso heißt das dann nicht, dass sie nicht auch genetisch bedingt bzw. mitbedingt sein kann. Sehr viele Autoimunerkrankungen sind das. Ich sehe das auch nicht als böse gemeint, im Gegenteil, ich bin froh wenn es Kommentare gibt die auf Fehler hinweisen oder kritischer sind, um die Beiträge auf Dauer zu verbessern.

          LG
          Marco

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